Dokumente aus dem Untersuchungsbericht sollen gelöscht werden
Loveparade: Stadt Duisburg droht Bloggern
Die Stadt Duisburg hat den Lokalblog Xtranews mit einer Geldstrafe in Höhe von 250.000 Euro gedroht, sollten die Betreiber nicht unverzüglich im Blog veröffentlichte Dokumente aus dem Untersuchungsbericht zur Loveparade-Tragödie löschen. Während der Blog gegen die einstweilige Verfügung juristisch vorgehen will, kursieren die Unterlagen weiter an anderen Stellen im Netz.

Die Untersuchung zur Loveparade-Massenpanik, bei dem Ende Juli in Duisburg mehr als 20 Menschen starben, dauern an. Derweilen geht die Stadt Duisburg gegen den lokalen Blog Xtranews juristisch vor. Die Betreiber hatten insgesamt 43 Dokumente, die als Anhang zu einem Zwischenbericht der Stadt zur Katastrophe gehören, veröffentlicht. Die Stadt Duisburg sieht darin eine Urheberrechtsverletzung. Während die Betreiber eine Vertuschungsaktion vermuten.
Zwischenbericht entlastet Stadt Duisburg
Bislang ist immer noch nicht abschließend geklärt, wie es zu der Massenpanik kommen konnte und wer daran die Schuld trägt. Die Stadt Duisburg hatte zu ihrer Rolle bei der Organisation der Loveparade Anfang August einen Zwischenbericht vorgelegt und ihn unter anderem der Staatsanwaltschaft zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig hatte die Stadt den Bericht auch auf ihrer Webseite publiziert. Dem Bericht zufolge treffe die Stadt keinerlei Schuld an der Katastrophe. Jedoch fehlten auf der Webseite die insgesamt 43 Anlagen zum Bericht, bei denen es sich um interne Dokumente, etwa Gesprächsprotokolle aus Sitzungen, handelt. Diese Dokumente hatte Xtranews zum Download gestellt. Ohne den Anhang der Dokumente lässt sich schließlich nicht nachvollziehen, warum die Stadt Duisburg von einer Mitschuld freigesprochen wird.
Die Stadt ließ die Veröffentlichung nun jedoch stoppen. Gegen die einstweilige Verfügung wollen sich die Blogger wehren: "Wenn nötig und möglich bis zum Bundesverfassungsgericht", schreibt Blogger Stefan Meiners in einem Spendenaufruf des Blogs. Denn einen Rechtsstreit kann sich Xtranews finanziell derzeit nicht leisten. Vielleicht ist dieser aber auch gar nicht nötig, denn die Dateien kursieren bereits in zahlreichen anderen Blogs.
Der Landesverband Brandenburg des deutschen Journalistenverbandes (DJV) unterstützt Xtranews ebenfalls. "Das "Gutachten" von Frau Dr. Jasper enthielt 43 Anlagen, die ursprünglich noch nicht einmal den Ratsmitgliedern zugänglich waren. Die Veröffentlichung dieser Anlagen wurde der Website www.xtranews.de durch OB "Patex" Sauerland verboten. Das ist nicht gerade die Art von Aufklärung, die wir uns wünschen", schreibt die Journalistenorganisation auf ihrer Webseite. Der Verband hat deshalb die Dateien ebenfalls zum Download bereitgestellt.

Herr Sauerland hat wohl nicht mehr all zu viel zu verlieren, steht mit dem Rücken zur Wand. Im Grunde hätte er die Konsequenz ziehen und sein Amt niederlegen müsse, dass er stattdessen mit allen ihm zur Verfügung...
Duisburg wehrte sich aus STEUERGELDERN gegen Blogger. Mit voller Hose lässt sich leicht stinken! Die ganze Zeit frage ich mich schon, wer "Duisburg" ist und WER die Stadt ermächtigt hat, das...
Mittlerweile hat man aber wieder aufgegeben. Das Netz ist nicht aufzuhalten. http://www.ksta.de/html/artikel/1281431636054.shtml
Vor allem das Argument ist Fadenscheinig - Urheberrechtsverletzung - als würde das Oberbürgermeisteramt an einem Buch schreiben, dem der Blog jetzt die Pointe vorweggenommen hat. Absolut nicht nachvollziehbar, was...
Typisch. Prangert ein Blog oder die Medien einen an die Wand müssen sie gleich so kommen. Lieber Herr Sauerland, geben sie doch einfach ihre Fehler zu.