Technik-Import: Geräte aus dem Ausland einführen
Probleme bei Garantie & Kreditkarte
Wer im Ausland einkauft, kann einige Euro sparen - zahlt dann aber möglicherweise mehr, wenn ein Fehler am Gerät auftaucht. Besonders Elektronik kann schnell Fehler ausweisen, sodass man die Garantie des Herstellers in Anspruch nehmen muss: Dazu wird es oft nötig sein, das Gerät dann zum Händler ins Ausland zurückzusenden.
Viele Notebooks kommen in den USA nur mit einem Jahr Garantie, für die im Inland zwei Jahre gelten. Der Einkauf im Ausland ist in der Regel nur dann möglich, wenn man eine Kreditkarte sein eigen nennt. In vielen Ländern gilt das als allgemeines Zahlungsmittel und ein Pendant zur deutschen EC-Karte fehlt. Wer keine MasterCard oder Vista-Karte besitzt, kann den Service von Wirecard nutzen: Der Dienst gibt für ein virtuelles Bankkonto eine MasterCard-Nummer aus, mit der dann ohne Probleme im Netz eingekauft werden kann.
Eine sinnvolle Alternative zur Kreditkarte ist PayPal: Bietet ein Händler im Ausland dieses als Zahlungsweise an, sollten Käufer auf jeden Fall zugreifen. Waren sind bei PayPal bis zur vollen Höhe mit dem sogenannten Käuferschutz abgesichert, der spätestens nach einer Frist von 45 Tagen nach Zahlung beantragt werden muss. Meist erhält der Kunde den Preis dann recht zügig zurück oder der Verkäufer leistet Ersatz.
Besondere heikel: Zoll und Steuern
Natürlich hält auch der Staat bei Bestellungen im Ausland die Hand auf: Alle Produkte, die eine Grenze von 22 Euro deutschem Warenwert überschreiten, werden mit Zollgebühren in Höhe von bis zu 13,5 Prozent belegt. Der genaue Satz ist abhängig vom jeweiligen Gerät - DVDs schlagen mit dem vollen Satz zu Buche, Digitalkameras dagegen nur mit etwa vier Prozent. Notebooks sowie andere Computer sind ganz von Gebühren befreit.
Neben den Zollgebühren werden zusätzlich noch 19 Prozent an Einfuhrumsatzsteuer fällig. Käufer sollten genau prüfen, ob sich der Kauf im Ausland dann noch lohnt. Viele Händler deklarieren den Wert einer Bestellung beim Paketdienst etwas geringer und hoffen, dass der Zoll das Paket nicht öffnet und den exakten Wert ermittelt.
Dieses Vorgehen ist aber sehr heikel: Entdeckt der Zoll den Schwindel, wird der Besteller angeschrieben und der Zoll behält das Paket zunächst. Es kann nur durch das Nachzahlen der fälligen Gebühren ausgelöst werden - und der gesamte Vorgang dauert gerne mehrere Wochen. Besonders genau schaut sich der Zoll auch PC-Software, Film-DVDs und Spiele an: Diese werden gerne bei Bestellungen aus Asien pauschal beschlagnahmt. In einem aufwändigen Verfahren klären die Behörden dann mit dem Urheber in Deutschland, ob das Produkt auch Originalware ist. Auch das kann mehrere Wochen dauern.
Zoll selbst anmelden und Ausnahmen
Kunden, die im Ausland bestellen, sollten im Netz über die Sendungsverfolgung genau den Status der Bestellung im Blick behalten: Verbleibt ein Päckchen länger als zwei Tage beim Zoll am Flughafen, besteht akute Gefahr einer Nachprüfung - oft kann der Händler dann mit einer Auskunft helfen. Eine persönliche Rücksprache mit dem Zoll ist dann auch ratsam.
DHL und Co. zeigen genau an, wenn die Kontrolle erfolgreich passiert wurde. In einigen Fällen scheitert der Versand daran, dass dem Zoll keine Papiere für die Sendung vorliegen - der Händler oder Mailbox-Dienst hat verpasst, diese einzureichen. Der deutsche Zoll nimmt dafür Online die sogenannte Internet-Anmeldung entgegen: Jeder Besteller kann dort seine Produkte selbst deklarieren. Nötig ist nur ein ELSTER-Zertifikat, das auch für die Einkommenssteuererklärung im Netz verwendet wird. Insgesamt zeigt sich das deutsche Zollrecht kompliziert - mit einer einzigen Ausnahme: Es gibt eine Bagatellgrenze für Waren mit einem Wert von weniger als 375 Euro.
Hier gilt eine pauschale Steuer von 13,5 Prozent, die Zollgebühren und Einfuhrumsatzsteuer enthält. Um in den Genuss dieses ermäßigten Satzes zu kommen, muss der Paketinhalt als Geschenk deklariert sein - und das geht nur, wenn die Zollanmeldung selbst vorgenommen wurde. Bei Amazon geht z.B. die Kennzeichnung als Geschenk nicht.
Fazit
Eine Bestellung im Ausland in ungleich komplizierter als in Deutschland: Oft senden Shops nur an Adressen im Inland und akzeptieren ausschließlich Kreditkarten. Es kann passieren, dass Mailbox-Dienste oder deutsche Kreditkartennummern auch erkannt werden, was eine Bestellung unmöglich machen kann. Sind die Hürden der Händler umschifft, drohen noch Probleme mit dem Zoll - hier ist es ein Glücksspiel, ob das eigene Paket genau kontrolliert wird oder unbesehen durch die Kontrolle rutscht.
Trotz aller Widrigkeiten kann der Einkauf im Ausland lohnen, besonders wenn es um Dinge geht, die in Deutschland in genau dieser Form oder Ausstattung überhaupt nicht erhältlich sind. Vorsicht ist dann aber bei Netzstecker und Tastaturen sowie Sprache der Handbücher geboten.
Links zum Thema
- Zoll selbst anmelden
- Tenso Japan-Besteller
- PayPal Käuferschutz
- Internationaler Amazon-Versand
- MyUS Personal Shopper
- DHL empfiehlt Borderlinx
