Bezahlmöglichkeiten im Netz vorgestellt
Bezahlen im Internet: Giropay
Wer in einem Internet-Shop einkauft und per Vorkasse bezahlt, tätigt die anschließende Überweisung oft per Online-Banking. Bis die Hausbank das Geld zum Händler überwiesen hat, vergehen jedoch oft bis zu drei Tage. Erst danach versendet der Händler die Ware, die wiederum ein bis zwei Tage später beim Kunden ankommt. Im besten Fall wartet man also geschlagene vier Tage auf seine Bestellung.

Der größte Zeitverlust entsteht dabei bei der Überweisung. Auch wenn man sich in Zeiten der elektronischen Datenübertragung fragt, warum eine Überweisung drei Tage vom einen auf das andere Konto dauert, kommt das Geld meist tatsächlich nicht früher beim Empfänger an. Eine alternative Bezahlmethode, indirekt über das eigene Homebanking-Konto, bietet Giropay.
Der Bezahldienstleister ist in vielen Online-Shops integriert und kann dort während des Bestellprozesses aufgerufen werden. Geht es im Shop ans Bezahlen, wird der Kunde über die Technik von Giropay direkt zu den Homebanking-Seiten seiner Hausbank geleitet. Dazu muss lediglich die eigene Bankleitzahl eingegeben werden. Auf den Webseiten der Bank läuft dann alles wie bei einer gewöhnlichen Online-Überweisung: Anmeldung mit Kontonummer und PIN, Bestätigung der Transaktion mit einer TAN oder je nach Bank mit einem ähnlichen Verfahren. Da es sich im Prinzip um eine gewöhnliche Überweisung handelt, kommt das Geld nach drei Tagen beim Händler an.
Schnellere Versendung als bei Bezahlung per Vorkasse
Der Händler kann jedoch die Ware noch am gleichen Tag versenden. Denn im Gegensatz zur gewöhnlichen Bezahlung per Vorkasse hat die eigene Hausbank Giropay automatisch mitgeteilt, dass die Überweisung ausgeführt wurde und Giropay hat dies sofort an den Online-Shop weitergegen. Dieser hat nun die Gewsissheit, dass das Geld unterwegs ist und kann die Ware versenden. Zudem wird der Nutzer von den Homebanking-Seiten seiner Hausbank zurück in den Online-Shop und dort auf eine Bestätigungsseite geleitet.
Voraussetzung für die Bezahlung mit Giropay ist, dass die eigene Hausbank mit dem Bezahldienstleister zusammenarbeitet. Sparkassen, Raiffeisenbanken sowie die Postbank sind dabei ebenso an Bord wie eine Reihe kleinerer Privatbanken. Ob die eigene Bank per Giropay Überweisungen ausführt, kann auf der Giropay-Webseite in einem kleinen Tool durch Eingabe der jeweiligen Bankleitzahl überprüft werden.
Keine Anmeldung und keine Useraccounts
Eine Anmeldung ist bei Giropay nicht nötig beziehungsweise möglich. Dementsprechend gibt es auch keine User-Accounts oder PrePaid-Konten, welche zunächst aufgeladen werden müssen. Weder der Online-Händler, noch Giropay selbst bekommen bei einer Bezahlung sensible Daten mitgeteilt, da die gesamte Kommunikation beim Bezahlvorgang ausschließlich zwischen der Hausbank und dem Kunden stattfindet. Praktisch: Hat man beispielsweise einen Pre-Paid-Account bei PayPal, Moneybookers oder Click & Buy, kann mit Giropay das jeweilige Konto aufgeladen werden. Das funktioniert dann ebenso einfach wie das Bezahlen im Online-Shop.
Dass die eigene Hausbank so stark in den Bezahlvorgang eingebunden ist, hat auch Nachteile. Kritiker sehen Giropay-Nutzer einer gleich starken Gefahr von Phishing-Versuchen ausgesetzt, wie alle Online-Banking-User, da die entsprechenden Daten für eine Transaktion, wie PIN und TAN, die gleichen wie beim gewöhnlichen Online-Banking sind. Da es sich bei den Bezahlungen per Giropay letztendlich um gewöhnliche Überweisungen handelt, ist das Geld nach der Bezahlung zudem weg. Eine Rückbuchung oder ähnliches ist leider nicht möglich.

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