Kommentar: Urheberrecht im digitalen Zeitalter
Werbung für Künstler im Netz
Dies haben auch schon viele Künstler erkannt, die ohne Plattenvertrag ihre Musik anbieten. Sie probierten bereits zahlreiche Geschäftsmodelle zum Eigenvertrieb aus, stellten ihre Werke kostenlos in Tauschbörsen ein oder zahlten sogar einen kleinen Betrag an den Hörer. Auch bekannte Bands wie Nine Inch Nails, Coldplay, Stereo Total oder R.E.M. entdeckten den positiven Werbeeffekt im Internet für sich.
Dabei zeigte sich, dass das Herausgeben von kostenloser Musik unter Angabe einer E-Mail-Adresse keineswegs auf Ablehnung stößt. So versendete die Band Nine Inch Nails nach dem Herunterladen der unter eine Creative-Commons-Lizenz gestellten Musik kostenpflichtige Angebote von einer Doppel-CD bis hin zum 1.200-Dollar-Fanpaket und verdiente auch ohne der Plattenfirma genügend, um das nächste Album zu produzieren.
Von der Verlagsindustrie zur Kreativindustrie
Die Film- und Musikindustrie erweckt derzeit den zweifelhaften Anschein, mit den Produkten vieler Künstler nicht mehr in die Kreativität zu investieren, sondern nur noch der Masse gerecht werden zu wollen und möglichst viel Geld damit zu verdienen. Dass sie dabei nicht immer den gewünschten Erfolg erzielt, sollte sie nicht an der Internetkultur auslassen, sondern sich lieber einmal an die eigene Nase fassen.
Natürlich ist der Raubkopierer nicht zu legalisieren, doch zeigte bereits die Vergangenheit, dass man Gewalt nicht mit Gewalt bekämpfen kann: Wurden Tauschbörsennutzer durch das Schließen der Tauschbörse vertrieben, suchten sie sich einen neuen Weg, um kostenlos an Musik und Film heranzukommen.
Mit einem positiven Zeichen, dass über "Danke, dass Sie sich das Original ansehen" hinausgeht, könnte die Verlagsindustrie dem Streit Herr werden. So könnte sie sich für die Kreativität stark machen und die Hörerschaft wieder mit anspruchsvoller Musik beschenken.
Der Mittelweg im Urheberrecht
Um das Urheberrecht wirklich in das digitale Zeitalter umzustellen, sollte die Musikindustrie auf jeden Fall die Basis dafür schaffen. Außerdem könnte die Auffassung vom geistigen Eigentum von der im Internet vorherrschenden Idee des schöpferischen Allgemeinguts profitieren. Es müssen nicht immer die Extreme sein, ein Mittelweg zwischen beiden Gedanken würde wahrscheinlich beide Parteien beruhigen.
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Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Filesharing hier.
