Nach Übernahme von Palms WebOS

Kontaktfreudig: HP bringt Drucker mit E-Mail-Adresse

Kontaktfreudig: HP bringt Drucker mit E-Mail-Adresse Wenn der IT-Gigant HP neue Drucker auf den Markt bringt, dann ist das in der Regel keinen großen Artikel in der New York Times (NYT) wert. Diesmal machte die renommierte Zeitung eine Ausnahme, denn in den neuen HP-Druckern steckt eine ziemlich originelle Idee. Laut NYT bieten die neuen Drucker neben dem Touchscreen auch Internetanschluss – und eine E-Mail-Adresse. 

Das klingt zwar wie ein Gimmick, doch HP meint es offenbar ernst. Schließlich – und das ist die zweite Überraschung – sollen die Drucker mit HPs Neuerwerbung Web OS ausgestattet sein. HP hatte den Smartphone-Hersteller Palm erst Ende April für 1,2 Milliarden Dollar übernommen. Wozu eine E-Mail-Adresse im Drucker gut sein soll? HP hat dazu offenbar schon eine ganz klare Vorstellung.

Damit könnte man den Drucker auch von unterwegs übers Web ansteuern. Ein Beispiel: Ein Geschäftsmann ist auf der Computex in Taipeh unterwegs. Er entdeckt einen interessanten neuen Tablet-PC und macht mit seinem Smartphone ein Foto. Das leitet er anschließend an die E-Mail-Adresse des Druckers im Büro weiter. Wenn der Drucker das Foto ausgibt, könnten die Kollegen die Produktneuheit von der Computex sofort als Papierausdruck bestaunen und herumreichen. 

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Zugegeben, das Foto könnte man einfach auch auf dem Bildschirm anschauen, doch HP geht es eben darum, die Anwender wieder zum Drucken zu animieren. 

Druck-Service für Blackberry-Nutzer

Eine offizielle Bestätigung von HP hierfür gibt es nicht, doch sollen laut NYT noch im Juni die ersten Drucker für den Consumermarkt in den Handel kommen. Und im September sollen weitere Geräte für Businessanwender folgen. Schon jetzt bietet HP für Businessanwender mit einem Blackberry-Smartphone die "ePrint Enterprise Mobile Solution". Damit können Anwender über ihren Blackberry Dokumente von unterwegs ausdrucken. Das funktioniert allerdings derzeit nur mit Druckern, die ins Firmennetz eingebunden sind. Eine E-Mailadresse ist nicht nötig. 

ePrint-Center mit 40 Partnern

Daneben will HP auch ein ePrint-Center einrichten. Das könnte eine Art Gegenstück sein zu den erfolgreichen App-Stores von Google oder Apple. Darin können HP-Partner Anwendungen rund ums Drucken über das Web anbieten. Angeblich hat HP schon 40 Partner gesammelt. Auch eine Kooperation mit Google ist im Gespräch. Wer beispielsweise die Cloud-Computing-Anwendung Google Docs nutzt, könnte gleich einen damit erstellten Text via E-Mail an den Bürodrucker schicken. 

Hintergrund der E-Mail-Idee ist möglicherweise die sinkende Neigung vieler Anwender, ihren Drucker zu benutzen. Dazu haben nicht nur Wirtschaftskrise und hohe Kosten für Tintenstrahlkartuschen beigetragen. Auch die immer bessere Qualität und Größe der TFT-Monitore macht den Ausdruck von Dokumenten oftmals überflüssig. Viele Anwender haben sich daran gewöhnt, auch längere Texte online zu lesen.

Für HP, das pro Jahr laut Presseberichten einen zweistelligen Milliardenbetrag aus dem Druckergeschäft erwirtschaftet, ist das eine potenziell bedrohliche Entwicklung. Die Idee, Drucker via E-Mail-Adresse übers Web anzusprechen, ist daher weit mehr als ein Gimmick. Sie soll die Anwender wieder neue Möglichkeiten für ihren Drucker aufzeigen.

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