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Im Interview: Ralf S. Engelschall - der deutsche Open-Source-Guru Netzwelt spricht mit dem Spezialisten für Open-Source-Projekte in Deutschland

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Linus Torvalds ist als Urheber des freien Betriebssystems Linux weltweit bekannt geworden. Auch Richard Stallmann, Gründer des GNU-Projekts, hat es zu Ruhm gebracht. Auch in Deutschland gibt es weltbekannte Open-Source-Experten, die meist aber eher im Verborgenen arbeiten. Netzwelt hat mich Herrn Engelschall gesprochen, dem deutsche Open-Source-Guru schlechthin.

Ralf S. Engelschall ist Diplom-Informatiker und zertifizierter Projekt-Manager. Er ist 37 Jahre, verheiratet und hat drei Kinder. Seit knapp 20 Jahren ist er in der Open-Source Software Welt sowohl als Projektgründer als auch Software-Entwickler tätig. Seine bekanntesten Open-Source Projekte sind mod_ssl, OpenSSL, OpenPKG und RPM5. Er ist auch Gründungsmitglied der Apache Software Foundation, jahrzehntelanger Committer bei FreeBSD und hat auch Produkte für das GNU Projekt FSF entwickelt.

Ralf S. Engelschall: Project Manager, Computer Scientist, Solution Engineer und Software Artist - so sieht er sich selbst. (Quelle: Private Webseite)

Netzwelt: Schön, dass Sie sich Zeit für ein Interview mit Netzwelt nehmen. Sie sind definitiv der bekannteste Entwickler freier Software aus Deutschland. Kommen Sie in Ihrer Freizeit noch ohne den Rechner aus? Was fasziniert Sie an freier Software besonders?

Engelschall: Bitte definieren Sie zuerst das mir unbekannte Konzept Freizeit (lacht). Nein, im Ernst: ich habe vor knapp 20 Jahren mein Hobby zum Beruf gemacht und seither ist es in der Tat sowohl ein Segen als auch ein Fluch. Ein Segen, denn ich habe auch nach 20 Jahren immer noch beruflich mit dem zu tun, was mich seit jeher am meisten fasziniert: Software! Aber es ist auch ein Fluch, denn ich arbeite privat an fast den selben Dingen weiter und der Übergang zwischen Beruf und Freizeit ist nicht nur fließend, sondern manchmal gar nicht vorhanden. Wahrscheinlich würde ich persönlich es im nächsten Leben trotzdem wieder genauso machen - weil ich einfach nicht anders kann. Trotzdem rate ich jedem davon ab - auch meinen eigenen Kindern. Ich sitze nämlich im Durchschnitt 6,5 Tage die Woche 12 Stunden vor dem Rechner.

Freie Software hat mich schon zu Beginn meines Informatik-Studiums sehr fasziniert. Der Grund ist ganz einfach: erstens profitiert man von der Arbeit anderer und andere profitieren von der eigenen Arbeit - es ist also ein wunderbares Geben und Nehmen. Zweitens kann man sich gleichzeitig beweisen und erhält Anerkennung für die eigenen Ergebnisse. Tja, die einen betreiben eine Sportart um sich zu beweisen, andere entwickeln stattdessen Freie Software.

Netzwelt: Ihr Engagement für freie Software bildet in Deutschland aber eher die Ausnahme. Die großen Persönlichkeiten der Open-Source-Szene kommen aus den Vereinigten Staaten und entwickeln dort innovative Projekte. Was Sie die Gründe für den Rückstand?

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Markus Franz
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