Zeitungsverlage kündigen eigene iPad-Apps an
Deutsche Verlage: Hoffnungsträger iPad
Zum deutschen Verkaufsstart des Apple iPad am Freitag veröffentlichen mehrere Zeitungs- und Zeitschriftenverlage erste Zeitungs-Apps für den Tablet-PC. Sie erhoffen sich mit dem neuen Apple-Gerät, den Rückgang der Verkaufszahlen des Print-Bereichs mit den neuen Angeboten zu kompensieren.
So wird das Medienhaus Axel Springer kostenpflichtige Apps der Zeitung "Die Welt" und eines speziell für das iPad entwickelte Lifestyle-Magazin "The Iconist" veröffentlichen. Während die Welt-App sich bei der Handhabung an gedruckten Zeitungen orientiert, soll das neue Magazin "The Iconist" multimediale Inhalte wie Videos, Geschichten und verschiedene weitere Elemente interaktiv umsetzen.
Nach einem kostenlosen Testzeitraum muss der Welt-Leser für die iPad-Version monatlich knapp 12 Euro bezahlen. The Iconist erscheint dagegen vierteljährlich für einen Preis von fünf Euro. Die "Bild"-Zeitung aus dem gleichen Verlag soll zu einem späteren Zeitpunkt als iPad-App veröffentlicht werden.
Auch der "Spiegel" kündigte eine eigene Applikation für das iPad an. Sie soll in einer neuartigen Optik erscheinen und durch Bildergalerien, Videodokumentationen und Foren erweitert werden. Eine Einzelausgabe kostet knapp vier Euro, ein Probe-Abonnement kann für elf Ausgaben für 29 Euro erworben werden. Danach kostet der "Spiegel" im Abo mit 3,65 Euro genauso viel wie der Printtitel.
"Focus Online" geht einen anderen Weg und bleibt auch auf dem iPad kostenlos. Die App des Verlags soll in drei Kategorien aufgeteilt werden: Aktuelle Nachrichten, Videos und Hintergrundartikel zu verschiedenen Ressorts. Auch Focus geht den herkömmlichen Weg und ahmt die Handhabung einer Zeitung auf dem iPad nach.
Online-Angebote im Wandel
Die Verlage erhoffen sich mit den neuen Angeboten für den Tablet-PC, die digitale Medienlandschaft weiter zu stärken und dadurch die sinkenden Verkaufszahlen der Print-Angebote auszugleichen. Auch könnten sich die Geschäftsmodelle im Online-Bereich verändern, da die bislang im Netz kostenlosen, werbefinanzierten Dienste auf dem iPad größtenteils kostenpflichtig angeboten werden. Auch Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender von Axel Springer, zeigt sich begeistert: "Jeder Verleger sollte täglich Gott danken, dass Steve Jobs mit dem iPad die Verlagsindustrie rettet."

Rupert Murdoch, Milliardär und Medien-Tycoon, will für die Inhalte seiner Online-Zeitungen ein Bezahlsystem einführen. Nach Aussage der Zeitung "Guardian" aus England sollen Online-Leser schon ab nächstem Sommer für den "Qualitätsjournalismus" aus dem Murdoch-Imperium zur Kasse gebeten werden.
Der Axel Springer Verlag verkauft seine Zeitungstitel nicht nur auf dem iPhone - auch für die herkömmliche Nutzung seiner Webseiten will das Unternehmen künftig Geld kassieren. Zunächst plant der Verlag Gebühren für die Online-Auftritte zweier Regionaltitel. Starttermin ist kommende Woche.
Das Softwareunternehmen Adobe kündigt ein Programm an, mit dem Verlage Zeitungen und Magazine leichter auf das iPad von Apple bringen können. In Zusammenarbeit mit Adobe veröffentlicht das US-Magazin Wired eine erste digitale Ausgabe mit der neuen Software "Digital Viewer".
Seit dem Verkaufsstart des Apple iPad hoffen viele Zeitungsverleger, durch Tablet-PCs einen Aufschwung beim Vertrieb und der Werbevermarktung zu erfahren. Innerhalb der ersten drei Monate veröffentlichten bereits viele Verlage ihre Zeitungen im AppStore. Netzwelt hat sich die Entwicklung der E-Paper-Lösungen näher angesehen.
Der Medienunternehmer Rupert Murdoch arbeitet Medienberichten zufolge an einer Tageszeitung, die exklusiv über Apples iPad vertrieben werden soll. Dafür hat er rund 100 Journalisten eingestellt.
Nach wochenlangen Spekulationen hat Apple nun Richtlinien für den Verkauf von Abos im AppStore vorgestellt. Den Streit mit den Verlegern werden diese aber sicherlich nicht beilegen.
Medienmogul Ruport Murdoch beendet sein Tablet-Experiment. Mangels Erfolg wird die iPad-Zeitung The Daily Mitte Dezember eingestellt.




