Zwangspraktikum oder Schulverweis
Foxconn: Schüler werden zur Arbeit gezwungen
Der chinesische Elektronikzulieferer Foxconn schreibt erneut Negativ-Schlagzeilen: Berufsschüler werden offenbar zu einem Praktikum in den Fabrikhallen gezwungen, sonst erhalten sie kein Abschlusszeugnis. Zuvor erregte Foxconn Aufsehen wegen einer Selbstmordserie seiner Mitarbeiter am Standort Shenzen.

100.000 Berufsschüler aus der zentralchinesischen Provinz Henan sind am Wochenende gezwungen worden, ihre Heimat für ein drei- bis sechsmonatiges Praktikum bei Foxconn zu verlassen. Dazu mussten sie zum Foxconn Standort in die südchinesische Provinz Shenzen reisen.
Bezahlung wie Arbeiter
Der Elektronikzulieferer plant angeblich neue Fabriken in der Region Henan zu eröffnen. Durch die Praktika sollen zukünftige Arbeiter aus der Region bereits angelernt werden. Immerhin sollen sie volles Gehalt erhalten. Von offizieller Seite wurde der Schritt unterstützt, denn ein neuer Foxconn-Standort treibe die Entwicklung voran in der am dichtesten besiedelten, aber unterentwickelten Region Henan.
Für die Berufsschüler kommt die Entscheidung überraschend. Laut der Tageszeitung China Daily haben diese keine andere Wahl, als in der Skandal-geplagten Fabrik zu arbeiten. Die einzige Ausweichmöglichkeit wäre die Schule abzubrechen. Lehrer informierten die Schüler erst am 17. Juni über die Entscheidung der Provinzverwaltung, dass sie in neun Tagen abreisen müssten.
Insgesamt 300.000 Arbeiter gesucht
Wegen der Berichte über die Arbeitsumstände und die Selbstmordserie in der Foxconn-Fabrik machen sich einige Schüler Sorgen. Seit Jahresbeginn haben sich zehn Mitarbeiter das Leben genommen, drei weitere haben es versucht. "Ich kann so herausfinden, warum all diese Angestellten sich umgebracht haben", sagte ein Schüler gegenüber China Daily.
Neben den Schulen solle auch die Region Henan Arbeiter rekrutieren. Aus jeder Stadt soll sie 100 weitere potentielle Arbeiter entsenden. Diese sollten laut Regierungsorder zwischen 18 und 45 Jahren alt sein. Internen Quellen zu Folge wolle Foxconn insgesamt 300.000 Menschen nach Shenzen schicken. Diese sollen wieder in ihre Heimat zurückkehren dürfen, sobald Foxconn dort seine neuen Standorte eröffnet habe.







Beiträge
insgesamt 5 Beiträge@Kosovo: Muss man Ironie dran schreiben oder glaubst Du uns so, dass das eben gerade nicht so gemeint war? Im Schriftverkehr sind Betonungen nicht hörbar, aber es gibt Ersatzmittel, z.B. Emoticons wie hier das :wall:
Zitat: ... was für ein menschenverachtender [ Mod-Edit: Beleidigung entfernt ] bist Du denn?! ... Ist das dein Ernst? Der Kommentar troff doch geradezu...
Eins zum Komentar Sarazena: was für ein menschenverachtender [ Mod-Edit: Beleidigung entfernt ] bist Du denn?! Da werden Menschen gezwungen GEZWUNGEN ihre Heimat zuverlassen um in einer Fabrik...
Wenn es doch der Euro pro Stunde wäre...
Na und? Dafür, dass wir das Zeugs weiter billig kaufen können und Apple ordentlich verdient müssen schon mal ein paar Chinesen vom Dach hüpfen und ein paar tausend Schüler zur Zwangsarbeit verdonnert werden.