Der Kreativbranche fehlt bisher eine einheitliche Plattform zum schnellen Austausch.

Dribbble: Neues Netzwerk für kreative Menschen

Soziale Netzwerke sind ein integraler Bestandteil des Web 2.0 - sie gehören für den modernen Surfer dazu wie der Mauszeiger zum Betriebssystem. Der Erfolg von Facebook spielt dabei gegen die lokale Konkurrenz - Dienste wie StudiVZ aus Deutschland oder Orkut, populär in Indien und Brasilien, verlieren stetig Benutzer an die blaue Seite. Lediglich für spezialisierte Netzwerke scheint der Markt offen zu bleiben: LinkedIn und Xing richten sich vornehmlich an geschäftliche Anwender, für die Kreativbranche fehlt ein Pendant dazu.

Dribbble - Der neue Webdienst verbindet kreative Menschen und ihre Ideen in 120.000 Pixeln.
Der neue Webdienst verbindet kreative Menschen und ihre Ideen in 120.000 Pixeln.

Dribbble: Geschlossene Gesellschaft

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Hinter dem Dienst Dribbble stehen zwei Entwickler aus Massachusetts: Dan Cederholm und Rich Thornett haben im April die Beta-Version von Dribbble freigegeben und zunächst recht wenig Aufmerksamkeit erzeugt. Nur sehr wenige Nutzer haben sich in den ersten Wochen bei Dribbble registriert. Das hat sich geändert, als man mit neuen Zugängen sparsamer umging - heute bekommt man neue Accounts nur auf Einladung eines anderen Nutzers und mit Zustimmung der beiden leitenden Entwickler. Nach Aussage des Teams hilft das, eine hohe Qualität zu sichern und die Design-Plattform nicht mit allzu rasantem Wachstum zu überlasten. 

Natürlich gibt es schon andere Portale für Designer, doch der Ansatz von Dribbble ist wirklich neu: Im ersten Schritt fertigt der registrierte Nutzer einen Screenshot von dem Objekt an, an dem er gerade bastelt. Das ist zum Beispiel der Hintergrund einer Webseite, ein Logo oder ein Schriftzug für ein neues T-Shirt. Wichtig ist, dass das Bild genau 400 mal 300 Pixel groß ist - werden größere Dateien hochgeladen, kann der Anwender sie direkt auf der Seite skalieren oder einen Teil ausschneiden. Dribbble gibt die Beschränkung auf exakt 120.000 Pixel als ein wichtiges Merkmal an, um sich gegen konkurrierende Plattformen abzugrenzen. Das feste Format quetscht die unterschiedlichsten Entwürfe in einen einheitlichen Rahmen.

Bilddateien der Freunde überwachen

Zu jedem neuen Eintrag werden Tags vergeben. Sie sind aber nur eine Möglichkeit, Objekte auf Dribbble zu organisieren. Der eigentliche Erfolg in dem Projekt steckt in der gekonnten Mischung aus Facebook und Twitter: Im ersten Schritt kann jeder Benutzer Kommentare zu der Arbeit anderer Teilnehmer vergeben. Das erlaubt es, extrem schnell eine Rückmeldung anderer kreativer Menschen zu bekommen - das sorgt vielleicht für neue Ideen, kann bei Kritik aber auch verunsichern. Gelegentlich entbrennt um einzelne Einträge eine deftige Diskussion. Wer die Einträge eines anderen Dribbble-Nutzers mag, kann über den Like-Button seine Bewunderung dazu ausdrücken - einen Hate-Button gibt es bisher nicht.

Dribbble dient aber nicht nur dazu, sich Feedback zur eigenen Arbeit einzuholen, sondern hilft auch bei der Beobachtung der Ideen von Freunden. Objekte von Nutzern, die man in seiner Kontaktliste hinzugefügt hat, erscheinen wie abonnierte Tweets in einer Liste. Auf Wunsch können alle Anwender über den Reply-Button auf einen Eintrag antworten, falls die kreative Arbeit der Konkurrenz einen zu neuen Dingen inpiriert hat. Bei Dribbble dreht sich also alles um die Shots, die öffentlich bewertet und verfolgt werden.

Neue Plattform für kreative Personen

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Dribbble - Der neue Webdienst verbindet kreative Menschen und ihre Ideen in 120.000 Pixeln.
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Der neue Webdienst verbindet kreative Menschen und ihre Ideen in 120.000 Pixeln.

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Dribbble - Einträge bestehen aus einem Bild, das meist ein Screenshots ist und genau 400 mal 300 Pixel groß sein muss.
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Einträge bestehen aus einem Bild, das meist ein Screenshots ist und genau 400 mal 300 Pixel groß sein muss.

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Dribbble - Um die Community zu fördern, gibt es eine All-Stars-Bestenliste des Projekts.
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Um die Community zu fördern, gibt es eine All-Stars-Bestenliste des Projekts.

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Dribbble - Über Tags werden die einzelnen Einträge sehr effizient organisiert.
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Über Tags werden die einzelnen Einträge sehr effizient organisiert.

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Dribbble - Auf Wunsch zeigt die Suchfunktion nur Bilder mit einer bestimmten Farbe an.
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Auf Wunsch zeigt die Suchfunktion nur Bilder mit einer bestimmten Farbe an.

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Dribbble - Derzeit ist die Plattform eine geschlossene Gesellschaft - wie man zu einem Zugang kommt, erklärt die Dokumentation.
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Derzeit ist die Plattform eine geschlossene Gesellschaft - wie man zu einem Zugang kommt, erklärt die Dokumentation.


Suchfunktion, All-Stars und Newbies

Wer sich auf bei Dribbble nur ein wenig umschauen möchte, kann Einträge über die Suchleiste rechts oben finden. Die beliebtesten Tags werden rechts als Wolke angezeigt und lassen sich direkt anklicken. Praktisch ist, dass eine Farbleiste auch die Suche nach Objekten mit einem speziellen Ton anbietet. Bisher haben die Entwickler nur eine einzige Werbebox auf Dribbble platziert, die insgesamt wenig aggressiv wirkt und immer passende Produkte für die Kreativbranche vorstellt. Eine nette Funktion ist außerdem, dass Dribbble eine Bestenliste der Benutzer führt und diese öffentlich auf der Webseite präsentiert: Die Seite hinter dem Player-Reiter zeigt sowohl die Nutzer mit den insgesamt meisten Objekten auf Dribbble, als auch die neuen Mitglieder mit ihren Einträgen. So fördert der Dienst das Engagement aller Mitglieder.

Fazit

Gegenüber anderen Projekten im Bereich sozialer Netzwerke glänzt Dribbble durch die hohe Affinität zu der Zielgruppe: Es befriedigt das Grundbedürfnis kreativer Menschen, schon während der Arbeit ein Feedback zu den eigenen Ideen zu bekommen durch eine einfach bedienbare Plattform. Die geringe Komplexität nimmt neuen Teilnehmern die größten Hürden zum Einstieg, wäre da nicht die Anmeldung nur mit einer Einladung. Derzeit hat Dribbble etwa 4.000 Teilnehmer, die aber fast alle täglich neue Objekte einstellen. In den Staaten gibt es einen aufkeimenden Hype um das Projekt, sodass eine hohe Nutzerzahl schnell erreicht werden wird. Dribbble hat als erstes soziales Netz die Chance, zum wichtigsten Dienst der Kreativbranche zu avancieren.

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