Die gemeinnützige Stiftung im Portrait
Mozilla: Mehr als nur Firefox und Thunderbird
Mitte 2009 durchbrach die Open-Source-Branche eine magische Schallmauer: Über die Hälfte aller Anwender nutzt seitdem den alternativen Browser Mozilla Firefox, mit knapp 40 Prozent liegt der Internet Explorer abgeschlagen auf Platz zwei. Dabei sah es noch 2003 ganz anders aus: Microsoft dominierte mit dem Internet Explorer das Internet, der ehemalige Champion Netscape Navigator spielte praktisch keine Rolle mehr.
Inhaltsverzeichnis
- 1Mozilla: Struktur des Firefox-Konzern
- 2Bugzilla: Spürhund für Fehler und Probleme
- 3Gecko, Äffchen und der XULRunner
- 4Contacts: Adressen im Browser
- 5Prism: Dienste besser nutzbar machen
- 6Freier Web-Texteditor: Bespin
- 7Personas: Persönliche Oberfläche für Firefox
- 8Eigene Ideen einreichen: Mozilla Concept Series
- 9Programme aus China und Europa
- 10Fazit
Dieser "Browser-Krieg" zwischen Netscape und Microsoft ist beinahe schon legendär. Da der neue Eigentümer von Netscape, der IT-Kozern AOL, keine Chance mehr für das Programm sah, gründete er 2003 die Mozilla Foundation. Der gemeinnützigen Stiftung wurden Patente sowie der Quellcode der Browser-Sparte übertragen. AOL gab Mozilla zwei Millionen Dollar mit auf den Weg und hat sich bis heute komplett aus dem Projekt zurückgezogen.
Mozilla: Struktur des Firefox-Konzern
Die Zentrale der Mozilla Foundation befindet sich in Mountain View, Kalifornien. In direkter Nachbarschaft haben andere wichtige Konzerne wie Google, Hewlett-Packard oder Apple ihren Sitz. Mozilla ist zwar eine vergleichsweise kleine Organisation, verfügt aber über eine schlagkräftige Struktur: Der Kopf von Mozilla ist die Mozilla Foundation, die keine Steuern zahlen muss, da sie gemeinnützigen Charakter hat.
Um wie ein Unternehmen zu arbeiten, hält die Foundation alle Anteile der Mozilla Corporation. Diese ist eine steuerpflichtige Firma, welche die Marken und Technologien der Mozilla Foundation lizenziert hat und die Projekte mit kommerziellen Methoden fördert - das schließt gelegentlich auch Werbung ein. Daneben gibt es seit 2007 mit Mozilla Messaging eine weitere Tochtergesellschaft, die sich auf Thunderbird konzentriert.
Mozilla Software
Das Programm Contacts verwaltet Adressen direkt im Browser und gibt sie auf Wunsch an Webdienste weiter.
Das freie Programm Bugzilla verwaltet Fehler und Probleme in vielen Software-Projekten.
Hinter Firefox steckt eigentlich die Bibliothek Gecko, die für die korrekte Darstellung von Webseiten verantwortlich ist.
Die Bibliothek XulRunner wird auch von dritten Entwicklern genutzt, z.B. für TomTom Home.
Mit Prism sehen Webdienste wie lokal installierte Anwendungen auf dem Desktop aus.
Der Editor Bespin versteht viele Programmiersprachen, kann aber auch als normales Schreibprogramm genutzt werden.
Auf der Seite GetPersonas stehen dutzende Layouts bereit, mit denen Nutzer den Firefox personalisiert haben.
Wer weitere Projekte ansehen möchte oder eigene Ideen beisteuern will, findet bei Mozilla Labs hilfreiche Informationen.
Bugzilla: Spürhund für Fehler und Probleme
Neben Firefox und Thunderbird ist die bei Entwicklern wohl bekannteste Software Bugzilla. Die Webanwendung hilft dabei, Fehler und Probleme in Software zu erfassen und über die hübsch gestaltete Oberfläche strukturiert abzuarbeiten. Bugzilla ist kostenlos und wird nach den Regeln der Mozilla Public License als freies Programm weitergegeben. Das Programm wurde in Perl geschrieben und läuft mit allen gängigen Datenbanken.
Die größten Open-Source-Projekte und sogar die Wikipedia setzen auf Bugzilla. Mit Hilfe der webbasierten Oberfläche können Anwender selbst die Fehler in das System eingeben, was zeitraubende E-Mails an die Entwickler erspart. Da in der Open-Source-Gemeinschaft häufig die Programmierer von zu Hause arbeiten, kann Bugzilla die Zusammenarbeit exakt steuern und einer Person ein bestimmtes Problem zuordnen, damit nicht zwei Leute gleiche Probleme bearbeiten. Jeder Bug wird nach seiner Schwierigkeit kategorisiert.
Weitere Informationen
Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Browser & Mailer hier.
