Helmut Hoffer von Ankershoffen erklärt seinen Tablet-PC
WeTab-Papst im Interview: "Wir sind äußerst konkurrenzfähig"
Mit der Ankündigung des WePads - einem Tablet-Computer auf Linux-Basis - landete die Neofonie GmbH vor Kurzem einen Medien-Coup. Der später auf den Namen WeTab unbenannte iPad-Konkurrent wurde von den Medien erst gefeiert. Nach einer verpatzten Pressekonferenz wurde es etwas still um das Produkt. Im netzwelt-Interview spricht Neofonie-Geschäftsführer Helmut Hoffer von Ankershoffen unter anderem über die Markteinführung des WeTab und technische Details.

netzwelt: Herzlichen Dank, dass Sie sich Zeit für ein Gespräch mit netzwelt nehmen. Neofonie hat mit der Ankündigung des WeTab einige Aufmerksamkeit erzeugt - woher kam die Idee für ein eigenes Tablet? Immerhin ist ihr Haus doch eher auf Software als auf eigene Hardware konzentriert.
von Ankershoffen: Die Neofonie GmbH hat zusammen mit der Münchner 4tiitoo AG die WeTab GmbH als Joint Venture gestartet. 4tiitoo arbeitet seit drei Jahren an dem WeTab Betriebssystem. Vor zwölf Jahren als Ausgründung der Technischen Universität Berlin gestartet, betreuen die Neofonie GmbH und ihre Tochterfirmen heute insbesondere Verlagskunden und Online-Unternehmen mit den Schwerpunkten auf Search, Social Media, Mobile, Content Management und E-Publishing.
Produkte wie WeFind und die WeMagazine E-Publishing Open Plattform fließen in die Entwicklung des WeTab-Ökosystems ein. Mit dem WeTab bieten wir Verlagen eine relevante Plattform zur Publikation von Paid Content und Endnutzern ein Gerät das Spaß macht und gleichzeitig produktiv als Ersatz für ein Netbook eingesetzt werden kann. Die Hardware wird von einem Auftragsfertiger in Asien gemäß unseren Anforderungen hergestellt.
netzwelt: Bitte erklären Sie uns doch, wie es zur blamablen Pressekonferenz im April kam. Haben Ihre PR-Berater Sie nicht gewarnt, dass die Blogsphäre beim WeTab sehr genau hinsehen wird? Sie hätten der versammelten Presse auch sagen können, dass es sich beim Gerät um ein Vorführmodell mit Windows handelt.
von Ankershoffen: Leider hing das gezeigte WeTab Vorseriengerät wegen unabsehbarer Probleme mehrere Tage beim Zoll fest und erreichte uns erst sehr kurz vor der Pressekonferenz, sodass wir das WeTab OS nicht mehr rechtzeitig aufspielen konnten. Als Notlösung haben wir ein vorher aufgezeichnetes Video des WeTab OS im Windows Media Player abgespielt. Eine ältere Generation des Geräts inklusive WeTab OS wollten wir wegen den unterschiedlichen Gehäusedesigns nicht in die Kameras halten.
Netzwelt: Wie weit ist denn die Entwicklung des Betriebssystems WeTab OS gekommen? Das System basiert nach Ihren Angaben auf einem Linux-Kernel. Wie stark wurde es für das Tablet angepasst? Läufe es im Test schon dauerhaft stabil?
von Ankershoffen: Das Betriebssystem WeTab OS ist tatsächlich Linux-basiert. Das Betriebssystem und die Touch-fähige Oberfläche wurden an die Anforderungen eines Tablet Computers angepasst. Es läuft hervorragend, wir freuen uns auf die Massenmarktverfügbarkeit Mitte September.
netzwelt: Im WeTab OS steckt ja einiges an Arbeit - man mag kaum glauben, dass Sie sich die Mühe nur für ein einziges Gerät machen. Gibt es Pläne, WeTab OS auch für andere Geräte freizugeben? Es könnte anderen Herstellern doch auch gefallen und wenn es auf mehr Tablets läuft, gibt das dem Projekt weiteren Auftrieb - oder?
von Ankershoffen: Wir haben nichts dagegen, wenn das WeTab OS auch auf anderen Geräten läuft. Das liegt allerdings gerade nicht unserem Fokus. Wir konzentrieren gerade alle Kräfte darauf, im September mit dem WeTab einen einzigartigen Tablet Computer auf den Markt zu bringen.

netzwelt: Das WeTab soll ja einen sogenannten Meta-Store integrieren, der die Stores von Drittanbietern integriert. Welche Stores haben Sie hier eingebunden? Laufen auf dem Tablet wirklich native Anwendungen zusammen mit Java-Software und Android-Apps? Auch die Adobe-Runtime AIR soll ja auf dem WeTab vorhanden sein.
von Ankershoffen: Ja, neben Standard Linux Apps in beispielsweise C/C++ oder Python laufen auch Java, Adobe AIR und Android Apps. Um die Android Plattform zu integrieren haben wir entsprechend den Linux Kernel und dessen Systembibliotheken angepasst. Der WeTab Browser unterstützt übrigens auch Flash-basierte Inhalte so dass der Nutzer ohne Einschränkungen im World Wide Web surfen kann.
netzwelt: Was können Sie neues über die Hardware berichten? Versteht das WeTab auch schnelle UMTS-Netzwerke nach dem HSPA-Standard und wie hell und kontraststark wird das Multitouch-Display tatsächlich sein?
von Ankershoffen: Ja, mit dem WeTab kann man mit bis zu 7,2 Mbit/s HD Videos schauen oder seine Bilder hochladen. Mit der Wahl des Displays sind wir sehr glücklich. Das WeTab verfügt über ein kontrastreiches Widescreen Display mit 1.366 x 768 Pixeln. Jedoch stößt es, wie aktuell jeder Tablet Computer, bei direkter Sonneneinstrahlung wegen der Spiegelungen an seine Grenzen.
netzwelt: Mehrmals verschoben, soll das WeTab nun im September endlich öffentlich verfügbar sein. Hat die Produktion schon begonnen? Welcher Partner stellt denn die Geräte für die WeTab GmbH her? Sie bauen die Tablets wohl kaum selbst.
von Ankershoffen: Das WeTab wird von einem der größten Auftragsfertiger in Asien produziert, nach den Vorgaben, die hier aus Deutschland kommen. Die Massenproduktion beginnt dort planmäßig im August, sodass das WeTab rechtzeitig im September in den Regalen steht und an die Online-Besteller ausgeliefert werden kann. Dank zweier USB Schnittstellen kann der Nutzer gängige Peripherie-Geräte mit dem WeTab verbinden, beispielsweise Massenspeicher und für die Bearbeitung längerer Texte oder Tabellenkalkulation Tastatur und Maus.
netzwelt: Das WeTab wird also rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft im Laden stehen. Mit welchen Stückzahlen planen Sie - wie gut soll sich das WeTab verkaufen? Sie scheinen ja keine Angst davor zu haben, dass mit dem SartPad von 1&1 demnächst der erste deutsche Konkurrent durchstartet.
von Ankershoffen: In der aktuellen Phase liegt unser Bestreben darin, die wichtigsten Vertriebskanäle zu gewinnen, um möglichst breit aufgestellt die unterschiedlichsten Nutzergruppen zu erreichen. Natürlich haben wir Respekt vor Wettbewerbern und gehen davon aus, dass jeder Tablet Computer seine Klientel finden wird. Das WeTab spricht sehr viele Menschen an, die, egal wo, online und offline jede Art von digitalen Medien nutzen und produktiv arbeiten wollen. Mit seinem offenen System bietet es zahlreiche Vorteile, nicht nur für Entwickler.
Es ist ein vollwertiger Computer mit all seinen Möglichkeiten, aber eben viel intuitiver zu bedienen. Dabei sind natürlich auch Formfaktor und Schnittstellen entscheidend - das WeTab hat ein 11,6 Zoll Display, USB Schnittstellen, einen HDMI Ausgang, eine integrierte Webcam, einen SDHC Slot zur Speicherweiterung, einen Dock Connector und im Fall des WeTab 3G eine integrierte UMTS-Lösung. Dank dem 1,6 GHz Intel Prozessor und einem Gigabyte integriertem Arbeitsspeicher ist das WeTab sehr leistungsfähig. Wir sind damit äußerst konkurrenzfähig.
netzwelt: Herr von Ankershoffen, wir bedanken uns für das Interview.
WeTab
Das WeTab ist ein 11,6 Zoll Tablet PC. Als Betriebssystem dient WeTab OS, welches auf MeeGo basiert. Das Gerät unterstützt MeeGo Apps und integriert verschiedene andere Marktplätze. Unterstützt werden, unter anderem, Adobe Air, HTML 5 und Java. Als Prozessor dient eine 1,66 GHz CPU, es stehen 1 GB RAM und 16 GB Speicher zur Verfügung. Der interne Speicher kann per SDHC Speicherkarte erweitert werden.


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Hi! Ausgerechnet den Herrn Ankershoffen als Wetab-Papst zu bezeichnen ist schon falsch. Der hat von dem gerät so herzlich wenig Ahnung siehe auch seine Statements auf den Linuxtagen in Berlin. Da hätte man besser...
Leute, das hier ist kein WeTabWatergate Skandal. Das war vielleciht bisher ein holpriger Weg, und auch Termine einzuhalten hat nicht geklappt, das ist aber oftmals schwierig. In...
Wenn er wirklich etwas richtiges und wichtiges berichten wollt, macht euch doch mal wirklich mal schlau. Thema Firmengeschichte, persönliche Motivation und Qualifikation, Ehemalige Geschäftsführer(in). Ihr werdet...
Die Aufgabe eines Interviews kann es ja schlecht sein, nur gefilterte und "wahre" Aussagen zu dokumentieren. Wir lassen uns auch nichts "erzählen", wenn wir einem Unternehmen die Möglichkeit bieten, öffentlich...
Liebe Redaktion - auch ein Videointerview wird Euch nicht der Pflicht entheben NACH einem Interview mal ganz kurz nachzuprüfen, ob und in wie weit von Eurem Interviewpartner gemachte Aussagen zutreffend sind. Dank...