Dell Streak: Das Riesen-Smartphone im Kurztest
Multitouch aber altes Android
Das Dell Streak ist eines der wenigen Tablets, die wie das Apple iPad einen kapazitiven Bildschirm besitzen. Auf dem 5-Zoll-Display machen Multitouch-Gesten beinahe soviel Spaß wie beim iPad, in jedem Fall setzt sich das Dell Streak damit positiv von günstigeren Tablets wie dem Archos 9 ab. Alleine über den Bildschirm selbst kann man diskutieren: Mit einer Diagonale von 5 Zoll und der Auflösung von 800 mal 480 Pixeln ist das Dell Streak eigentlich kein Tablet, für eine Platzierung als Smartphone ist das Gerät dagegen viel zu klobig und mit knapp 220 Gramm auch viel zu schwer. Einzig die die Dicke ist noch akzeptabel.
Das Dell Streak läuft mit dem Google-Betriebssystem Android in Version 1.6. Der Hersteller hat versprochen, im Herbst ein Update auf Android 2.2 nachzureichen. Seit einigen Wochen gibt es Gerüchte, noch vorher im September werde ein Update auf Android 2.1 herausgegeben - Dell hat zu den Updates bisher noch keinen exakten Zeitplan veröffentlicht. Positiv ist, dass ein Branding ebenso fehlt wie jegliche andere Dell-Werbung.
Die Steuerung des Tablets erfolgt wie bei anderen Android-Geräten über drei Knöpfe am rechten Rand. Der Home-Button bringt den Anwender auf den Desktop des Betriebssystems zurück, der Menü-Knopf ist für die Anzeige von Optionen im jeweiligen Kontext zuständig. Der dritte Button bringt den Benutzer zu dem vorher betrachteten Android-Fenster zurück. Alle Knöpfe sind wie das Display kapazitiv, bieten also keinen echten Druckpunkt. Das Mikrofon und der Kopfhöhrer für Telefonie befinden sich an den üblichen Stellen.
3G und der 1GHz-Prozessor
Tatsächlich lässt sich mit dem Dell Streak erstaunlich gut telefonieren: Im GSM- sowie UMTS-Netzwerk der Deutschen Telekom war die Gesprächsqualität sehr gut, allerdings ermüdet der Arm mit dem sehr schweren Tablet schnell. Im Inneren des Geräts werkelt ein Qualcomm-Prozessor mit einem Gigahertz Taktfrequenz. Dieser reicht für alle gängigen Aufgaben aus, Android reagiert mit der CPU und den 512 Megabyte Speicher sehr flüssig. Das Surfen im Web ist mit GPRS wie erwartet langsam, schneller kommt der Nutzer mit UMTS voran. Das Streak empfängt theoretisch bis zu 7,2 MBit/s (HSDPA) und sendet 5,6 MBit/s (HSUPA).

Leider fehlt dem Tablet die Unterstützung für schnelle WiFi-Netzwerke nach dem 802.11N-Standard, aber in B- und G-Netzen findet das Testgerät problemlos Anschluss. Bluetooth 2.1 EDR ist ebenfalls an Bord. Auf der Vorderseite befindet sich eine Kamera mit einer Auflösung von 640 x 480 Pixeln, die für Videokonferenzen im Web gedacht ist. Für ordentliche Bilder gibt es eine 5-Megapixel-Kamera auf der Rückseite mit Autofokus und doppeltem LED-Blitz. Die Kamera reagiert beim Filmdreh erstaunlich zügig auf Wechsel der Helligkeit, kann aber keine Filme mit über 640 x 480 Pixeln aufnehmen - ein klarer Schwachpunkt. Abgespeichert werden Videos als MPEG-4 oder als H.263-Datei.
GPS-Sensor und Dell-Zubehör
Damit sich der Anwender auch in ungewohntem Terrain zurechtfindet, hat Dell einen GPS-Sensor spendiert. Sofern er für die Nutzung durch Google Maps freigegeben ist, kann der Käufer mit dem Tablet auch Routen fürs Auto berechnen. Im Test funktionierte dies mit Bordmitteln aufgrund der veralteten Maps-Version zunächst nicht. Nach einem Update des Kartenmaterials auf die Version 4.4.0 steht dem Nutzer die Google Maps Navigation in der Beta-Version zur Verfügung. Für den Einsatz im Auto bietet Dell ein sogenanntes "Car Dock Kit", das knapp 60 Euro kostet und neben der Halterung für die Windschutzscheibe auch einen Anschluss am Zigarettenanzünder mitliefert. Genau wie das Home Dock, das dem Streak einen HDMI-Anschluss verpasst, sollte jeder Käufer das Zubehör direkt bei der Bestellung kaufen: Dann kosten beide Stationen einen Aufpreis von jeweils nur 30 Euro.
Fazit
Das Dell Streak hat schon vor seiner Veröffentlichung für einige Aufregung gesorgt: In Großbritannien bietet O2 das Tablet exklusiv an und erfreut sich stetiger Beliebtheit durch die Kunden. Die Verarbeitung ist extrem besser gelungen als bei kaum billigeren Alternativen von Archos und Co, das Betriebssystem Android 1.6 mit seinem großen App-Marktplatz bietet alle wichtigen Funktionen. Dass Dell eine Speicherkarte, eine Hülle für den Schutz des Gerätes sowie schöne In-Ear-Kopfhöhrer beilegt, spiegelt das Engagement des Herstellers für das neue Gerät wieder. Dem Dell Streak fehlen nur Kleinigkeiten wie die Unterstützung für schnelle Wi-Fi-Netzwerke, insgesamt ist Dell aber ein solider Einstieg in das Tablet-Segment gelungen.
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