Die 20 größten Städte sind bis zum Ende des Jahres online
Foto-Straßendienst: Google Street View startet in Deutschland
Trotz Bürgerprotest geht Google Street View jetzt auch in Deutschland an den Start. Der Fotodienst wird bis zu Ende des Jahres für die 20 größten deutschen Städte verfügbar sein. Datenschützer bemängeln die schnelle Umsetzung.

Inhaltsverzeichnis
- 1Bürger gegen Google Street View
- 2Meldefunktion zur Unkenntlichmachung
- 3Kritik von Datenschützern
Google hat angekündigt, seinen Straßen-Fotodienst Street View bis zum Ende des Jahres für die 20 größten deutschen Städte einzuführen. Zu den Städten gehören unter anderem Berlin, Bochum, Dresden, Essen, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Leipzig und München. Welche Städte noch navigierbar sein werden, ist im Google Produkt-Kompass aufgeführt. Deutschland ist weltweit das 24. Land, in dem Google den Foto-Straßendienst an den Start bringt.
Wann genau die Straßenzüge über Street View abrufbar sein werden, ist indes unklar. Googles Street View-Fahrzeuge haben anscheinend aber genug Fotomaterial gesammelt, um den Dienst für die einzelnen Städte zu starten.
Bürger gegen Google Street View
Street View hatte in Deutschland eine große Protestwelle ausgelöst. Viele Bürger legten ein Veto gegen das Abfotografieren ihres Hauses ein. Zuletzt hatte Street View für Aufsehen gesorgt, als bekannt geworden war, dass Google nicht nur Bilder geschossen, sondern auch WLAN-Zugangsdaten einzelner Internet-Hotspots sowie weitere Verkehrsdaten, etwa E-Mails, aufgezeichnet hatte.
Aufgrund des Protestes gibt es in Deutschland jetzt auch eine im Vergleich zu anderen Ländern eher ungewöhnliche Möglichkeit zum Schutz der Privatsphäre: So können Mieter und Hauseigentümer ab Montag über eine Funktion die Unkenntlichmachung ihres Hauses schon vor dem Start von Street View beantragen.
Meldefunktion zur Unkenntlichmachung
Die Funktion steht Anwohnern in den 20 Städten, in denen Street View zunächst freigeschaltet wird, bis zum 15. September zur Verfügung. Wer die Frist verstreichen lässt oder sich zunächst ein Bild machen möchte, wie sein Haus auf Street View aussieht, kann danach eine Meldefunktion für die Unkenntlichmachung des Wohnsitzes nutzen.
Die Funktion steht in Google Maps zur Verfügung. Das ist der Kartendienst des Suchmaschinenanbieters, über den Street View-Daten abrufbar sind. Wer eine Unkenntlichmachung nach der Frist einfordert, muss dazu das entsprechende Bild öffnen und auf "Ein Problem melden" klicken. Anschließend wird der Anwender aufgefordert, ein entsprechende Formular auszufüllen, das an Google weitergereicht wird
Kritik von Datenschützern
Zurzeit bereitet Google die Bilder für den Street View-Start in Deutschland auf. Dabei sichert der Anbieter auch zu, Gesichter oder Nummernschilder unkenntlich zu machen. Sollten dennoch Bilder veröffentlicht werden, auf denen Personen identifiziert werden können, kann auch hierfür die Meldefunktion zur Unkenntlichmachung genutzt werden.
Datenschützer üben trotz der Privatsphäre-Schutzfunktion, die Google aufgrund des Protestes einräumen musste, Kritik. Hamburgs Datenschutzbeauftragter Johannes Caspar beklagt etwa die schnelle Umsetzung: Erst am Freitag letzter Woche sei er über den Starttermin von Street View informiert worden, sagte Caspar dem Handelsblatt von Dienstag. Eine Bitte, den Dienst zu verschieben, sei abgelehnt worden.
Caspar sieht eine zu kurze Frist von nur vier Wochen, in der Forderungen zur Unkenntlichmachung vorab eingereicht werden können. Zudem sei unklar, wie Widersprüche, die schriftlich per Fax oder Brief bei Google eingehen, behandelt werden.
Links zum Thema
- Google Produkt-Kompass zu Street View
- Bericht des Handesblatt
- Google Streetview Einspruch
- Google Streetview Widerspruch

Dazu mal ein Kommentar aus dem Deutschlandfunk: Zitat: Nein, natürlich sind unsere Persönlichkeitsrechte eher an die Adresse, als an die Fassade gebunden. Und das einzelne Bild,...
bei all diesen kommentaren vermisse ich die skeptik gegenübenüber einer monopolmacht, wie sie derzeit schon aktuell von google ausgeübt wird. was mich besonders stört: warum muss der bürger einen einwand...
Streetview ala W.Busch (1882) http://img251.imageshack.us/img251/2517/busch.jpg »Warum soll ich nicht beim Gehen« - Sprach er - »in die Ferne sehen? Schön ist es auch...
Zitat: Hier würd ich schon mal ins Fenster gucken wollen: http://img651.imageshack.us/img651/4156/landstrae.jpg :) :) :) Hey, wo hast du her?...
Mit Google-SV 2.0 kann man dann bestimmt auch durch die Toreinfahrt fahren und kriegt dazu noch Livebilder, das wird toll, z.B. wenn ich an die Herbertstraße denke ;)