Ariane 5 bringt erfolgreich Satelliten ins Weltall
Afrika: Satelliten sollen Lücken in der Telekommunikation schließen
Die europäische Weltraum-Rakete Ariane 5 ist erfolgreich vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana zu ihrem 196sten Flug aufgebrochen. Dabei transportiert sie zwei Satelliten ins All, die die Telekommunikations-Infrastruktur des afrikanischen Kontinents ausbauen soll. Der Ausbau ist notwendig, da insbesondere der Mobilfunk in der Region boomt.

Der Satellit Nilesat-201 soll dabei die bereits aus zwei Satelliten bestehende Konstellation des ägyptischen Betreibers Nilesat ergänzen und Kapazitäten für zusätzliche Dienste für den Nahen Osten und Nordafrika bereitstellen. RASCOM-QAF1R, der Satellit des afrikanischen Betreibers RascomStar, ersetzt dagegen ein älteres Satellitenmodell und stellt grundlegende Telekommunikationsdienstleistungen für den gesamten afrikanischen Kontinent bereit.
Dabei sollen auch entlegene Regionen mit dem neuen Satelliten erschlossen werden. Insgesamt werden über den RASCOM-QAF1R 45 afrikanische Staaten sowie Teile von Europa und des mittleren Ostens beliefert werden können. Es ist der bislang stärkste Satellit, der Dienste für den afrikanischen Kontinent bereitstellt.
Telekommunikation boomt in Entwicklungs- und Schwellenländern
Neben einen besseren Zugang zu Nachrichten-, Unterhaltungs- und Telekommunikationsangeboten, erhofft sich die International Telecommuncation Union (ITU), eine UN-Behörde, von der verbesserten Satelliteninfrastruktur auch die Chance, entlegene Regionen mit Bildung und medzinischen Know-How via E-Learning-Angeboten zu versorgen.
Der Telekommunikationssektor wächst vor allem in Schwellen- und Entwicklungsländern rasant. Angaben der ITU zufolge besitzt hier bereits rund die Hälfte der Bevölkerung einen Mobilfunk-Anschluss. Dies gelte vor allem auch für ländliche Gegenden, in denen es kein Festnetz gibt. "In Entwicklungsländern ersetzen Handys häufig die Infrastruktur, etwa für Bankgeschäfte - damit nutzen die Bewohner das Mobiltelefon oft innovativer als wir in Europa", erklärt René Schuster vom deutschen Branchenverband Bitkom die wachsende Verbreitung in diesen Ländern.
Links zum Thema
- Meldung des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums (Quelle)
- Bitkom Meldung (Quelle)
- Meldung der International Telecommunication Unit (Quelle)
