Michael Lazaridis wehrt sich mit scharfen Worten gegen Sperrungen der BlackBery-Dienste
RIM-Chef: Wer BlackBerry-Dienste sperrt, versteht das Internet nicht
Michael Lazaridis, Mitbegründer von BlackBerry-Hersteller Research in Motion (RIM), hat in einem Interview die Forderungen einiger Staaten nach Zugriff auf die verschlüsselten Daten des BlackBerry-Systems scharf zurückgewiesen. Unterdessen blockiert Saudi Arabien ab heute die Nutzung des BlackBerry Messenger-Dienstes.
Die Regierungen dieser Staaten verstünden nicht, wie das Internet funktioniert und wenn sie nicht damit umgehen könnten, sollten sie es besser abschalten, sagte Lazaridis der US-amerikanischen Zeitung Wall Street Journal. Es gehe in der Angelegenheit nicht allein um die BlackBerry-Dienste, viel mehr sei das gesamte Internet betroffen. Schließlich würden Daten nicht nur bei RIM verschlüsselt übertragen, sondern auch in vielen anderen Internet-Diensten. Es sei auch eine Aufgabe von RIM den jeweiligen Verhandlungspartnern die Funktionsweise des Internets zu vermitteln, schließlich hätten in diesen Ländern viele Menschen keine akademische Ausbildung in der Informationstechnik, fuhr Lazaridis fort.
Verschlüsselung ist das Markenzeichen von BlackBerry
Der Mitbegründer von Research in Motion betonte zudem noch einmal, dass sein Unternehmen noch nie ein Sonderabkommen mit irgendeiner Regierung getroffen habe. Vielmehr seien die hohen Sicherheitsstandards das Markenzeichen von BlackBerry-Geräten und der Grund, warum die Geräte so erfolgreich seien. Unterdessen setzt das kanadische Unternehmen Gespräche mit der Regierung von Saudi Arabien fort. Insider berichten, dass sich möglicherweise schon bald eine für beide Seiten akzeptable Lösung abzeichnet.
Das Königreich Saudi Arabien ist das erste Land, dass einen Teil der BlackBerry-Dienste blockiert. Ab heute (6. August) steht BlackBerry-Kunden hier die Messenger-Funktion der Smartphones nicht mehr zur Verfügung. Die Vereinigten Arabischen Emirate wollen im Oktober alle BlackBerry-Dienste aussetzen. Beide Staaten begründen den Schritt damit, dass sie durch die Möglichkeit ihrer Bürger zur verschlüsselten Kommunikation die nationale Sicherheit gefährdet sehen. So könnten Terroristen die Dienste für Absprachen missbrauchen.
Weitere Staaten melden Bedenken an
Neben den beiden arabischen Ländern haben auch Indien und China Bedenken gegenüber den BlackBerry-Dienste angemeldet. Gerüchten zufolge soll RIM Indien daraufhin einen unverschlüsselten Zugriff auf die Daten eingeräumt haben, was das Unternehmen dementiert. Im Internet kursieren zudem Gerüchte, auch Indonesien und der Libanon denken über eine Sperrung der Dienste nach. Die indonesische Regierung bestätigte nur, dass sie RIM angeboten habe, ein Datenzentrum in Indonesien zu bauen, um eine Umleitung der Daten über die kanadischen Server des Unternehmens überflüssig zu machen.
Der Streit um die Sperrung der Dienste kommt für das kanadische Unternehmen denkbar ungünstig. Anfang der Woche hatte die Firma sein neues BlackBerry Modell mit Touchscreen und Tastatur vorgestellt, mit dem RIM zumindest technisch wieder mit Marktführer Apple gleich ziehen will.


Internet-basierte Anwendungen auf dem Blackberry stehen in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten kurz vor dem Aus. Beide Länder kündigen umfangreiche Sperrungen an, da die Datenübertragung der Smartphones eine mögliche Bedrohung für die nationale Sicherheit seien.
Research in Motion (RIM) lenkt im Streit um das Blackberry in Saudi-Arabien ein. Künftig soll die Regierung die verschlüsselten Nachrichtendienste des Smartphone-Herstellers einsehen dürfen. Die Entscheidung könnte dazu führen, dass weitere Länder die gleichen Forderungen stellen.
Die indische Regierung will die BlackBerry-Dienste Anfang September verbieten, wenn Sie keinen Zugang zu den verschlüsselt übertragenen Daten erhält. Skype und Google droht ein ähnliches Schicksal.
Research in Motion hat ein Verbot seiner BlackBerry Smartphones in Indien abgewendet. Die indische Regierung will zwei Monate lang die eingeräumten Überwachungsmöglichkeiten prüfen, stellt zugleich aber neue Forderungen. Diesmal auch an Google und Skype.
Die BlackBerry-Dienste werden in den Vereinigten Arabischen Emiraten nicht verboten. Das teilten die staatlichen Behörden mit. Nutzer und Netzbetreiber zeigen sich erleichtert.
Bei der US-Regulierungsbehörde sind Bilder und Daten zum bislang noch nicht offiziell vorgestellten Blackberry 8980 aufgetaucht. Das Gerät könnte das Curve 8900 ersetzen.
Die indonesische Regierung kann einen Erfolg verzeichnen: RIM gibt nach und arbeitet an einem Filter, der Internetseiten in Indonesien mit pornografischen Inhalten blockieren soll. Dies ist das erste Mal, dass der BlackBerry-Hersteller einen Internet-Filter einsetzen wird.




