Ego-Shooter schickt Spieler nach Afghanistan

"Widerwärtig": Bundeswehr verurteilt neue Medal of Honor-Folge (Update)

Computer- und Videospielhersteller Electronic Arts gerät in die Kritik. Das Unternehmen lässt den neuen Teil seiner Ego-Shooter Serie Medal of Honor in Afghanistan spielen. Dort kann der Spieler auch in die Rolle der Taliban schlüpfen. Nicht nur in Deutschland empfinden Militärs und Politiker dieses als geschmacklos.

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Inhaltsverzeichnis

  1. 1Echte Sondereinheiten an Entwicklung beteiligt
  2. 2Kriegsspiele verkaufen sich gut
  3. 3Update: Britischer Verteidigungsminister verteidigt  Verbotsforderung
  4. 4Update 09.09.2010: Weltweites Verkaufsverbot auf US-Armeegelände
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"Es ist widerwärtig, so ein Spiel auf den Markt zu bringen, während in Afghanistan Menschen sterben", sagte Bundeswehrsprecher Wilfried Stolze gegenüber dem Nachrichtenmagazin FOCUS. Noch erregter äußerte sich der britische Verteidigungsminister Liam Fox über das Spiel. Der neue Teil der Medal of Honor Reihe sei durch und durch unbritisch und er würde sich wünschen, dass sich die Händler solidarisch mit den Truppen in Afghanistan zeigen und das Spiel nicht in ihr Sortiment aufnehmen. Auch in den USA formiert sich Widerstand. Der konservative Nachrichtensender Fox News machte sogar in einer Sondersendung Front gegen das Spiel. Hersteller Electronic Arts dagegen sieht keinen Grund das Spiel zurückzuziehen. Es soll wie geplant am 14. Oktober in Deutschland erscheinen. "Wenn aktuelle Gewalt in Büchern, Filmen oder im TV thematisiert werden darf, warum nicht auch in einem Game", verteidigte ein Firmensprecher die Entscheidung im Focus.

Echte Sondereinheiten an Entwicklung beteiligt

Im neuen Teil der Medal of Honor Reihe schlüpft der Spieler in die Rolle eines Mitglieds der US-amerikanischen Sondereinheit TIER 1 und löst dabei gefährliche Aufträge in Afghanistan. Im Mehrspieler-Modus sollen Spieler auch in der Lage sein auf Seiten der Taliban zu kämpfen. Die Entwickler haben dabei für das Spiel nach eigenen Aussagen mit echten Mitgliedern der Sondereinheit zusammengearbeitet, um ein hohes Maß an Realismus zu erzielen. 

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