Vom Behördenärger bis zum kostenlosen Kartendienst

OpenStreetMap: Gemeinschaft für freies Kartenmaterial

Der Monat August ist ein klassischer Reisemonat: Tausende Urlauber brechen in die Sommerferien auf und machen immer öfter in Deutschland selbst Urlaub. Dabei gibt es aber kaum noch einen Fahrer, der sich zur Navigation auf den Straßenatlas verlässt. Selbst in dem ein oder anderen Oldtimer wird mittlerweile ein Navi an die Scheibe geklebt, damit man sich auch in unbekannten Städten nicht verirrt. Die Karten für die Geräte stammen meist von spezialisierten Firmen, die wie Google für Street View deutsche Straßen abfahren.

OpenStreetMap - Die Umgebung der Netzwelt-Redaktion in Hamburg kennt OpenStreetMap schon sehr gut.
Die Umgebung der Netzwelt-Redaktion in Hamburg kennt OpenStreetMap schon sehr gut.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Großbritannien: Behörde für Karten
  2. 2Nutzer, Meilensteine & dritte Karten
  3. 3Selbst Karten einstellen durch GPS
  4. 4OSM am iPhone & besondere Nutzer
  5. 5Fazit

Führend im Geschäft mit Kartenmaterial ist das niederländisch-belgische Unternehmen Tele Atlas mit Sitz in Gent. Zu dessen Kunden gehören Blaupunkt, Google Maps, aber auch die großen Autohersteller Mercedes Benz und BMW. Mit dem Verkauf von Karten erwirtschaftete Tele Atlas zuletzt einen Jahresumsatz von mehr als 260 Millionen Euro. Größter Konkurrent der TomTom-Tochter ist das US-Unternehmen Navteq. Während die Millionen bei diesen Anbietern nur so sprudeln, gibt es mit OpenStreetMap mittlerweile ein freies Projekt, das Kartenmaterial ganz ohne Lizenzgebühren abgibt. Netzwelt erklärt, was hinter OSM steckt.

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Großbritannien: Behörde für Karten

Um den Sinn und Zweck von OpenStreetMap zu verstehen, muss man sich etwas mit der Ordnance Survey beschäftigen. Hinter dem Namen steht die königliche Behörde zur Landvermessung, die es schon seit über seit 250 Jahren gibt. Eigentlich sollte die Ordnance Survey während der napoleonischen Kriege das Gebiet von England vermessen, um bei einer drohenden französischen Invasion auf der Insel genaue Karten an die Militärs zu liefern. Aus dem höheren Ziel ist bis heute eine gigantische Behörde geworden, die im Mutterland des globalen Welthandels praktisch ein Monopol auf die Ergebnisse ihrer Kartographie hat.

Schon seit Ende der 1990er Jahre gibt es zunehmend kritische Stimmen, da der Zugang zu Karten bei der Ordnance Survey sehr schwer gemacht wurde. Im März 2006 veröffentlichte "The Guardian" einen bitterbösen Artikel unter dem Titel "Give us back our crown jewels", der mit dem staatlich finanzierten Kartendienst hart ins Gericht geht. Zu diesem Zeitpunkt war das Projekt OpenStreetMap bereits gegründet: 2004 rief der Londoner Steve Coast einen offenen Kartendienst ins Leben, der nach dem Vorbild freier Software durch die Mithilfe von Freiwilligen eigenes Kartenmaterial unter einer freien Lizenz sammelt.

Weitere Informationen

Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Apple iPhone hier.

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