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Google StreetView: 38 US-Bundesstaaten warten auf Antworten
Google droht wegen Datenpannen im Streetview-Projekt auch in den USA ein Rechtsstreit

von Jan Kluczniok Uhr veröffentlicht

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Generalstaatsanwalt Richard Blumenthal und ein Bündnis aus 38 US-Bundesstaaten erhöhen den Druck auf Suchmaschinenanbieter Google. Bis heute (23. Juli) wollen sie umfassende Auskünfte zu den Datenpannen beim Streetview-Projekt. Andernfalls droht das Bündnis mit rechtlichen Schritten gegen den Suchmaschinenanbieter.

Suchmaschinenanbieter Google gerät wegen seines umstrittenen Projekts Streetview auch in den USA zunehmend unter Druck. 38 Bundesstaaten unterstützen die Ermittlungen von Generalstaatsanwalt Richard Blumenthal und fordern weitere Auskünfte zum Mitschnitt privater Daten. Andernfalls droht das Bündnis mit rechtlichen Schritten.

Datenschützer fanden heraus, dass die Kamerawagen des Google-Diensts Street View neben Fotos auch Daten zu WLAN-Netzen erheben.

Das Unternehmen soll einer Mitteilung von Generalstaatsanwalt Richard Blumenthal zufolge bis Freitag erklären, wie es dazu kommen konnte, das über drei Jahre im Rahmen des Projektes Streetview nicht nur Hausfassaden fotografiert, sondern auch Daten aus W-LAN-Netzwerken gesammelt wurden, darunter möglicherweise E-Mails, Passwörter und Kreditkartennummern.

Wie konnte Google nichts vom Spionage-Code wissen?

Insbesondere will Blumenthal wissen, ob die Software speziell für diese Zwecke ausgelegt war, ob Google die gewonnen Daten verkauft hat und warum der Fehler nicht zuvor in Testläufen entdeckt wurde. "Wir erwarten, dass Google die Personen benennt, die den Spionage-Code entwickelt haben und erklärt wie das Unternehmen nicht wissen konnte, dass die Street-View-Autos Daten aus W-LAN-Netzwerken sammelt", sagt Blumenthal in einer Presseerklärung. Er fügte hinzu, alle möglichen Schritte zur Beantwortung dieser Fragen zu unternehmen, inklusive rechtlicher.

Blumenthals Ermittlungen werden seinen Aussagen nach von einem Bündnis aus bislang 38 US-Bundesstaaten unterstützt. Darunter New York, Mississippi, Vermont, Nebraska, North Carolina, Oregon, Washington, Kansas, Montana und Rhode Island. Google ist wegen dem Ausspionieren privater Daten bereits in zahlreichen Ländern, unter anderem auch Deutschland unter Druck geraten. Das Unternehmen hatte die Sammlung von W-LAN-Daten im Rahmen des Streetview-Projektes eingestanden, dabei aber von einem Software-Fehler gesprochen.

Kommentare zu diesem Artikel

Generalstaatsanwalt Richard Blumenthal und ein Bündnis aus 38 US-Bundesstaaten erhöhen den Druck auf Suchmaschinenanbieter Google. Bis heute (23. Juli) wollen sie umfassende Auskünfte zu den Datenpannen beim Streetview-Projekt. Andernfalls droht das Bündnis mit rechtlichen Schritten gegen den Suchmaschinenanbieter.

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  • Guybrush Threepwood schrieb Uhr
    AW: Google StreetView: 38 US-Bundesstaaten warten auf Antworten

    Wer soll denen die Story mit dem "Softwarefehler" bitte abkaufen? (Mal abgesehen von gewissen technikaffinen Politikern, wie sie in unserer Regierung zuhauf zu finden sind.) "Ups, da haben wir wohl was mitgeschnitten. Das Programm sollte zwar eigentlich Häuser fotografieren, hat aber WLAN-Daten gesammelt." Das klingt doch genauso wie "Ups, der Toaster sollte eigentlich nur Brot toasten. Stattdessen hat er unbemerkt Fotos von jedem gemacht und Gespräche mitgezeichnet." Tut mir leid, aber Google hat durch diese Aktion mMn noch mehr an Glaubwürdigkeit eingebüßt als z.B. Apple (bei denen war ja schon im Vorfeld abzusehen, dass die sämtliche Nutzerdaten von iPhone-Besitzern irgendwie sammeln, verwursten und weiß der Geier was noch damit machen). Google hat gut angefangen, aber die "Don't be evil"-Maxime scheint wohl inzwischen auch auf dem Altar des Größtmöglichen Profits geopfert worden zu sein.
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38 US-Bundesstaaten fordern umfassende Auskunft von Google zu Datenschutzpannen beim Streetview-Projekt.
http://www.netzwelt.de/news/83440-google-streetview-38-us-bundesstaaten-warten-antworten.html
2010-07-23 10:10:42
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2010/datenschuetzer-fanden-heraus-kamerawagen-google-diensts-street-view-neben-fotos-daten-wlan-netzen-erheben1301.jpg
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