Privater Modus der Browser getestet
Studie: Porno-Modus schützt nur unzureichend
Einer Studie von Forschern der Stanford University zufolge schützt die als "Porno-Modus" bekannte Browser-Funktion die Privatsphäre der Nutzer nur unzureichend. Die Verfasser haben in den Webbrowsern Datenlecks entdeckt, mit denen Webseitenbetreiber das Surfverhalten des Nutzers offenlegen kann.

Die Wissenschaftler testeten dazu die aktuellen Versionen der vier verbreitetsten Browser Chrome, Safari, Firefox sowie den Internet Explorer. Webseiten, die ein SSL-Schlüsselpaar generieren oder ein selbst signiertes Zertifikat zur Installation anbieten, hinterlassen auch im privaten Modus Spuren, die auf die besuchten Webangebote schließen lassen.
Auch seien Zertifikate, die im normalen Modus installiert worden sind, im privaten Modus weiterhin sichtbar. Außerdem konnten die Forscher beim Mozilla-Browser Firefox anhand von seiten-spezifischen Einstellungen wie etwa den Ausnahmeregeln des Popup-Blockers Rückschlüsse auf die im privaten Modus besuchten Webseiten ziehen. Safari hingegen verwischt nur die lokale Spuren und zeigt im Internet weiterhin die gesamten Cookies an.
Aber auch in vielen Browser-Erweiterungen fanden die Forscher Datenlecks, über die man auf die besuchten Seiten schließen könne. So seien etwa die Hälfte der Firefox-Addons auf JavaScript-Basis gegenüber dem privaten Modus anfällig. 71 von den 100 populärsten Erweiterungen für Chrome speicherten sensible Daten auf die Festplatte, die für die Identität im Netz genutzt werden könnten.
Privater Modus häufig für Erotik-Webseiten eingesetzt
Um festzustellen, ob der Besucher den "Porno-Modus" seines Browsers aktiviert hat, präparierten die Wissenschaftler im Rahmen der Studie einige Werbeanzeigen, die sie in den Kategorien Geschenke, News und Erotikseiten schaltete. Es ist nicht weiter verwunderlich, dass laut den Forschern die meisten Anwender den privaten Modus beim Besuch von erotischen Webseiten nutzten.
