Ehemalige Footballprofis beklagen unrechtmäßige Nutzung ihrer virtuellen Abbilder
Sammelklage: 6.000 Footballspieler fordern Schadensersatz von Electronic Arts
Spielehersteller Electronic Arts (EA) droht Ärger. 6.000 ehemalige Profi-Footballspieler haben eine Sammelklage gegen das Unternehmen eingereicht. EA soll in seinem Spiel "Madden NFL 2009" virtuelle Abbilder der Spieler ohne Genehmigung verwendet haben, berichtet die englischsprachige Spielewebseite Ign.com

Bei den Spielern handelt es sich um Profi-Spieler, deren aktive Karriere zum Teil Jahrzehnte zurückliegt, denn für die aktuellen Spieler besitzt Electronic Arts eine NFL-Lizenz zur Verwendung der Originalnamen, Trikots und Vereinslogos. EA bietet jedoch im Spiel auch die Möglichkeit mit so genannten historischen Teams anzutreten. Um hierfür keine Lizenzgebühren zahlen zu müssen, baute EA virtueller Abbilder der damaligen Spieler, schickte sie aber mit veränderten Namen und Rückennummer aufs Feld, so lautet der Vorwurf der Anklage.
Editor ermöglicht Anpassung der letzten Details
Die Anklageschrift führt dazu als Beispiel eine Reihe von Spielern auf und vergleicht die Daten der virtuellen Abbilder mit denen der realen Personen. Position, Alter, Größe und Gewicht stimmen hier bis auf kleinere Rundungsfehler haargenau überein. Name und Rückennummer könnten zudem vom Spieler mit dem mitgelieferten Editor schnell angepasst werden. EA habe daher wissentlich und mit Absicht die Persönlichkeitsrechte der früheren Profis verletzt, erklärte der Sprecher der Klagegemeinschaft, Toni Davis, der in den 1970ern als Running Back für mehrere NFL-Teams auflief. Als Entschädigung fordern die Spieler insgesamt fünf Millionen US-Dollar. Der Spielehersteller selbst wollte sich gegenüber Ign.com nicht zu den Vorwürfen äußern.
