Nach Vergewaltigungsvowürfen gegen Gründer Julian Assange

Wikileaks: Gegenangriff auf die CIA

Die Enthüllungsplattform Wikileaks geht zum Gegenangriff über. Nach dem am Wochenende die schwedische Justiz dubiose Ermittlungen gegen den Gründer des Projektes Julian Assange aufgenommen hat, veröffentlicht die Seite nun ein neues geheimes CIA-Dokument und droht der US-Regierung mit weiteren Enthüllungen.

Wer will mit dem US-Geheimdienst telefonieren? Hier ist die Nummer der CIA Vordenker-Gruppe Red Cell. (Bild: Screenshot)
Wer will mit dem US-Geheimdienst telefonieren? Hier ist die Nummer der CIA Vordenker-Gruppe Red Cell. (Bild: Screenshot)
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Seit gestern ist auf der Webseite ein neues Dokument des US-Geheimdienstes CIA zu finden. Bei dem dreiseitigen Dokument handelt es sich um eine Analyse der Gruppe "Red Cell", die innerhalb der CIA als Vordenker nach dem 11. September 2001 gegründet wurde. Die Gruppe soll alternative Sichtweisen und Analysen liefern. In dem veröffentlichten, dreiseitigen Dokument wird das Thema Terrorismus durch US-Bürger behandelt. Die Analysten sehen die zunehmende Verwicklung von US-Staatsbürgern in Terrorakte als Gefahr. Womöglich sinke die Bereitschaft verbündeter Staaten die USA im Anti-Terrorkampf zu unterstützen, wenn der Staat selbst als Terror-Exporteuer gesehen werde.

CIA: "Kein bristantes Material"

Der US-Geheimdienst spielt die Bedeutung der Unterlagen herunter. Es handele sich bei diesen Papieren nur um Gedankenspiele, erklärte Sprecherin Marie Harf gegenüber der US-Tageszeitung Washington Post. Unangenehm dürfte für den Geheimdienst jedoch sein, dass auf dem Papier die Kontakttelefonnummern der Gruppe vermerkt sind, inklusive abhörsicherer Leitung. Gleichzeitig ist die Veröffentlichung auch ein Zeichen der Enthüllungsplattform, dass sie sich nicht so schnell außer Gefecht setzen lässt. Am Wochenende hatte die schwedische Justiz Ermittlungen gegen den Begründer der Webseite Julian Assange aufgenommen. Der ursprüngliche Verdacht lautete Vergewaltigung, dieser wurde dann laut New York Times in sexuelle Belästigung umgewandelt. 

Assange verteidigte sich via Twitter und beschuldigte zwischen den Zeilen die US-Regierung, eine Schmutzkampagne gegen ihn zu starten. "Wir wurden vor schmutzigen Tricks gewarnt, nun haben wir den ersten Versuch", schrieb Assange an die Fangemeinde. Im offiziellen Blog nahmen auch die weiteren Webseiten-Mitarbeiter ihren Frontmann in Schutz. Der Umgang zwischen der Enthüllungsplattform Wikileaks und der US-Regierung ist in den vergangenen Wochen spürbar rauer geworden.

Auslöser war die Veröffentlichung von rund 75.000 geheimen Dokumenten zum Afghanistan-Einsatz und der Ankündigung weitere 15.000 Dokumente hierzu zu veröffentlichen. Das US-Verteidigungsministerium forderte daraufhin Wikileaks auf, die Dokumente zu löschen und zurückzugeben, andernfalls würden Maßnahmen ergriffen, um die Plattform hierzu zu zwingen.

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