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Dell Streak: Das Riesen-Smartphone im Kurztest
5-Zoll-Zwitter aus Tablet und Smartphone

von Markus Franz Uhr veröffentlicht

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Apple verkauft jeden Tag tausende iPads, obwohl es für das Tablet noch nicht einmal das aktuelle iOS 4.0 mit Multitasking gibt. Die anderen großen PC-Bauer wie Dell, Hewlett Packard, aber auch Microsoft basteln fleißig an Konkurrenten für das iPad. Mit dem Dell Streak gibt es seit diesem Monat ein Gerät im Handel, das vom texanischen Unternehmen über das Internet verkauft wird. In Deutschland können Interessierte das Riesen-Smartphone auch bei Media Markt ausprobieren und erwerben. Das Streak-Tablet soll der Einstieg von Dell in das Tablet-Segment werden und an glorreiche Zeiten anknüpfen, als Dell noch kleine PDA-Taschencomputer produziert hat, die längst von Smartphones ersetzt sind.

Kleines Paket mit viel Inhalt

Das Dell Streak kostet auf der Dell-Webseite mindestens 600 Euro, derzeit ist der Versand kostenlos. Mit den Farben Rot und Schwarz ist Dell etwas sparsam, für andere Produkte wie Notebooks gibt es eine größere Auswahl. Die Verpackung des Geräts ist erstaunlich schlank: Dell hat beim Streak auf das gewohnte Styropor für die Polsterung verzichtet, im Karton herrscht Ordnung. Nachdem man das Tablet und den QuickStart-Guide aus der Verpackung genommen hat, kommt die Zubehör-Box ans Licht. Neben dem obligatorischen Akku, ein Lithium-Polymer-Speicher mit einer Kapazität von 1530 mAh, kommt das Dell Streak mit hochwertigen In-Ear-Kopfhöhrern sowie einem USB-Anschlusskabel.

Letzteres sieht dem Dock-Kabel des iPhone sehr ähnlich und ist genauso breit, hat aber natürlich ganz anders strukturierte Kontakte. Der Standard-USB-Anschluss passt nicht nur in den PC oder Mac, sondern auch an das Netzteil. Auf dieses muss der Benutzer wie gewohnt einen Dell-Netzadapter stecken, für Großbritannien und Deutschland liegen diese standardmäßig bei. Im Lieferumfang sucht man eine Speicherkarte vergeblich - eine 16-GB-Karte im Micro-SD-Format ist bereits im Dell Streak eingelegt. Das ist praktisch, da Kunden so nur noch den Lithium-Polymer-Akku einlegen.

Die Verriegelung der Akku-Klappe ist erstaunlich schwerfällig, sodass beim Öffnen und Schließen der Druck auf das Display versehentlich sehr groß werden kann. Das ist ärgerlich, da die MicroSD- und SIM-Karte nicht von außen zugänglich ist. Im Test machte das Dell Streak aber keine Probleme: Die Verarbeitung wirkt hochwertig, das kratzfeste 5-Zoll-Display gibt nur an den Ecken bei starkem Druck leicht nach.

  • Smartphone oder Tablett-PC? Das Streak vereint die Funktionen beider Geräte in einem.
  • Webseiten, Fotos und Dokumente lassen sich auf dem 5 Zoll großen Display gut betrachten.
  • Als Betriebssystem kommt Googles Android in der Version 1.6 auf dem Markt.
  • Hersteller Dell bietet für einen Aufpreis spezielle Zubehör-Pakete etwa für die Verwendung des Streaks als Navigationsgerät an.
  • Neben einer Halterung fürs Auto, hat Dell auch ein Paket im Angebot, dass das Streak um einen HDMI Anschluss erweitert.
  • Das Zubehör wird über den Stromanschluss des Streaks angeschlossen.
  • An der Seite befinden sich Knöpfe zur Lautstärkeregelung und zum Auslösen der Kamera.
  • Das Streak ist fast flach wie eine Flunder.
  • Bei längeren Telefonaten kann der Arm beim Dell Streak schon lahm werden.
  • Die Speicherkarte ist bereits eingelegt, Nutzer müssen nur noch den Akku nach dem Kauf einlegen.
  • Der Akkudeckel schließt allerdings etwas schwer.
  • Größenvergleich: Das Streak schlängt zumindest in der Größe das iPhone um Längen, ob es auch ein ernsthafter Konkurrent zum iPad ist wird sich zeigen.

Multitouch aber altes Android

Das Dell Streak ist eines der wenigen Tablets, die wie das Apple iPad einen kapazitiven Bildschirm besitzen. Auf dem 5-Zoll-Display machen Multitouch-Gesten beinahe soviel Spaß wie beim iPad, in jedem Fall setzt sich das Dell Streak damit positiv von günstigeren Tablets wie dem Archos 9 ab. Alleine über den Bildschirm selbst kann man diskutieren: Mit einer Diagonale von 5 Zoll und der Auflösung von 800 mal 480 Pixeln ist das Dell Streak eigentlich kein Tablet, für eine Platzierung als Smartphone ist das Gerät dagegen viel zu klobig und mit knapp 220 Gramm auch viel zu schwer. Einzig die die Dicke ist noch akzeptabel.

Das Dell Streak läuft mit dem Google-Betriebssystem Android in Version 1.6. Der Hersteller hat versprochen, im Herbst ein Update auf Android 2.2 nachzureichen. Seit einigen Wochen gibt es Gerüchte, noch vorher im September werde ein Update auf Android 2.1 herausgegeben - Dell hat zu den Updates bisher noch keinen exakten Zeitplan veröffentlicht. Positiv ist, dass ein Branding ebenso fehlt wie jegliche andere Dell-Werbung.

Die Steuerung des Tablets erfolgt wie bei anderen Android-Geräten über drei Knöpfe am rechten Rand. Der Home-Button bringt den Anwender auf den Desktop des Betriebssystems zurück, der Menü-Knopf ist für die Anzeige von Optionen im jeweiligen Kontext zuständig. Der dritte Button bringt den Benutzer zu dem vorher betrachteten Android-Fenster zurück. Alle Knöpfe sind wie das Display kapazitiv, bieten also keinen echten Druckpunkt. Das Mikrofon und der Kopfhöhrer für Telefonie befinden sich an den üblichen Stellen.

3G und der 1GHz-Prozessor

Tatsächlich lässt sich mit dem Dell Streak erstaunlich gut telefonieren: Im GSM- sowie UMTS-Netzwerk der Deutschen Telekom war die Gesprächsqualität sehr gut, allerdings ermüdet der Arm mit dem sehr schweren Tablet schnell. Im Inneren des Geräts werkelt ein Qualcomm-Prozessor mit einem Gigahertz Taktfrequenz. Dieser reicht für alle gängigen Aufgaben aus, Android reagiert mit der CPU und den 512 Megabyte Speicher sehr flüssig. Das Surfen im Web ist mit GPRS wie erwartet langsam, schneller kommt der Nutzer mit UMTS voran. Das Streak empfängt theoretisch bis zu 7,2 MBit/s (HSDPA) und sendet 5,6 MBit/s (HSUPA).

Hersteller Dell bietet für einen Aufpreis spezielle Zubehör-Pakete etwa für die Verwendung des Streaks als Navigationsgerät an.

Leider fehlt dem Tablet die Unterstützung für schnelle WiFi-Netzwerke nach dem 802.11N-Standard, aber in B- und G-Netzen findet das Testgerät problemlos Anschluss. Bluetooth 2.1 EDR ist ebenfalls an Bord. Auf der Vorderseite befindet sich eine Kamera mit einer Auflösung von 640 x 480 Pixeln, die für Videokonferenzen im Web gedacht ist. Für ordentliche Bilder gibt es eine 5-Megapixel-Kamera auf der Rückseite mit Autofokus und doppeltem LED-Blitz. Die Kamera reagiert beim Filmdreh erstaunlich zügig auf Wechsel der Helligkeit, kann aber keine Filme mit über 640 x 480 Pixeln aufnehmen - ein klarer Schwachpunkt. Abgespeichert werden Videos als MPEG-4 oder als H.263-Datei.

GPS-Sensor und Dell-Zubehör

Damit sich der Anwender auch in ungewohntem Terrain zurechtfindet, hat Dell einen GPS-Sensor spendiert. Sofern er für die Nutzung durch Google Maps freigegeben ist, kann der Käufer mit dem Tablet auch Routen fürs Auto berechnen. Im Test funktionierte dies mit Bordmitteln aufgrund der veralteten Maps-Version zunächst nicht. Nach einem Update des Kartenmaterials auf die Version 4.4.0 steht dem Nutzer die Google Maps Navigation in der Beta-Version zur Verfügung. Für den Einsatz im Auto bietet Dell ein sogenanntes "Car Dock Kit", das knapp 60 Euro kostet und neben der Halterung für die Windschutzscheibe auch einen Anschluss am Zigarettenanzünder mitliefert. Genau wie das Home Dock, das dem Streak einen HDMI-Anschluss verpasst, sollte jeder Käufer das Zubehör direkt bei der Bestellung kaufen: Dann kosten beide Stationen einen Aufpreis von jeweils nur 30 Euro.

Fazit

Das Dell Streak hat schon vor seiner Veröffentlichung für einige Aufregung gesorgt: In Großbritannien bietet O2 das Tablet exklusiv an und erfreut sich stetiger Beliebtheit durch die Kunden. Die Verarbeitung ist extrem besser gelungen als bei kaum billigeren Alternativen von Archos und Co, das Betriebssystem Android 1.6 mit seinem großen App-Marktplatz bietet alle wichtigen Funktionen. Dass Dell eine Speicherkarte, eine Hülle für den Schutz des Gerätes sowie schöne In-Ear-Kopfhöhrer beilegt, spiegelt das Engagement des Herstellers für das neue Gerät wieder. Dem Dell Streak fehlen nur Kleinigkeiten wie die Unterstützung für schnelle Wi-Fi-Netzwerke, insgesamt ist Dell aber ein solider Einstieg in das Tablet-Segment gelungen.

Kommentare zu diesem Artikel

Seit der Veröffentlichung des Apple iPad im Januar dieses Jahres buhlen zahlreiche Hersteller um die Gunst verärgerter Netbook-Nutzer: Die Tablets sollen sehr einfach bedienbar sein und auf dem Sofa das Notebook ersetzen. Netzwelt hat das neuen Dell Streak getestet, das Kunden von Billig-Tablets weglocken will.

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  • davidzocker123 schrieb Uhr
    AW: Dell Streak: Das Riesen-Smartphone im Kurztest

    Hallo Ich habe mir das Dell Streak 7 gekauft weil ich ein Gerät haben wollte dasss einfach in der Bedienung ist recht günstig und trozdem schnell läuft etc. Das Dell Streak 7 mit Android Froyo (update auf Android 3.2 Honeycomb) ist genau richtig für mich. Ich nehme es mit in die Arbeit um meine Unterlagen dort schnell und bequem dabei zu haben. Arbeite ich mal zuhause dann kann ich trozdem an Meetings teilnehmen dank Skype. Auserdem ist der Prozessor sehr schnell und das Gerät hat eine Front.und Rückkamera (frontkamera mit 1.3 was bei Geräten in der Preisklasse eig. nicht so ist und Rückkamera sogar mit 5.0 Megapixeln und Blitz). Man kann Filme und Fotos machen und das Gerät ist sogar noch recht leicht. Ich empfele das Gerät auf jeden Fall.
  • streaker schrieb Uhr
    AW: Dell Streak: Das Riesen-Smartphone im Kurztest

    Ich bin seit 2 Monate Besitzer eines Streak 5 sowie eines Sony Ericson Neo. Das Akku hällt bei starken multimedialen nutzung ca. 1,5 - 2 Tage. Bei gleicher beanspruchung macht das SE Neo schon nach einen Tag schlapp ! Das große Screen ist sehr genügsam wenn man dem Akkumonitoring App Glauben schenken darf und reagiert sehr gut auf Eingaben! Es lässt sich sehr gut ablesen - damit Arbeiten, Surfen und Spielen macht auf alle Fälle Spaß ! Dell hat dem Streak auch vernünftiges Zubehör ins Schachterl gelegt! Die Kopfhörer z.B wissen zu gefallen und klingen auch recht gut, was man von dem Klang der Lautsprecher leider nicht behaupten kann - ein dünner, bleichiger Klang ist alles was mann ohne Kopfhörer zu hören bekommt! Das "Streak-Säckchen" aus dem Lieferumfang ist recht praktisch - damit bekommt man das Screen sehr gut wieder auf hochglanz poliert! Eine 16Gb MicroSD ist auch "on board" was ein echter Pluspunkt ist! Ein 5" Screen hat naturgemäß auch Nachteile - der Streak ist doch recht groß und passt doch nicht (wie geworben)in jede hosentasche! Mich stört das weniger da ich mein Phone nicht immer und überall griffbereit haben muss, jemand der mit seinem Smartphone "schläft" wird damit sicher weniger freude haben, erst recht nicht im Sommer mit knappen Klamotten ! Trotzdem liegt er sehr gut in der Hand und wirkt nie zu groß oder klobig, egal ob beim Tippen oder Telefonieren! Insgesammt könnte mann maximal 3 bedingt negative Sachen festhalten: 1. der Streak IST groß (muss kein Nachteil sein) 2. die Lautsprecher sind nicht gut (die Kophörer dafür um so besser, das Gerät generiert also recht gute Soundqualität) 3. Zubehör ist recht Kostpielig (wird sich aber noch ändern wenn erst mal ein paar Streaks im Umlauf sind *ein wink an die Zubehörehersteller) Mein Fazit: Ich würde ihn mir ohne zu zögern wieder holen !!!
  • Jan K. schrieb Uhr
    AW: Dell Streak: Das Riesen-Smartphone im Kurztest

    @ollitolli: Hallo Ollitolli, das Dell Streak in der 5-Zoll-Variante ist das ursprüngliche Modell.

    Grüße aus der Redaktion.
  • ollitolli schrieb Uhr
    AW: Dell Streak: Das Riesen-Smartphone im Kurztest

    es gibt ja unterschiedliche dell streaks, aber ist das mini 5 die normale version oder gibt es noch eine vorgängerversion
  • sgfkj schrieb Uhr
    AW: Dell Streak: Das Riesen-Smartphone im Kurztest

    Die Verarbeitung ist extrem besser gelungen als bei kaum billigeren Alternativen von Archos und Co, öhm deutsch?
  • Streak Owner schrieb Uhr
    AW: Dell Streak: Das Riesen-Smartphone im Kurztest

    ja, aber dann darf man naütlich nicht die ganze Zeit rumspielen. Aber da bekomm ich auch mein altes iPhone 3GS an einem Tag leer. Ich verweise mal auf die Akku Benchmarks, so hat man direkt nen Vergleich zu andern Phones. Gibts auf streaksmart . com
  • Michael Knott schrieb Uhr
    AW: Dell Streak: Das Riesen-Smartphone im Kurztest

    @Streak-Nutzer, @Streak Owner: Könnt ihr was zur Akku-Laufzeit sagen? (Der Streak war bei uns in der Redaktion ja vorerst nur zum Kurzbesuch) Kommt ihr mit einer Akkuladung über das Wochenende? Grüße
  • Michael Knott schrieb Uhr
    AW: Dell Streak: Das Riesen-Smartphone im Kurztest

    Vielen Dank für die absolut berechtigten Hinweise, Streak Owner und Streak-Nutzer ;-) Der Artikel wurde entsprechend aktualisiert.

    Viele Grüße
  • Streak-Nutzer schrieb Uhr
    AW: Dell Streak: Das Riesen-Smartphone im Kurztest

    Drei Dinge sind im Test falsch: 1. kann man das Streak nicht nur online, sondern auch beim Media Markt kaufen (da habe ich meins her) 2. besitzt die Kamera auf der Rückseite einen LED-Blitz (sogar mit 2 LEDs) 3. läuft nach einem Update von google maps über den Android-Market auch die Navigation, dazu braucht es kein neueres Android, die Navigation mit Sprachausgabe geht definitiv mit Android 1.6
  • Streak Owner schrieb Uhr
    AW: Dell Streak: Das Riesen-Smartphone im Kurztest

    Hallo Jungs, schöner Bericht. Ein Fehler ist allerdings drin. Ich hab seit voriger Woche das Streak mit 1.6 . Wenn man im Market das normale Google Maps Update installiert, hat man dannach auch kostenlose Tun by Turn Navigation. Wenn man dann die Sat Eben einblendet sieht das navigieren auf dem 5" Display echt verdamt klasse aus.

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Dell Streak: Das Riesen-Smartphone im Kurztest
Dell Streak: Das Riesen-Smartphone im Kurztest
Seit der Veröffentlichung des Apple iPad im Januar dieses Jahres buhlen zahlreiche Hersteller um die Gunst verärgerter Netbook-Nutzer: Die Tablets sollen sehr einfach bedienbar sein und auf dem Sofa das Notebook ersetzen. Netzwelt hat das neuen Dell Streak getestet, das Kunden von Billig-Tablets weglocken will..
http://www.netzwelt.de/news/83803-dell-streak-riesen-smartphone-kurztest.html
2010-08-25 15:55:42
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Dell Streak: Das Riesen-Smartphone im Kurztest