Handy Light ist viel mehr als nur eine Taschenlampe

AppStore: Wie ein 15-Jähriger Apple hinters Licht führte

Jede Software, die in Apples AppStore zum Download zur Verfügung steht, durchläuft einen strengen Aufnahmeprozess. Die Verantwortlichen in Cupertino prüfen die eingereichten Apps etwa auf mögliche Fehler oder pornographische Inhalte. Einem 15 Jahre alten Jungen gelang es jedoch, Apple mit einer simplen Taschenlampen-App im wahrsten Wortsinn hinters Licht zu führen.

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Nick Lee ist der Autor des kleinen Programms Handy Light. Sinn und Zweck der 99-Cent-App ist schnell erklärt: Handy Light verwandelt das iPhone oder den iPod Touch in eine Art Taschenlampe, indem es einen vollständig weißen oder, je nach Geschmack, bunten Bildschirm anzeigt. Anwendungen dieser Art gibt es zuhauf im AppStore - sowohl kostenlose als auch kostenpflichtige.

Das iPhone wird erst zur Taschenlampe, dann zum UMTS-Modem 

Die Besonderheit an Handy Light zeigt sich erst auf den zweiten oder dritten Blick: Die Anwendung ist so programmiert, dass sie die Nutzung des iPhones als UMTS-Modem ermöglicht. Sie versetzt Nutzer in die Lage, iPhone und Computer miteinander über Bluetooth zu koppeln und das Datentransfer-Kontigent des iPhone-Vertrages mit anderen Geräten zu nutzen. 

Apple bietet das iPhone meist nur in Zusammenhang mit einem Mobilfunkvertrag, exklusiv über ausgewählte Provider an. Sowohl die Provider als auch Apple verbieten das so genannte Tethering in den meisten Ländern. Auch Kunden des deutschen Apple-Partners T-Mobile bleibt das iPhone-Tethering vertraglich verwehrt - es ist nur gegen einen saftigen Aufpreis möglich.

Nutzer-Berichten im Netz zufolge funktionierte das Tethering mit der Anwendung Handy Light problemlos und komfortabel. Es mussten lediglich ein paar Einstellungen in den WLAN-Zugangsdaten des Rechners verändert werden und schon konnte man von unterwegs, etwa mit dem Netbook im Internet surfen.

Kurz nach der Veröffentlichung der ersten euphorischen Nutzermeinungen im Netz entfernte Apple das Programm allerdings wieder aus dem AppStore. Kunden, die die 99 Cent für die App bezahlt hatten, kommen laut Aussage des Online-Magazins Gizmodo.com aber auch weiterhin in den Genuss des kostengünstigen Surfens über Handy Light.

Die auf den ersten Blick so unscheinbare Anwendung eines 15 Jahre alten Programmierers zeigt aber auf wunderbare Weise, das auch das steril wirkende Apple-Universum nicht rund um die Uhr perfekt funktioniert und das ein oder andere Schlupfloch aufweist. 

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