Möglicher Präzedenzfall

Blackberry: Saudi-Arabien darf mitlesen

Research in Motion (RIM) lenkt im Streit um das Blackberry in Saudi-Arabien ein. Künftig soll die Regierung die verschlüsselten Nachrichtendienste des Smartphone-Herstellers einsehen dürfen. Die Entscheidung könnte dazu führen, dass weitere Länder die gleichen Forderungen stellen.

Nein, nicht das neue Blackberry-Handy, sondern das Bold 9650. Im Gegensatz zu diesem Modell soll das noch in diesem Jahr erscheinende RIM-Mobiltelefon nicht per Trackpad, sondern per Touchscreen zu bedienen sein. Bild: RIM
Research in Motion erzielt möglicherweise eine Einigung mit Saudi-Arabien.
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Das kanadische Unternehmen bietet seinen Kunden als einziger Smartphone-Hersteller eine sichere Verbindung für E-Mails und den integrierten Messenger auf dem Blackberry an. Dabei werden die Daten auf den hauseigenen Servern in Großbritannien und Kanada gespeichert und ohne Zwischenstation verschlüsselt an die Empfänger gesendet.

Einige Länder sehen darin eine Bedrohung und fordern, dass RIM aus Gründen der nationalen Sicherheit eine Überwachung des Nachrichtenverkehrs zulässt. Sonst könnten Kriminelle und Terroristen die Funktionen auf den Business-Handys dazu nutzen, um sich einer Verfolgung zu entziehen.

Saudi-Arabien hatte dem Hersteller damit gedroht, die Internetdienste der Blackberry-Geräte schon am Freitag zu sperren. RIM hatte sich bislang dagegen gewehrt, einigen Ländern Sonderrechte einzuräumen und die Sicherheitsvorkehrungen zu vermindern.

Öffnung der Dienste in 48 Stunden

Wie nun ein Vertreter der saudi-arabischen Regierung der Nachrichtenagentur Reuters mitteilte, soll das Unternehmen zusammen mit den nationalen Mobilfunkbetreibern einen Kompromiss gefunden haben. So soll der Smartphone-Hersteller drei Server in dem Land installieren, um den Behörden in gewissem Umfang Zugang zu gewähren.

Die saudi-arabische Kommission für Kommunikations- und Informationstechnologie (CITC) habe angeordnet, in den nächsten 48 Stunden "die vorgeschlagenen Lösungen zu testen und die gewünschten behördlichen Anforderungen zu erfüllen". Die Behörde erklärte nicht, worin diese Anforderungen bestehen.

Möglicher Präzedenzfall

Die Öffnung der verschlüsselten Daten für Saudi-Arabien könnte sich für weitere Länder als Präzedenzfall erweisen. Die vereinigten Arabischen Emirate stellten bereits ähnliche Forderungen. Indien und Indonesion drohten ebenfalls mit einer Abschaltung der Dienste. In der Türkei prüft bereits eine Kommission, ob das Blackberry eine Gefahr für die nationale Sicherheit darstellt.

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