Kartografie im Netz: Die Google Street View-Konkurrenten

Street View zeigt Panoramio-Fotos

Dafür sind Personen beim Heranzoomen aber deutlich zu erkennen - verpixelt wird hier nichts. Es besteht auch keine Möglichkeit für Bürger, Einspruch zu erheben. Entsprechende Datenschutzforderungen für nutzerbasierte Dienste dürften auch äußerst schwer durchzusetzen sein, weil die ungeheure Menge an Fotomaterial im Web kaum zu kontrollieren ist.

Das gilt auch für Googles Fotodienst Panoramio, der wie Microsofts Photosynth auf Bildern von Nutzern basiert und Fotos der Anwender von ihren Lieblingsplätzen zeigt. Der Suchmaschinenanbieter integriert die Aufnahmen aber auch in Street View: Wird dort eine Straßenansicht aufgerufen, zeigt ein Symbol am oberen Bildrand an, ob Panoramio-Bilder zur Verfügung stehen. Bei einem entsprechenden Klick werden diese dann innerhalb von Street View angezeigt. Personen oder Kfz-Kennzeichen sind hier wie bei Photosynth eindeutig identifizierbar.

Telefonbuch.de: Kombination von Geodaten mit persönlichen Informationen

Microsofts Straßen-Kartografiedienst Streetside ist vorerst nur in den USA verfügbar. Bild: Screenshot
Microsofts Straßen-Kartografiedienst Streetside ist vorerst nur in den USA verfügbar. Bild: Screenshot
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Microsoft und Google konkurrieren auch bei den Kartendiensten Maps und Bing Maps. Microsoft ist hier aber schon weiter als Google: Bing Maps eröffnet auch eine Sicht auf deutsche Städte aus der Vogelperspektive aus und nicht wie bei Google Maps nur senkrecht von oben. 

Noch weiter ist die Deutsche Telekom gegangen mit telefonbuch.de. Denn der Dienst ermöglicht nicht nur die Telefonnummersuche, sondern zeigt bei einem Eintrag auch die Lage des Wohnortes auf einem Luftbild oder aus der Vogelperspektive an. Dabei kann man auch den Betrachtungswinkel ändern, was bei Google Maps etwa nicht möglich ist. 

Die bei Street View gehegte Befürchtung, Diebe könnten den Dienst zur Planung ihrer Raubzüge nutzen, wäre mit telefonbuch.de also viel leichter möglich. Besonders brisant ist die Kombinationsmöglichkeit von Lageplan und persönlichen Daten (Telefonnummer, Anschrift), was bei Street View nicht möglich ist.

Fazit: Nutzen versus Datenschutz

Die vorgestellten Kartendienste faszinieren immer wieder aufs Neue. Dem großen Nutzen - etwa zur Reiseplanung - steht aber die Frage nach dem Datenschutz gegenüber: Wie lässt sich das Recht auf Privatsphäre angesichts der ungeheuren Menge an Bildern gewährleisten?

Eine umstrittene Frage, die aktuell im Rahmen einer umfassenden Datenschutzreform besprochen wird. Dabei wurde der Handel, den der Staat mit Geodaten betreibt, bisher kaum unter die Lupe genommen. Wie der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag berichtete, bieten öffentliche Stellen wie die Landvermessungsämter etwa Koordinaten eines jedes Hauses zum Verkauf an. Google ist also bei weitem nicht der einzige Anbieter, der Geodaten kommerziell nutzt.

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