Viele Stellen in der IT weiterhin nicht besetzt

Bitkom: Fachkräftemangel trotz Greencard

Eine gemischte Bilanz der Greencard hat die Bitkom gezogen. Mit der Greencard konnten ab August 2000 ausländische IT-Experten eine Arbeitsgenehmigung bekommen. In den folgenden 10 Jahren haben laut Bitkom etwa 33.000 IT Experten aus dem Ausland auf diese Weise einen Job in Deutschland bekommen. Keine besonders beeindruckende Zahl für einen Zeitraum von zehn Jahren. Dieser Meinung ist auch der Branchenverband. Nach wie vor gebe es in der deutschen IT-Branche einen Mangel an Experten. Das Problem verschärfe sich sogar.

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Nach einer Umfrage von Bitkom behindert der Fachkräftemangel bei einem Drittel der Unternehmen aus Information und Telekommunikation sogar die Geschäftstätigkeit. 2008 soll es zeitweise 45.000 unbesetzte Stellen für IT-Fachkräfte gegeben haben.

Ursache hierfür seien die trotz Green Card immer noch restriktiven Gesetze für den Zugang von qualifizierten IT-Experten aus dem Ausland. Nun schlägt der Verband einen Dreistufenplan vor. Erstens solle die Zuwanderung der Experten per Gesetz erleichtert werden. Zweitens müsse man im Ausland "aktiv für den Studien- und Arbeitsstandort Deutschland" werben und gleichzeitig ein Punktesystem für die Zuwanderung der Spezialisten ausarbeiten.

Der Dreistufenplan für die Zuwanderung von IT-Experten

1. Bei der Zuwanderung von IT-Experten und Ingenieuren aus Nicht-EU-Staaten wurde bisher geprüft, ob ihr Job nicht auch von einem Deutschen übernommen werden könne. Bitkom fordert, dass diese Prüfung bei IT Experten und Ingenieuren ausgesetzt wird.

2. Eine Informationskampagne soll aktiv für die deutschen Hightech-Arbeitsmöglichkeiten werben, beispielsweise auf einer besonderen Website.

3. Ein Punktesystem soll die Zuwanderung aktiv steuern. Dieses würde Kriterien wie Qualifikation, Alter oder Sprachkenntnisse im Zusammenhang mit dem jeweiligen Bedarf oder der konjunkturellen Lage werten.

Anzeichen, dass die Greencard nicht den erhofften Run der Computerfachleute auslöse hatte es schon recht früh gegeben. Die vom damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder gestartete Initiative sollte bis zu 20.000 ausländischen Computerexperten Aufenthaltsgenehmigung und Arbeitserlaubnis verschaffen. Bis 2004 kamen dann aber nur knapp 18.000 Fachkräfte.

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