iPhone-Kunden liefern Apple ohne Wissen Daten über W-LAN-Netze

Apple: iPhones jahrelang als Umgebungsscanner missbraucht

Computerhersteller Apple hat Cnet.com zufolge eingestanden, dass das Unternehmen seit 2008 Informationen über WLAN-Netzwerke und Mobilfunkmasten weltweit mit Hilfe seiner iPhones sammelt. Ohne Wissen der Kunden werden die Daten alle zwölf Stunden an Apple übermittelt.

Dank seiner iPhones verfügt Apple über umfrangreiche Informationen zu Mobilfunkmasten und W-LAN Netzwerken weltweit. (Bild: Apple / Hartmut910 / pixelio.de, Montage: Netzwelt)
Dank seiner iPhones verfügt Apple über umfrangreiche Informationen zu Mobilfunkmasten und W-LAN Netzwerken weltweit. (Bild: Apple / Hartmut910 / pixelio.de, Montage: Netzwelt)

Die Datenpakete beinhalten dabei Verbindungsgeschwindigkeit und Signalstärke sowie die zur eindeutigen Kennzeichnung verwendete MAC-Adresse verfügbarer WLANs in der Umgebung. Für Mobilfunkmasten würde unter anderem die ID der Funkzelle und die Signalstärke übermittelt. Justiziar Bruce Sewell versicherte aber, dass alle Daten anonymisiert gespeichert und keine Rückschlüsse auf einzelne Geräte oder Nutzer zulassen würden. Der gesamte Vorfall erinnert stark an Google - das Unternehmen geriet vor kurzem in die Schlagzeilen, da die Street-View-Autos nebenbei ebenfalls WLAN-Netzwerke ausspähten

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"Speicherung der Daten kommt Nutzern in neuen Produkten zu Gute"

Betroffen seien dem Unternehmen nach nicht nur Besitzer eines iPhones, sondern auch der Geräte iPad, iPod touch sowie Mac Computer mit dem Betriebssystem Leopard und Computer auf denen der Safari 5 Browser installiert ist. Das Ausspähen der Daten geschähe Apple zufolge zum Wohle der Nutzer. Um weiterhin seinen Kunden hochwertige Produkte und Dienstleistungen anbieten zu können, sei das Unternehmen auf umfangreiche und verlässliche geografische Daten angewiesen. Diese habe man bislang von Google und Skyhook erhalten. Seit April stützen sich die Apple-Dienste, die geografische Daten benötigen, auf die hauseigene Datenbank.

Wer von Apple nicht als Umgebungsscanner missbraucht werden will, muss laut Sewell nur die Ortungsdienste an seinen Geräten ausstellen. Allerdings sind dann natürlich auch nicht alle Funktionen der Geräte verfügbar. Der Computerhersteller reagiert mit seiner Stellungnahme auf die Anfrage zweier US-Abgeordneter. Edwar Markley und Joe Barton hatten in einen Brief detaillierte Informationen zu Apples Umgang mit Umgebungsdaten gefordert. Auslöser war die Änderung der Datenschutz-Bestimmungen des Unternehmens in der eine neue Klausel zur Verwendung von Umgebungsdaten enthalten war.

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