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Huawei E5: Mobiler Hotspot im Test
UMTS-Modem mit kabellosen Netwerk-Möglichkeiten

von Markus Franz Uhr veröffentlicht

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Mit Geschwindigkeiten von über 5 MBit/s ist ein UMTS-Stick heute ein passabler Ersatz zum DSL-Festanschluss. Wer aber mit mehreren Geräten die Verbindung teilen möchte, stößt auf Probleme. Diese löst das Huawei E5, das die Verbindung über ein kabelloses Netzwerk mit mehreren Geräten teilt. Netzwelt hat sich das Modem des chinesischen Netzwerkausrüsters genauer angesehen.

Das Huawei E5 stellt ein Mobilfunknetzwerk über WiFi bereit.

Heute sind Menschen ohne DSL-Anschluss in ihrem Leben stark eingeschränkt: Ohne den schnellen Zugang zum Netz macht das Browsen im Web keinen Spaß, Videos oder Skype-Konferenzen sowie die Mediatheken der Fernsehsender bleiben oft versperrt. Hier hilft nur ein Mobilfunk-Stick: Mit der HSDPA-Technik erreichen Nutzer heute Geschwindigkeiten bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde. Doch auch die Sticks haben ihre Tücken.

Die Telekom hatte vor einigen Monaten den Web'n'Walk-Stick Fusion im Angebot, der Mac OS X 10.6 zum Absturz brachte und einen zuverlässigen Systemstart verhinderte. Oft liefern die Hersteller der Sticks nur eine schlechte Verbindungssoftware aus, stabile Treiber für die alternativen Betriebssysteme sind eine Seltenheit. Wer mit mehreren Geräten, zum Beispiel dem Notebook und iPhone, ein Netz teilen will, genügt ein Stick auch nicht.

Huawei E5: Router für Privat- und Büro-Tätigkeiten

Alle diese Probleme möchte das E5-Modem des chinesischen Netzwerkausrüsters Huawei lösen, der auch viele UMTS-Sticks für T-Mobile und Vodafone herstellt. Das E5 teilt die 2G- oder 3G-Netzverbindung über WiFi mit bis zu fünf verbundenen Geräten. Es gibt zahlreiche andere Router etwa von AVM, die Schnittstellen für UMTS-Sticks besitzen - im Huawei E5 wurden beide Komponenten in einem sehr kompakten Gerät verschmolzen.

Der Router ist etwas kleiner als ein iPhone in der Fläche und wenig dicker. Verkauft wird das Huawei E5 nicht direkt beim Hersteller, sondern nur über Händler: O2 hat seit Mai 2010 den Router im Programm, das Gerät wird aber auch bei Amazon verkauft. Der Preis liegt bei etwa 130 Euro und die Garantie läuft über 24 Monate. Für Linux-Anwender ist das E5 eines der wenigen Modems, die sich ohne Treiber problemlos installieren lassen.

Huawei E5: Inhalt der Produkt-Box

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Die Produkt-Box ist recht klein, Käufer haben den Blick auf das Modem frei.

Ohne Netzstecker und deutsche Hilfen

Das Huawei E5 kommt in einer Verpackung, die von der Größe an klassisches After Shave erinnert. Die transparente Aussparung auf der Vorderseite gibt den Blick auf das Huawei E5 frei. Der Router bezieht seinen Strom über einen Mini-USB-Anschluss, doch leider liegt der Packung lediglich ein Mini-USB-to-USB-Kabel bei - ein vollständiger Netzstecker wäre sehr hilfreich gewesen. Sonst liegen dem Router nur die üblichen Garantie- und Sicherheitsinfos sowie eine gefaltete Anleitung für die erste Einrichtung bei. Diese ist anschaulich, aber komplett in Englisch gehalten - eine deutsche Hilfe fehlt somit komplett.

Innere Werte: Starker Akku und SD-Card

Zum eigentlichen Router gehört ein Akku mit einer Kapazität von 1.400 mAh, der für 4,5 Stunden Surfen mit nur einem verbundenen WiFi-Gerät ausreicht. Das Huawei E5 taugt somit auch für den Einsatzzweck, wenn im Freibad ohne Netzstecker das Notebook und Telefon ins Internet sollen. In der Praxis wird der Akkubetrieb immer dann besonders nützlich, wenn das Gerät von der einen Steckdose zur anderen wechseln muss, ohne dass dabei die Verbindung abbrechen darf.

Mit einer Leitungsaufnahme von 1,5 Watt im geladenen Zustand genehmigt sich der Router angenehm wenig Strom. Am rechten Rand besitzt das Gerät drei Knöpfe für die Aktivierung und Deaktivierung des WiFi-Netzwerks, die manuelle Verbindung zum mobilen Netzwerk und das Ein- und Ausschalten. Auf der anderen Seite befindet sich ein Einschub für Karten im microSD-Format. Den Speicherplatz können alle Geräte im WiFi-Netzwerk gemeinsam verwenden, was besonders für zentrale Backups sehr praktisch ist.

Erstes Einbuchen im kabellosen Netz

Das Huawei E5 benötigt eine SIM-Karte im klassischen Format, die unterhalb des Akkus in den Router eingelegt wird. Beim ersten Einschalten startet der Router die WiFi-Verbindung. Im Bildschirm erscheint der Akkuzustand, die Zahl der WiFi-Clients und der Netzbetreiber. Eine kleine Weltkugel signalisiert, dass eine Datenverbindung über das Mobilfunknetz besteht. Auf der Rückseite des Routers klebt ein kleiner Zettel mit Netzname und Schlüssel, den Huawei dem E5 bei der Auslieferung mitgegeben hat.

Der Aufkleber kann aus ästhetischen Gründen ohne schlechtes Gewissen entfernt werden, unter dem Akku sind die Daten erneut angebracht. Der Nutzer benötigt den Netzschlüssel, um sich das erste Mal mit dem kabellosen WiFi-Netzwerk zu verbinden. Der Netzname ist nicht unbedingt nötig, da die Suche nach verfügbaren Zugängen unter Windows, MacOS X und Linux-Distributionen zuverlässig anzeigt. Der Name des Netzes beginnt mit E5, das Passwort enthält ausschließlich Zahlen - das vermeidet Probleme.

Die Admin-Konsole des Huawei E5

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Die Startseite der Admin-Konsole enthält nützliche Statushinweise.

Assistent für Installation und Sicherheit

Die Oberfläche zur Administration erreichen Anwender über die IP-Adresse 192.169.1.1, im Browser wird sie per HTTP-Protokoll erreicht. Alternativ bringt auch die alternative Adresse http://e5.home/ die Admin-Konsole zum Vorschein. Ohne Login zeigt die Startseite wichtige Statusinformationen zur IP-Adresse und dem kabellosen WiFi-Netzwerk an. Das Kennwort im Werkszustand lautet "admin". Zu Beginn führt ein Assistent durch die Einstellungen des Routers: Im ersten Schritt fragt das E5 nach den Zugangsdaten für das Datennetzwerk - als Rufnummer ist *99# meist korrekt. Der Router verwaltet mehrere Zugangspunkte.

Im zweiten Schritt lässt sich einstellen, dass die Netzverbindung nicht automatisch sondern nur manuell über den Knopf an der rechten Seite aktiviert wird. Bei Inaktivität trennt das E5 die Verbindung nach einer bestimmten Zeit. Auf der vierten und fünften Seite des Assistent werden Netzname, Passwort und Verschlüsselungmodus konfiguriert. Als Methoden sind WEP, WPA und WPA2 nutzbar. Die Konfiguration wird nach dem Neustart aktiv.

Aus Sicherheitsgründen sollten Benutzer des Huawei E5 unbedingt das Standard-Passwort sofort nach der Installation ändern. Leider ist die gesamte Admin-Konsole in Englisch, eine deutsche Oberfläche gibt es nicht. Hier sollte Huawei die Firmware nachbessern.

3G-Status, Firewall und Virtual Server

Das Huawei E5 funkt in den GSM-Frequenzbändern mit 850, 900 und 1900 MHz sowie im UMTS-Frequenzband mit 2100 MHz. Beim Herunterladen sind maximal 7,2 MBit/s möglich und beim Hochladen 2 MBit/s. Damit versteht der E5-Router alle gängigen Standards, auch HSUPA - nicht alle Sticks im Handel kommen damit zurecht, sind teilweise aber teurer. Das WiFi-Netzwerk entspricht den Standards 802.11B oder 802.11G.

Der Anwender kann über die Admin-Konsole des Geräts auch SMS-Nachrichten versenden und empfangen, was allerdings nicht sehr komfortabel ist: Ein Adressbuch für Rufnummern gibt es nicht, sodass man Nummern immer manuell eingeben muss. Im Werkszustand ist die integrierte Firewall aktiviert, damit Angriffe keine Gefahr darstellen. Auf Wunsch kann der Nutzer beliebige Virtual Server konfigurieren, sodass Port und zugehörige Dienste wie Webserver eines verbundenen WiFi-Clients von Außen erreichbar sind.

MicroSD-Karte im E5 als Netzlaufwerk

Ein besonders praktisches Merkmal des E5 ist der Einschub für SD-Karten. Damit kommen theoretisch bis zu 32 Gigabyte an Dateien ins Netzwerk, jedoch können diese entweder nur über die Weboberfläche oder als USB-Laufwerk genutzt werden. Es wäre gut gewesen, den Speicher über ein freies Protokoll wie SMB für Windows-Freigaben zu aktivieren. Ebenfalls nicht besonders gut umgesetzt ist die Reset-Funktion des Huawei E5: Jeder, der physischen Zugriff auf den Router hat, kann per langem Druck auf die Knöpfe für das Datennetz und Wi-Fi-Kommunikation die Werkseinstellungen wiederherstellen. In der Admin-Konsole gibt es eine Möglichkeit, alle Einstellungen zu sichern und wiederherzustellen.

Fazit

Das Huawei E5 ist ein gelungener Router, der eine Verbindung im 2G/3G-Mobilfunknetz an bis zu fünf WiFi-Clients gleichzeitig weitergibt. Die Funktionen zur Sicherheit sind sehr gut, da alle gängigen Verschlüsselungsmethoden und eine Firewall implementiert wurden. Über die MAC-Filter können explizit Geräte ein- und ausgeschlossen werden. Einziges Manko ist die fehlende deutsche Sprache für die Admin-Konsole sowie die schlechte Umsetzung der SD-Karte als Netzlaufwerk. Für kleine Arbeitsgruppen oder zu Hause ist das E5 eine solide Alternative zum DSL-Anschluss und klassischen Router - und mit dem geringen Preis noch etwas günstiger als die meisten regulären UMTS-Sticks für einzelne Rechner.

Übrigens ...

Damit die Kosten nicht aus dem Ruder laufen, sollten Verbraucher vor dem mobilen Surfen einen passenden Datentarif buchen. Dabei leistet Ihnen unsere redaktionelle Zusammenstellung Hilfe.

Kommentare zu diesem Artikel

Mit Geschwindigkeiten von über 5 MBit/s ist ein UMTS-Stick heute ein passabler Ersatz zum DSL-Festanschluss. Wer aber mit mehreren Geräten die Verbindung teilen möchte, stößt auf Probleme. Diese löst das Huawei E5, das die Verbindung über ein kabelloses Netzwerk mit mehreren Geräten teilt. Netzwelt hat sich das Modem des chinesischen Netzwerkausrüsters genauer angesehen.

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  • Phil schrieb Uhr
    AW: Huawei E5: Mobiler Hotspot im Test

    Ich würde mir gerne Internet ins Auto holen.. reicht es aus das Gerät einfach mit 12 Volt zum Beispiel an dem Zigarettenanzünder zu betreiben. Ich habe einen Zigarettenanzünder-USB Adapter schon drin. Dann dürfte ich doch immer einen vollen Akku haben oder? ;-)
  • saludos schrieb Uhr
    AW: Huawei E5: Mobiler Hotspot im Test

    vorsicht beim einsatz mit prepaids im Ausland. besser abschalten wenn keine verbindung gewünscht. sendet wohl datenpakete (habe upload kosten) Wer kennt sich hierzu aus?
  • jeff-phill schrieb Uhr
    AW: Huawei E5: Mobiler Hotspot im Test

    h abe den e5 seit 28.10.10 und bin begeistert.im o2 netz wird ein connection-mannager angeboten zu laden bei my home -werbung-.dieser erledigt alles von selbst,man muss nicht einmal ständig die pin eingeben,wer will nur einmal und nie wieder.nur auf verbinden gehen fertig,alles andere erledigt der mannager.übrigens auch für surfstics und eingebaute umts modems-netbooks-zu verwenden.habe mir den e5 zur verbesserung des empfangs gekauft,er schafft es durch dicke beton und steinmauern eine sehr gute empfangsqualität zu liefern.alles auch bestimmt in anderen netzen möglich,denn der e5 ist ja sim und netlook frei,was ja beim verkauf bei my handy o2 von allen anbietern einzigartig ist!!!!!!!!!!!also toooop gerät,sehr zu emphehlen allein schon wegen des gebrauchs mit netzteil,dem polymerakku schadet das nicht. lg jeff-phill
  • jojo1234 schrieb Uhr
    AW: Huawei E5: Mobiler Hotspot im Test

    funktioniert das ganze auch ohne sim ? z.B: ein iPone und zwei iPads über wlan zu verbinden
  • mkes schrieb Uhr
    AW: Huawei E5: Mobiler Hotspot im Test

    update sorry, muss mich korrigieren, 3 Tage haben offensichtlich nicht gereicht. Habe gestern eher zufällig einen Kommentar gefunden. man muß erst auf manuelle Verbindung umschalten und von Hand verbinden, um sicher zu stellen, dass der E5 - E5832S auch das richtige Defaultprofil benutzt. bin deshalb nicht draufgekommen, weil die T-mobilkarte ohne murren funktioniert hat und nicht mal ein Profil eingerichtet war... also nochmal für alle zum mitschreiben am Beispiel vodafone Simkarte im E5 von O2: Profil einrichten mit entsprechender APN (in meinem Fall web.vodafone.de) dieses Profil als Standardprofil verwenden und manuelle Verbindung einstellen. Nach dem drücken der connect-Taste hat es dann geklappt, weil dann erst das Standardprofil auch genutzt wird.
  • mkes schrieb Uhr
    AW: Huawei E5: Mobiler Hotspot im Test

    hört sich ja alles ganz nett an, aber die Konfiguration mit einer vodafone-simkarte misslingt, auch nach 3 Tagen intensiver suche. eine Internetverbindung kommt nicht zustande. offensichtlich wird das durch die o2 firmware unterbunden.
  • Ceasar schrieb Uhr
    AW: Huawei E5: Mobiler Hotspot im Test

    Bei meinem Exemplar, welches ich Mitte November bei A1 (Österreich) gekauft habe, ist sowohl deutsche Bedienungsanleitung dabei, sowie das Admin-Tool in deutsch. Leider fehlt der Netzstecker, es wurde nur das USB-Kabel beigelegt.
  • Markus Franz schrieb Uhr
    AW: Huawei E5: Mobiler Hotspot im Test

    @Hannito: Das könnte daran liegen, dass uns Huawei ein Gerät gesendet hat, dass durch die Hände mehrerer Redaktionen geht. Pressegeräte weichen vom Serienmodell manchmal leucht ab. War bei dir auch die Admin-Konsole auf Deutsch übersetzt?
  • Hannito schrieb Uhr
    AW: Huawei E5: Mobiler Hotspot im Test

    Bei meinem Exemplar welches ich bei O2 gekauft habe war sowohl ein Netzteil als eine deutsche Bedienungsanleitung dabei.