Genialer Klang, komplizierte Bedienung
Yamaha RX-V 2065: 1.100-Euro-AV-Receiver im Test
Kann Yamaha seinem hervorragenden Ruf bei AV-Receivern auch mit dem 1.100 Euro teuren RX-V 2065 gerecht werden? Der netzwelt-Test zeigt: beim Klang auf jeden Fall. Bei der Bedienung und der Videoverarbeitung bekleckert sich der Bolide allerdings nicht gerade mit Ruhm.

Inhaltsverzeichnis
- 1Ausstattung: Mittelprächtig
- 2Handhabung: Viel zu umständlich
- 3Hörtest: Wow!
- 4Fazit: Receiver für Klangpuristen
Ausstattung: Mittelprächtig
Mit fünf HDMI-Eingängen, vier hinten, einer vorne, sowie zwei -Ausgängen lässt der Yamaha keine Wünsche offen: Hier finden auch ausgedehnte HD-Geräteparks genügend Anschlussmöglichkeiten. Bemerkenswert: Beide HDMI-Ausgänge können gleichzeitig aktiv sein und so Fernseher und Projektor synchron mit dem Bildsignal versorgen. Darüber hinaus ermöglicht Yamaha sogar ein getrenntes Lip-Sync für beide Ausgänge, was auch für den analogen YUV-Ausgang gilt.

Bildsignale, die über HDMI eingespeist werden, leitet der RX-V 2065 unverändert an die Ausgänge weiter. Analoge Videosignale kann er hingegen in Vollbilder verwandeln und bis zu 1080p hochskalieren. Leider funktioniert das De-Interlacing des Yamaha aber nicht besonders gut – die Bilder tendieren sowohl bei 576i als auch bei 1080i zum Flimmern. Die Filmmode-Erkennung zeigt keine erkennbare Wirkung – eine schwache Vorstellung für einen Receiver dieser Preisklasse. Auf der Habenseite kann der Yamaha einen Netzwerk-Anschluss verbuchen, über den man Musik von PC-Servern mit Windows Media Player 11 sowie Internet-Radio-Stationen abspielen kann. Zudem besteht die Möglichkeit, weitere Tondateien über den USB-Anschluss von entsprechenden Speichermedien wiederzugeben. Auf der Rückseite steht zudem die sogenannte „Dock“-Buchse bereit, an ihr kann man eine Docking Station für den iPod oder einen Bluetooth-Empfänger anschließen – beides befindet sich jedoch nicht im Lieferumfang.
Handhabung: Viel zu umständlich
Bei der Bedienung haben die Yamaha-Ingenieure im Vergleich mit dem Vorgängermodell sehr viel verändert – leider nicht immer zum Vorteil. Es müssen beispielsweise fünf Tasten gedrückt werden, um ins Setup-Menü zu gelangen. Mindestens genauso schlimm empfindet netzwelt die Tatsache, dass sich die meisten Funktionen nicht intuitiv erschließen, sondern erst nach dem Studium der Bedienungsanleitung. Hinzu kommt noch, dass sich die vielen Eingangsbuchsen nicht beliebig einem Eingangsspeicher mit eingängiger Bezeichnung zuordnen lassen – auch das ist nicht zeitgemäß in der 1.000-Euro-Liga. Dafür stehen immerhin vier „Scene“-Speicher mit den Namen „BD/DVD“, „TV“, „CD“ und „Radio“ zur Verfügung, die beliebige Kombinationen von Eingangsbuchsen und Wiedergabeverfahren akzeptieren. An der Gerätefront und auf der Fernbedienung verfügen alle vier Speicher über eigene Abruftasten.


Zusätzlich gibt es – typisch Yamaha – zahlreiche Soundfeld-Programme in hoher Klangqualität. Das zuverlässige Einmesssystem namens „YPAO“ stellt auf Wunsch Boxengröße, Pegel und Entfernung automatisch ein. Ein Equalizer sorgt dafür, dass man die Lautsprecher noch weiter optimieren kann.
