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Soziales Netzwerk für die Hosentasche: HTC Wildfire im Test
Mit dem HTC Wildfire sollen Nutzer ihre Freunde immer mit dabei haben

von Jan Kluczniok Uhr veröffentlicht

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Mit dem Wildfire will HTC den Massenmarkt erobern. Deshalb ist das Smartphone nicht nur vergleichsweise günstig, sondern bietet auch mobilen Zugriff auf soziale Netzwerke und eine Empfehlungsfunktion für Applikationen. HTCs Teenie-Smartphone basiert dabei auf dem erfolgreichen Modell Desire.

Smartphones für alle: Mit dem Wildfire will HTC auch den Massenmarkt für Smartphones erobern.

Die jugendliche Zielgruppe wurde dabei schon früh in die Produktentwicklung einbezogen. Bei Facebook durften die Nutzer abstimmen, wie das neue HTC-Smartphone heißen soll. Dabei setzte sich der Name Wildfire vor Zeal, Jovi und Festi durch. Die anderen Namen hätten wohl auch etwas albern geklungen, dabei ist das Wildfire alles andere als ein albernes Spielgerät.

Verarbeitung: Solide und schick

In Punkto Verarbeitung macht das Wildfire eine gute Figur: Die Metalloberfläche wirkt edel und schützt das Mobiltelefon vor schnellen Kratzspuren. Durch polierte Kunststoff-Einlagen auf der Geräte-Rückseite liegt das Mobiltelefon zudem angenehm und sicher in der Hand.

Im Gegensatz zum großen Bruder Desire verfügt das Wildfire lediglich über ein LC-Display. Die Farben wirken daher weniger kräftig und leuchtend als auf anderen Displays. Dennoch ist die Anzeige klar und auch bei direkter Lichteinstrahlung oder Verschmutzung des Displays noch gut lesbar. Die Auflösung des 8,1 Zentimeter großen Bildschirms beträgt 240 mal 320 Pixel.

Performance: Kompromisse waren beim dem Preis zu erwarten

Während das Wildfire also dem Vorbild Desire in der Verarbeitung fast in nichts nachsteht, zeigen sich bei der Leistung deutliche Unterschiede. Wie zu erwarten, muss der Käufer in dieser Smartphone-Preisklasse gewisse Einschränkungen in Kauf nehmen. So arbeitet der 528 Megahertz-Prozessor nicht immer flott. Bis zum Start mancher Applikationen vergehen wenige Sekunden; wenn der Nutzer das Handy dreht, dauert es, bis sich der Bildschirm vom Hoch- auf das Querformat umstellt. Auch beim Starten des Mobiltelefons vergeht eine lange Zeit: Über eine Minute benötigte das Wildfire im Test, bis die PIN-Eingabe erschien.

Der Akku zeigte dagegen keine Schwächen: Hersteller HTC gibt eine Gesprächszeit zwischen sieben und acht Stunden sowie ein Standby-Zeit bis zu 690 Stunden an. Die Stromversorgung erfolgt dabei via Micro-USB-Kabel. Allerdings gab sich das Wildfire im Test nicht mit jedem USB-Port ab, so bemängelt es zum Beispiel zu geringe Stromlieferungen von einer SEG Stereoanlage.

Applikationen: Friendstream grenzt viele Freunde aus

Das Wildfire will soziale Netzwerke mobil machen. Die Applikation Friend Stream soll dabei helfen, die Informationen aus den verschiedenen Netzwerken für die Generation "always connected", wie HTC seine junge Zielgruppe bezeichnet, an einem Ort zu bündeln. Leider unterstützt die Applikation dabei nur Facebook, Twitter und den Fotodienst Flickr. Das gerade im deutschsprachigen Raum beliebte VZ-Netzwerk wird nicht unterstützt. Dieses oder andere Portale nachzurüsten, ist ebenfalls nicht möglich. Deshalb verliert Friend Stream gegenüber Sony Ericssons Timescape-Programm, das auch Unterstützung für die VZ-Netzwerke bietet.

  • Die solide Verarbeitung und edle Optik des HTC Wildfire überzeugt.
  • Die HTC eigene Oberfläche Sense sorgt für eine intuitive Bedienung. Betriebssystem ist ab Werk Android in der Version 2.1. Ein Update auf die Version 2.2 wird demnächst ausgeliefert.
  • Applikationen wie Friend Stream und Blitzlicht verdeutlichen die Ausrichtung auf eine junge Zielgruppe.
  • Trotz des eingebauten Trackpads ist der Touchscreen das Hauptbedienelement. Unterstützend stehen vier Sensortasten zur Verfügung.
  • Das HTC Wildfire verfügt über eine Micro-USB-Schnittstelle zum Laden des Akkus und zum Datentransfer.
  • An der Oberseite des Gerätes befinden sich der Kopfhörereingang sowie der An- und Ausschalter.
  • Die eingebaute fünf Megapixelkamera verfügt auch über eine Blitzlichtfunktion.
  • Der Akku des Wildfire lässt sich leicht wechseln.

Die Ausrichtung auf ein junges Publikum lässt sich auch an den vorinstallierten Applikationen erkennen. Programme wie Blitzlicht, das eine Taschenlampen-Funktion bereitstellt, gibt es auch in jedem Jamba Sparabo. Neben Blitzlicht finden sich vorinstalliert ein YouTube-Player, ein Twitter-Client, Unterstützung für Google Mail und Google Talk, ein Taschenrechner und ein Office-Paket. Nervig bei der Bedienung: Zum Start des Office Paketes muss zwangsläufig eine SD-Karte eingelegt werden, ansonsten verweigert das Programm seinen Dienst. Selbst Fotos können nicht ohne Karte gemacht werden - kein Wunder! Der Speicher ist mit eingebauten 512 Megabyte knapp bemessen. Per Speicherkarte lässt er sich auf 32 Gigabyte erweitern. Zudem kann mit dem vorinstallierten Office kein neues Dokument angelegt, sondern lediglich vorhandene Dateien betrachtet werden. Als Betriebssystem kommt auf dem Wildfire Android in der Version 2.1 zum Einsatz, ein Update auf die aktuelle Version 2.2 ist in Arbeit und wird noch in diesem Jahr nachgereicht. Für den großen Bruder Desire ist das Froyo Update sogar bereits verfügbar.

Bedienung: Trackball überflüssig, Touchscreen überzeugt

Die Bedienung erfolgt weitest gehend über den kapazitiven Touchscreen, als weiteres Bedienelement steht zudem noch ein Trackball im unteren Gehäuseteil zur Verfügung. Auf dieses Steuerungselement wurde im Test aber nur in seiner Funktion als Auslöser der Foto- und Videokamera zurückgegriffen. Die Steuerung erfolgt schneller und intuitiver über das Display, dafür sorgt auch HTCs eigene Benutzeroberfläche Sense.

Unter dem Display stehen vier Buttons zum Navigieren, Suchen sowie dem Aufrufen von Menüs oder dem Wechsel zur Startseite zur Verfügung. Diese vier Sensortasten unterstützen die Touchscreen-Steuerung sinnvoll, aber sie reagieren nicht immer sofort. Praktisch: Der Bildschirm unterstützt Multitouchgesten. So lassen sich Webseiten im Browser bequem mit zwei Fingern vergrößern oder verkleinern. Bis auf Tasten zur Lautstärkeregelung und zum An- und Auschalten des Gerätes befinden sich keine weiteren Tasten, etwa zur Steuerung der Musikwiedergabe, am Gehäuse.

Multimedia: Schwache Kamera, schwacher Sound

Das Fehlen von Multimedia-Tasten lässt es bereits vermuten - das Wildfire ist alles andere als ein Multimedia-Smartphone: Sowohl die eingebaute Kamera, als auch der Lautsprecher können nicht überzeugen. Die Kamerabilder wirken leicht unscharf, der Lautsprecher "scheppert" bei der Musikwiedergabe. Einen wesentlich besseren Klang liefern die beiliegenden Kopfhörer, mit denen auch der Empfang von Radioprogrammen problemlos möglich ist.

Die eingebaute fünf Megapixel Kamera kann trotz Blitzfunktion nicht voll überzeugen.

Ebenfalls positiv: Im Gegensatz zu anderen Herstellern ermöglicht HTC den Zugriff auf Videos, Musik und Kamerabilder via USB-Verbindung ohne das zusätzliche Software installiert werden muss. Schließt der Nutzer das Gerät an den USB-Port seines Rechners an, kann er zwischen den Optionen "Nur Akku laden", "Synchronisieren" und "als Festplatte anzeigen" wählen. Lediglich für den Synchronisiationsvorgang, der Kontakt und Kalenderdaten abgleicht, wird die Software HTC Sync benötigt.

Weitere Funktionen: Umfangreiche Ausstattung

Die weiteren Ausstattungsmerkmale des HTC Wildfire lassen keine Wünsche übrig: Es unterstützt WLAN, lässt sich via USB zum Modem umfunktionieren und hat auch eine Bluetooth-Schnittstelle verbaut. Die interne GPS-Antenne ermöglicht zudem einfache Navigationsanwendungen. Vorinstalliert sind bereits Google Maps und das HTC Programm Footprints. Eine weitere Anwendung ermöglicht zudem, Freunde schnell auf interessante Applikationen im Android Market aufmerksam zu machen.

Mit 118 Gramm ist das Gerät zudem angenehm leicht und passt auch bequem in jede Hosentasche. Allerdings funktioniert die Weckfunktion nicht bei ausgeschaltetem Gerät.

Fazit: Einsteiger-Smartphone mit Schwächen

Das Wildfire ist ein Smartphone für Einsteiger, für die meisten Käufer dürfte es sogar das erste Smartphone überhaupt sein, das sie in den Händen halten. Keine schlechte Wahl, denn das Gerät überzeugt in Punkto Verarbeitung und Bedienung. Die "Friend Stream"-Applikation ist ebenfalls nett, kann es in Sachen Funktionalität aber nicht mit Sony Ericsson Timescape aufnehmen. Wer aber lediglich Anrufe tätigen, SMS schreiben, unterwegs E-Mails abrufen und im Internet surfen will, ist mit dem Wildfire von HTC gut bedient. Allerdings müssen Käufer bei der Performance und den Multimedia-Funktionen Abstriche machen, was in dieser Preisklasse jedoch nicht verwunderlich ist.

Das Wildfire ist seit Juni in Deutschland für 279 Euro (unverbindliche Preisempfehlung) erhältlich.

Kommentare zu diesem Artikel

Mit dem Wildfire will HTC eine junge Zielgruppe für Smartphones begeistern. Zu einem vergleichsweise günstigen Preis von 270 Euro soll das Wildfire Facebook, Twitter und Co. integrieren und bequemen Zugriff auf das Internet auch unterwegs ermöglichen.

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  • Jan K. schrieb Uhr
    AW: Soziales Netzwerk für die Hosentasche: HTC Wildfire im Test

    @Ümpfenpfrümpf: Absolut richtig. Wird gleich behoben. Danke für den Hinweis.

    ---------- Doppelpost zusammengeführt am 12.08.2010 um 09:56 ----------

    Guten Tag,

    also ich hab bzw. ich muss sagen ich HATTE das Gerät - bis heute. Den Test kann ich soweit bestätigen, was die Arbeitsgeschwindigkeit angeht, nunja ich konnte keine längeren "Pausen" feststellen, liegt wohl daran das ich noch kein Desire in der Hand hatte ;) Alles in allem find ich es wirklich ein schickes, sehr gut verarbeitet - davon war ich besonders positiv angetan. Was mich schlussendlich doch dazu bewegt hat es zurück zu schicken war der schlechte Empfang. Entweder hatte ich ein "Montagsgerät" oder das iPhone 4 hat einen "würdigen" Nachfolger und ist nicht das einzige Smartphone mit Empfangsproblemen. Ich nutze schon sehr lang das O2 Netz, auch mit verschiedenen Handys. Ich hab es nun mit 3 verschiedenen Geräten getestet, einem älteren Nokia, dem Samsung S5230 meiner Freundin und selbst mit dem iPhone 3GS meines Kumpels. Niemals hatte ich - egal wo in der Wohnung - auch nur einen "Balken" weniger aufm Display. Ich hatte mit allen 3 Geräten vollen Empfang, egal ob ich das Gerät in der Hand habe oder nicht. Im Vergleich dazu war das Ergebnis mit dem Wildfire eine Katastrophe. Lass ich das Gerät aufm Tisch liegen bekomme ich 2/4 - ab und an auch mal 3/4 "Balken" (habs 4 Tage getestet, 4/4 hatte ich nie). Richtig schlecht wirds aber erst nehme ich es in die Hand - 1/4 ... bäm 0/4 aus die Maus - egal "wie" ich es in der Hand nehme. Karte wieder ins iPhone und vollen Empfang.

    Nun ja, vielleicht habt ihr die Empfangsqualität auch gemessen? Steht zumindest nichts im Artikel. Für mich war dies der Grund das Gerät erstmal zurück zu schicken und zu tauschen. Sollte dies wieder auftreten gebe ich es ganz zurück.

    Im Test konnte ich keine Auffälligkeiten feststellen. Beim nächsten HTC Gerät habe ich aber noch einmal genauer ein Auge drauf.

    Und den Nokia / Sony Ericsson Fehler behebe ich gleich. Vielen Dank an Ümpfenpfrümpf für den Hinweis.
  • itanum schrieb Uhr
    AW: Soziales Netzwerk für die Hosentasche: HTC Wildfire im Test

    Hmmm, ich tippe mal darauf, dass du ein ausgesprochenes Montags-Gerät hattest. Ich fahre seit rund 6 Jahren gut mit den HTC-Smartphones. Falls doch was aufgtritt, gibt es ja eine Garantie. Der Preis des Wildfire gegenüber den EiPhones ist schon fast lächerlich, bei dem was er bietet.
  • Localhorst schrieb Uhr
    AW: Soziales Netzwerk für die Hosentasche: HTC Wildfire im Test

    Guten Tag, also ich hab bzw. ich muss sagen ich HATTE das Gerät - bis heute. Den Test kann ich soweit bestätigen, was die Arbeitsgeschwindigkeit angeht, nunja ich konnte keine längeren "Pausen" feststellen, liegt wohl daran das ich noch kein Desire in der Hand hatte ;) Alles in allem find ich es wirklich ein schickes, sehr gut verarbeitet - davon war ich besonders positiv angetan. Was mich schlussendlich doch dazu bewegt hat es zurück zu schicken war der schlechte Empfang. Entweder hatte ich ein "Montagsgerät" oder das iPhone 4 hat einen "würdigen" Nachfolger und ist nicht das einzige Smartphone mit Empfangsproblemen. Ich nutze schon sehr lang das O2 Netz, auch mit verschiedenen Handys. Ich hab es nun mit 3 verschiedenen Geräten getestet, einem älteren Nokia, dem Samsung S5230 meiner Freundin und selbst mit dem iPhone 3GS meines Kumpels. Niemals hatte ich - egal wo in der Wohnung - auch nur einen "Balken" weniger aufm Display. Ich hatte mit allen 3 Geräten vollen Empfang, egal ob ich das Gerät in der Hand habe oder nicht. Im Vergleich dazu war das Ergebnis mit dem Wildfire eine Katastrophe. Lass ich das Gerät aufm Tisch liegen bekomme ich 2/4 - ab und an auch mal 3/4 "Balken" (habs 4 Tage getestet, 4/4 hatte ich nie). Richtig schlecht wirds aber erst nehme ich es in die Hand - 1/4 ... bäm 0/4 aus die Maus - egal "wie" ich es in der Hand nehme. Karte wieder ins iPhone und vollen Empfang. Nun ja, vielleicht habt ihr die Empfangsqualität auch gemessen? Steht zumindest nichts im Artikel. Für mich war dies der Grund das Gerät erstmal zurück zu schicken und zu tauschen. Sollte dies wieder auftreten gebe ich es ganz zurück.
  • Ümpfenpfrümpf schrieb Uhr
    AW: Soziales Netzwerk für die Hosentasche: HTC Wildfire im Test

    "Deshalb verliert Friend Stream gegenüber Nokias Timescape-Programm, das auch Unterstützung für die VZ-Netzwerke bietet." Timescape ist eine Anwendung von SonyEricsson.
Preis Handy

Beim dem angezeigten Preis handelt es sich um einen umgerechneten Euro-Wert. Die Preisangabe basiert auf Medienberichten. Eine unverbindliche Preisempfehlung von BlackBerry gibt es noch nicht.

circa 580 Euro

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Soziales Netzwerk für die Hosentasche: HTC Wildfire im Test
Soziales Netzwerk für die Hosentasche: HTC Wildfire im Test
Mit dem Wildfire will HTC eine junge Zielgruppe für Smartphones begeistern. Zu einem vergleichsweise günstigen Preis von 270 Euro soll das Wildfire Facebook, Twitter und Co. integrieren und bequemen Zugriff auf das Internet auch unterwegs ermöglichen..
http://www.netzwelt.de/news/83634-soziales-netzwerk-hosentasche-htc-wildfire-test.html
2010-08-11 15:58:35
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