Ricoh CX4 im Test: Kompaktkamera mit umfangreicher Ausstattung
Unkomplizierte und schnelle Bedienung
Die Bedienung der Ricoh CX4 erfolgt komplett mit der rechten Hand. Ihre Finger erreichen problemlos alle Bedienelemente. Die Tasten weisen angenehm deutliche Druckpunkte auf. Dies gilt auch für den Mini-Joystick, mit dem der Nutzer durch die verschiedenen Menüs navigiert und Werte verstellt.
Über den Joystick verstellt der Fotograf vier zuvor ausgewählte Variablen mit wenigen Klicks. Die Belegung der Fn-Taste bestimmt der Nutzer ebenfalls. Das Hauptmenü gliedert sich in zwei Bereiche für Aufnahme- und Grundeinstellungen. Allerdings weisen diese zwei Untermenüs sehr viele Punkte auf, wodurch sie unübersichtlich wirken.
Gute Bilder mit Potential bei Detailgenauigkeit
Der Fotograf profitiert von dem rückseitig belichtete Bildsensor vor allem durch spürbar kürzere Belichtungszeiten. Direkte Auswirkungen des neuartigen Chips auf die Bildqualität im Allgemeinen sind nicht zu erkennen. Die Ricoh CX4 fertigt aber trotzdem Aufnahmen mit natürlich wirkenden Farben und angenehmen Kontrasten an.
Betrachtet der Nutzer die Aufnahmen in Originalgröße fällt allerdings auf, dass die Detailgenauigkeit höher ausfallen könnte. Hierdurch würden auch die Konturen noch deutlicher werden. Ein leichtes Bildrauschen tritt bereits bei einer Lichtempfindlichkeit von ISO 400 auf. Aber erst bei ISO 3200 fallen die Störungen so stark aus, dass die Bilder auch verkleinert auf ein Viertel der Originalgröße unansehnlich sind.
Videos zeichnet die Ricoh CX4 in HD-Auflösung mit 1.280 x 720 Pixeln auf. Die Filme bieten natürlich wirkende Farben und eine völlig ausreichende Detailgenauigkeit. Zeilenverschiebungen treten nicht auf und der automatische Weißabgleich passt die Aufnahmeinstellungen sehr schnell und präzise an veränderte Lichtverhältnisse an.
Der Autofokus sorgt ebenfalls zügig für scharfe Motive. Allerdings kann der Nutzer die Brennweite des Objektivs nach dem Beginn der Filmaufzeichnung nicht mehr verändern. Der aufgenommen Ton kann nicht überzeugen: Er fällt leise aus, Berührungen an der Kamera sind zu hören und Stimmen klingen sehr hohl.
Akku, Speicherkarte und zwei Anschlüsse
Im Vergleich zum Vorgängermodell hat Ricoh bei der CX4 die Ecken und Kanten etwas runder gestaltet. Das Metallgehäuse wirkt sehr robust, liegt angenehm in der Hand und lässt sich sicher greifen. Für den Daumen ist auf der Rückseite eine extra Ablagefläche vorgesehen.
Bei Batterie und Speicherkarte kommen mit einem Lithium-Ionen-Akku und SD- oder SDHC-Karten die üblichen Standards zum Einsatz. Ricoh hält einen AV-Ausgang und einen USB-Anschluss an der CX4 für ausreichend. Zur direkten Wiedergabe der HD-Videos fehlt aber zum Beispiel eine HDMI-Schnittstelle.
Fazit: Kaum erkennbare Veränderungen
Trotz einiger Kritikpunkte, wie den zu langen Menüs oder der festen Brennweite bei der Videoaufzeichnung, liefert Ricoh mit der CX4 eine gute Kompaktkamera mit umfangreicher Ausstattung ab. Allerdings fallen die Unterschiede im Vergleich zum Vorgänger CX3 gering aus, sind bis auf das rundere Gehäuse nicht sofort zu erkennen. Die Bedienung gestaltet sich nach wie vor problemlos und die Bildqualität gehört immer noch zu den besseren im Kompaktkamerabreich.
In Japan empfiehlt Ricoh für die CX4 einen Verkaufspreis von 45.000 Yen, umgerechnet rund 420 Euro. Dort soll die Kamera ab dem 3. September 2010 erhältlich sein. Für Deutschland nannte der Hersteller dagegen bisher weder einen Veröffentlichungstermin noch eine Preisempfehlung. Das Online-Kaufhaus Amazon hat die CX4 aber bereits in ihr Angebot aufgenommen. Der Preis beträgt hier 299 Euro und der Versand soll im September erfolgen.
