Zu der Selbstmordserie beim Auftragshersteller

Kommentar: Unsere Hightech-Sklaven bei Foxconn

Immer wenn ich mir ein neues Hightech-Produkt wie zum Beispiel ein Notebook gekauft habe und zu Hause auspacke, frage ich mich, wer das Gerät wohl zusammengebaut hat. Ich versuche mir dann vorzustellen, wie diese Menschen arbeiten. Vermutlich irgendwo bei einem der Zulieferer in China, Thailand, Shanghai oder Malaysia. In meiner Fantasie sind das Leute, die jeden Tag am Fließband stehen, Platinen löten, Displays zusammensetzen, Tastaturen verpacken oder was auch immer tun.

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Selbdarstellung des Zulieferers auf der Homepage von Foxconn
Selbdarstellung des Zulieferers auf der Homepage von Foxconn

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Notebooks für 400 Euro
  2. 2Die Schattenseite des iPad
  3. 3Modethema Klimaschutz
  4. 4Verbraucher in der Pflicht?

Komischerweise kann ich mir dabei nie vorstellen, dass es denen da wirklich gut geht. Sie arbeiten viel zu viele Stunden am Tag, haben wenig Pausen und dürfen niemals Fehler machen. Dass sie viel Geld verdienen oder in den Genuss von Sozialleistungen kommen, kann ich mir nicht vorstellen. Hightech-Sklaven eben. 

Außerdem beschleicht mich jedes Mal ein Anflug von schlechtem Gewissen, weil ich das Gerät wieder mal viel zu billig erstanden habe. Ein ordentliches Notebook gibt es heute ja schon für 400 Euro.

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Notebooks für 400 Euro

Zugegeben, das sind Vorurteile. Ich habe in dieser Beziehung einfach eine sehr schlechte Meinung von den großen Markenherstellern, die meiner Meinung nach ihre Produkte möglichst kostengünstig fertigen lassen, um ihre Gewinne zu erhöhen.

Dass die Vorstellung von den Hightech-Sklaven nicht völlig aus der Luft gegriffen sind, kann man jetzt gerade wieder bei den Berichten über die Selbstmord-Serie in der Sonderwirtschaftszone Shenzhen beim Elektronikzulieferer Foxconn sehen. Schon zehn Menschen haben sich bei Foxconn in diesem Jahr umgebracht, zwei weitere haben sich beim Suizidversuch schwer verletzt. Foxconn fertigt für alles, was Rang und Namen in der Hightech-Branche hat: Dell, Apple, Sony, Nokia, HP und Apple. 

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