Teamviewer und Co.: Den Mac aus der Ferne steuern
Kostenlose Alternative: TeamViewer
Für die Fernsteuerung von Macs hat sich neben den Funktionen des Betriebssystem sowie der Steuerung mit Hilfe diverser VNC-Clients und -Server vor allem das Programm TeamViewer etabliert. Es eignet sich besonders, wenn man in gemischten Umgebungen immer wieder zwischen Mac OS X, Microsoft Windows und Linux-Distributionen sowohl als Client und Server wechseln muss. Eigentlich wird für Benutzer des Programms eine Lizenzgebühr von 499 Euro oder höher fällig, allerdings nur im geschäftlichen Umfeld - die private Nutzung ist kostenlos. Für Mac OS X ist die Version 4 die aktuelle Ausgabe.
Die knapp zehn Megabyte große All-in-One-Version können Sie direkt bei netzwelt oder auf der Webseite von TeamViewer herunterladen (Siehe Links zum Artikel). Sie dient sowohl als Client- als auch Server. Für die Installation sind allerdings Rechte als Administrator des Systems notwendig. Sofern ein Benutzer über diese verfügt, richtet ein komfortabler Assistent die Software auf dem System ein. Möchte man einem anderen Nutzer seinen Computer lediglich freigeben, ohne andere Rechner zu steuern, genügt die sogenannte QuickSupport-Variante: Diese ist nicht nur viel kleiner, sondern kann auch von Benutzers ohne Admin-Rechte auf einem Mac-System ausgeführt werden.
Um zwei Computer über TeamViewer zu verbinden, wird auf beiden Geräten das Programm gestartet. Durch die Unterstützung eines zentralen TeamViewer-Servers muss sich der Nutzer keine Gedanken über Firewalls oder die Konfiguration von Routern machen: Es genügt, auf dem Client die automatisch generierte Nutzer-ID und das Kennwort des Servers einzugeben. Beides sind lange Zahlenkombinationen.
Pendant unter Windows und dem iPad
Es ist sehr ärgerlich, dass die Entwickler von TeamViewer die Version 5 bisher noch nicht auf Mac OS X 10.5 oder neuer portiert haben. Für Systeme mit Microsoft Windows gibt es die neue Ausgabe bereits im Netz, sie beinhaltet eine große Zahl neuer Funktionen. Beispielsweise können zwei Nutzer während der Freigabe des Bildschirms über eine Audio-Video-Konferenz miteinander sprechen. Außerdem ist es möglich, nicht nur den gesamten Desktop freizugeben, sondern nur eine bestimmte Applikation - das wäre aus Sicherheitsgründen auch auf dem Mac eine wünschenswerte Möglichkeit, ebenso wie das virtuelle Whiteboard.
Dafür vergisst TeamViewer auch diejenigen Apple-Nutzer nicht, die mit dem Tablet statt Notebook unterwegs sind: Für 99 Euro gibt es im AppStore eine Variante für das iPad, dort steht auch eine kostenlose Version für die Fernwartung zum Download bereit. Die Nutzung auf dem iPad ermöglicht es, auch von unterwegs einem Kunden bei Problemen zu helfen oder im privaten Umfeld den Mac zu Hause aus dem Cafe zu steuern. Die Kombination aus iPad und TeamViewer ist eine schöne Möglichkeit, ohne die komplizierte Synchronisierung von Dokumenten unterwegs zu arbeiten. Für das iPhone gibt es ebenfalls eine TeamViewer-App.
Im Browser - Software von Hamachi
Sofern es nur um die Steuerung eigener Macintosh-Computer geht und ein Anwender regelmäßig in einem Internet-Cafe oder an anderen öffentlichen PCs arbeitet, bietet sich der Dienst LogMeIn an. Im ersten Schritt muss sich der Nutzer auf der Webseite registrieren, was im privaten Umfeld komplett kostenlos ist. Nachdem das abgeschlossen wurde, muss ein spezielles Programm für Mac OS X 10.5 oder 10.6 geladen werden - es fügt nach der erfolgreichen Installation den eigenen Mac zum Benutzerkonto bei LogMeIn hinzu.
Um dann auf einen entfernten Mac zuzugreifen, genügt die Anmeldung über die Webseite - eine zusätzliche Client-Anwendung wird nicht benötigt. Die grafische Oberfläche wird in einem Java-Applet angezeigt - so ist auf Smartphones oder Tablets, die kein aktuelles Java Runtime Environment besitzen, die Fernsteuerung aber nicht möglich. Mit der SSL-Verschlüsselung wird die Übertragung des Bildschirminhalts vor unerlaubten Blicken dritter Personen bei LogMeIn viel besser geschützt als bei VNC. Das Remote Framebuffer Protokoll überträgt den Bildschirminhalt und alle Maus- und Tastatureingaben komplett unverschlüsselt.
Fazit
Für die Fernsteuerung eines Macs gibt es grundsätzlich drei Varianten: Entweder ein Nutzer verlässt sich auf das VNC-Protokoll und die Implementierung in Mac OS X ab 10.5, nimmt dafür aber einige Sicherheitsrisiken und kleine Hürden bei der Konfiguration in Kauf. Die Lösung von TeamViewer ist deutlich schlechter in die Apple-Welt integriert, arbeitet dafür auch mit Windows und Linux zusammen und bietet eine Variante für das Apple iPad an. Um unterwegs auf fremden Computern den heimischen Mac zu steuern, gibt der Webdienst LogMeIn das beste Bild ab. Wie man sich am Ende auch entscheidet: Die Fernwartung eines Rechners mit Mac OS X ist nicht viel komplizierter als mit der Remoteunterstützung unter Windows.
Weitere Informationen
Dieser Artikel bezieht sich auf das Produkt Apple iPad. Im Datenblatt finden Sie weitere Technische Daten zu Apple iPad. Zusätzlich haben wir zu diesem Thema folgende redaktionelle Übersichten erstellt: Mac OS X.
