"Geschwindigkeit wird immer wichtig sein"
Videointerview: Tor Odland von Opera im netzwelt-Gespräch
Klein, aber fein: Der norwegische Browser-Hersteller Opera hinkt den Branchengrößen Microsoft und Mozilla weit hinterher, hat sich mit Leistung und interessanten Produkten aber einen Namen gemacht. Im Interview mit netzwelt spricht Tor Odland von Opera über die Zukunft des Surfens, Apples Lizenzierungspolitik - und kündigt eine Version von Opera Mobile 10 für Android-Handys an.
Interview mit Tor Odland von Opera: Tor Odland, Leiter Unternehmenskommunikation Opera Software, spricht im netzwelt-Interview über die Zukunft des Surfens, Apples Lizenzierungspolitik und stellt das neue, unveröffentlichte Opera Mobile 10 für Android vor. Zum Video: Interview mit Tor Odland von Opera
Ohne eine schnelle Internetleitung macht das Surfen im Internet keinen Spaß. Gleichzeitig muss der Nutzer aber über einen temporeichen Browser verfügen. Der norwegische Browserhersteller Opera verfügt weltweit zwar nur über wenig Nutzer im Vergleich zu Branchengrößen wie Microsoft und Mozilla, besitzt aber den schnellsten Browser auf dem Markt.
"Wir denken, dass Geschwindigkeit immer wichtig sein wird", sagt Tor Odland, Leiter Unternehmenskommunikation von Opera Software, im Interview mit netzwelt zur Browser-Zukunft. Aber es gehe nicht nur darum, "Dateien schnell auf den PC oder auf das Handy herunterzuladen". Wichtig sei auch, wie man das Programm selbst nutzen könne, ob es etwa intuitiv bedienbar sei. "Diese Dinge werden wichtig sein, vielleicht für immer", urteilt Odland.
Befürworter des offenen Internets
In der Diskussion um proprietäre Systeme auf Desktop-PCs und mobilen Endgeräten befürwortet Opera offene Internet-Technologie. Adobes Flash werde zwar auch weiterhin unterstützt, aber es sei nicht der Weg, wie Opera über das Web denke, sagt Odland. Der Opera-Manager erläuterte das an einem Beispiel. In einem armen Land müssten die Menschen teuere Adobe Software-Pakete kaufen, um Flash-Inhalte zu produzieren. Das entspreche nicht der Vorstellung der Norweger, Inhalte fürs Internet bereitzustellen.
Auch Apple sieht er wegen seiner proprietären Systeme kritisch. "Apple stellt eine Welt voll mit Anwendungen her, die nur auf dem iPhone, auf dem iPad und natürlich auf dem iPod laufen. Entwickler müssen deshalb Versionen für mehrere Plattformen programmieren. Wir glauben aber an die Nutzung offener Internet-Technologie, mit der eine Anwendung nur einmal entwickelt werden muss."
Android Mobile 10 kommt
Gleichwohl hält er Apples Politik auch für vorteilhaft: Die Erfahrungswerte der Nutzer seien gut und es sei "großartig, dass Leute mit ihrer Software Geld machen können", sagte Odland gegenüber netzwelt.
Der Opera-Browser ist derzeit als Desktop-Variante in der finalen Version 10.60 und als mobile Version für das iPhone, Symbian-, BlackBerry-, Windows Mobile- und Android-Geräte erhältlich. Für Handys mit dem Google-Betriebssystem ist derzeit aber nur eine Beta-Version von Opera Mini 5 verfügbar.
Odland kündigte nun eine frei zugängliche Version von Opera Mobile 10 für Android-Geräte an. Im Interview konnte netzwelt einen ersten Blick auf die neue Version werfen, die nach Aussagen des Opera-Managers in den nächsten Wochen oder Monaten erscheinen soll. Sie orientiert sich stark an Opera Mini, im Unterschied zu diesem Browser benötigt Opera Mobile 10 aber keinen Server-Support: Die gesamte Technologie liegt auf dem Handy.






