BSD-Familie: Die modernen Distributionen im Kurztest

NetBSD

Eine der ersten Abspaltungen vom BSD-Unix der University of Berkeley ist NetBSD, dessen Geschichte bis ins Jahr 1993 zurückreicht. Die Entwickler von NetBSD legen viel Wert auf die Qualität der Programme, die sie mit dem Betriebssystem gemeinsam ausliefern. Seine Verbreitung verdankt NetBSD aber der Portierung auf über 50 Architekturen: NetBSD läuft nicht nur auf x86- und x64-Rechnern, sondern auch auf HP 200 und anderen exotischen Geräten. Sogar die Spielekonsole PlayStation von Sony wird unterstützt.

Die hohe Flexibilität hängt am Treibermodell: Steckt eine Karte in einem PCI-Slot auf einem Mainboard mit x86-CPU, hat NetBSD natürlich einen Treiber für die jeweilige Karte. Der identische Treiber steuert auch in einem PowerPC die Karte an - in anderen Betriebssystemen braucht es dafür Änderungen am Treiber. Die aktuelle Version von NetBSD ist 5.0.2 vom 7. Februar 2010, die kostenlos als ISO-Abbild auf dem zentralen Server und den Siegeln (Mirrors) weltweit bereitsteht. Sehr schön ist, dass der Download mit etwas weniger als 250 Megabyte schnell erledigt ist und es nicht zahlreiche unterschiedliche Versionen gibt.

Probleme bei der BSD-Installation

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Konzentration im Installationsassistent

Für alle Benutzer, die schon einmal eine Linux-Distribution erfolgreich installiert haben, sollte auch NetBSD kein Problem darstellen: Nach dem Booten von der Installations-CD wird man vom textbasierten Assistenten begrüßt. Dieser führt Schritt für Schritt durch die Installation und ist neben Englisch auch in Französisch und Deutsch, Tschechisch und Polnisch nutzbar. Zu jeder Konfigurationsmöglichkeit gibt es leicht verständliche Hinweise - insbesondere bei der Partitionierung ist etwas Vorwissen aber unerlässlich.

Im Test klappte die Installation zwar immer, die grafische Oberfläche mit dem X-Server startete aber nicht in jedem Fall. Offenbar schreibt der Installationsassistent nicht die korrekte Einstellungen für die Hardware in die Konfigurationsdateien. Als X-Server dient die Software aus dem X.ORG-Projekt, ein Fenster-Manager wie Gnome oder KDE liegt NetBSD nicht bei. Die Nachinstallation von Gnome ist nach dem ersten Login als root-Benutzer über die Kommandozeile recht einfach, da Meta-Pakete existrieren.

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