Köln ist ab heute wieder Wallfahrtsort für Computer- und Videospieler

Gamescom: Größte Gaming-Messe der Welt öffnet ihre Pforten (Update)

Vom 18. bis zum 22. August 2010 öffnet zum zweiten Mal die derzeit wohl größte Messe für Computer- und Videospiele ihre Pforten. Während die Kölner Veranstalter einen Rekord nach dem nächsten verkünden, schlägt die Spielebranche leisere Töne an. Zum ersten Mal seit sieben Jahren waren die Umsätze 2009 rückläufig. Hoffnungen setzen die Hersteller in den Markt der Online-Spiele.

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Inhaltsverzeichnis

  1. 1Gamesbranche im Umbruch
  2. 2Branche ist raus aus der Nische
  3. 3Kommende Blockbuster spielbar
  4. 4Update: 9.000 Besucher mehr als im Jahr zuvor
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Die Zahlen lesen sich beeindruckend: 505 Unternehmen aus 33 Ländern werden sich ab Mittwoch auf der Gamescom in Köln präsentieren. Die Veranstalter rechnen dabei mit der Vorstellung allerlei kommender Spieleblockbuster: Die Zahl von 200 Welt-, Europa- und Deutschlandpremien wird selbstbewusst kommuniziert. Der Bundesverband Interaktiver Unterhaltungssoftware (BUI) geht von rund 245.000 Besuchern an den vier Messetagen aus. Damit übertrifft die Gamescom nicht nur ihre Vorjahreswerte (458 Aussteller, rund 100 Spielepremieren) spielend, sondern auch die einstmals größte Spielemesse E3 im fernen Los Angeles, die es 2010 nur auf rund 300 Aussteller und 45.600 Besucher brachte.

Gamesbranche im Umbruch

Während Köln und die Gamescom sich selbst feiern, herrscht in der Gamesbranche dagegen Ernüchterung. Den Branchenanalysten von PricewaterhouseCoopers (PwC) zufolge war der Umsatz im vergangenen Jahr erstmals rückläufig. 2,4 Prozent weniger Geld als noch 2008 floss an die Branchenriesen von Electronic Arts, Nintendo, Sony und Co. Für das laufende Jahr prognostiziert (PwC) einen leichten Anstieg von 0,4 Prozent. Wie ernüchternd die Zahlen sind, zeigt ein Vergleich mit dem Vorjahr: 2008 hatte die Branche noch um satte 14 Prozent laut BUI zugelegt.

Solche Umsätze, das ist den Branchenriesen klar, werden in Zukunft höchstens noch im boomenden Markt der Internetspiele zu erreichen sein. "Heute machen wir 20 Prozent des Umsatzes online und mobil, vor fünf Jahren lagen wir noch bei drei, vier Prozent", sagte John Riccitiello, Chef von Electronic Arts, dem zweitgrößten Videospiel-Hersteller der Welt, gegenüber dem Wirtschaftsmagazin "Capital". Schon in fünf Jahren könnten browser-basierte Abo-Spiele, Online-Werbung sowie Downloads via Internet und Handy die Hälfte der Erlöse beisteuern. Dementsprechend hart umkämpft ist der Markt. Google kaufte zuletzt den Hersteller Slide und investierte kräftig in das bekannte Entwickler-Studio Zynga (Farmville). Walt Disney war sogar bereit über eine halbe Milliarde US-Dollar für den Marktführer Playdom zu zahlen. Electronic Arts erwarb den Hersteller Playfish.

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