Netzbetreiber O2 kündigt LTE-Pilotversuche in München und Halle ab Ende des Jahres an
O2: LTE-Netzbetrieb in München und Halle Ende 2010 (Update)
Nach T-Mobile und Vodafone kündigt nun auch O2 die Umrüstung seines Netzes auf den neuen Mobilfunkstandard LTE an. Erste Pilotnetze sollen ab Ende des Jahres in München und Halle sowie in den Vororten Ebersberg östlich von München und Teutschenthal westlich von Halle in Betrieb genommen werden.
O2 ist damit der dritte der vier großen Netzbetreiber in Deutschland, der noch in diesem Jahr damit beginnt sein Netz auf LTE umzustellen. T-Mobile hatte im Juni und Vodafone im Juli entsprechende Ankündigungen gemacht. Bei den Netzen in München und Halle handelt es sich O2 zufolge aber um reine Pilotnetze, die vorerst nicht in den kommerziellen Betrieb gehen würden. Dieser sei zu einem späteren Zeitpunkt geplant.

Umrüstung auf LTE ab September
Die Umrüstung der bestehenden Basisstationen wird O2 zufolge im September beginnen. Wie Vodafone baut O2 dabei auf Huwaei als technischer Partner. Weiterer Partner für den Netzausbau ist Nokia Siemens Network. O2 hatte wie T-Mobile und Vodafone Ende Mai für insgesamt 4,4 Milliarden Euro Frequenzblöcke für die Nutzung von LTE ersteigert. Allein O2 hat nach eigenen Angaben allein 1,4 Milliarden Euro für entsprechende Frequenzen gezahlt.
Der neue Mobilfunkstandard LTE ermöglicht mobile Datenübertragungsgeschwindigkeiten ähnlich dem heutigen Festnetz-Internet. In Zukunft sollen damit dann auch Videotelefonie, Musik- und Videostreaming oder Gaming über das mobile Internet möglich sein. Weiterhin versprechen sich die Anbieter und die Bundesregierung davon eine Erschließung von ländlichen Regionen, die bislang nicht oder nur wenig mit Breitbandinternet versorgt sind.
Update 09.09.2010: LTE-Netz in München gestartet
O2 hat sein erstes LTE-Netz in München in Betrieb genommen, die anderen drei bislang geplanten Netze befänden sich dagegen noch im Aufbau, teilte der Konzern mit. Bei Downloads aus dem Internet erreiche das Netz Übertragungsraten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde. Eine deutliche Steigerung gegenüber dem heutigen Standard HSDPA.

Vodafone hat angekündigt, sein Netz ab September 2010 auf LTE-Technologie umzurüsten. 2011 sollen 1.500 Basisstationen ausgebaut sein. Mit LTE sollen in ländlichen Regionen Übertragungsraten von bis zu drei Megabit pro Sekunde und in Städten bis zu 150 Megabit möglich werden.
Die Telekom startet im brandenburgischen Kyritz ihr LTE-Netz. Bis Ende 2010 sollen 500 weitere Orte folgen. Nutzbar ist die Technik für den Endverbraucher aber erst 2011.
Als erster deutscher Netzbetreiber hat Vodafone die Preise für die Internet-Nutzung über LTE bekanntgegeben. Ab Dezember 2010 können erste Anwender vorwiegend zuhause das schnelle Breitband-Internet mit bis zu 50 Megabit pro Sekunde in drei Tarifen ab 40 Euro nutzen.
Beim Ausbau der Mobilfunknetze mit dem schnellen Standard LTE könnte es zu einer Zusammenarbeit der großen Netzbetreiber kommen. Zwischen der Telekom, Vodafone und O2 hat es Medienberichten zufolge Gespräche gegeben.
Vodafone prescht vor: Als erster Netzbetreiber bietet das Unternehmen den neuen Mobilfunkstandard LTE ab März auch für Smartphone-Nutzer an. Zum Marktstart der neuen Mobilfunktechnologie beantwortet netzwelt die wichtigsten Fragen.
Der 800-Megahertz-Frequenzbereich soll künftig europaweit für mobiles Breitband-Internet genutzt werden. Bis zum Jahr 2013 müssen die Mitgliedsstaaten einer Entscheidung des Europäischen Parlaments zufolge den Frequenzbereich hierfür freigeben.
Auch Telekom-Kunden in Bonn, Hamburg, Leipzig und München können nun mit LTE-Geschwindigkeit surfen. Die Nutzung mit Smartphone oder Tablet-PC ist aber noch nicht möglich.




