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Nach Selbstmordserie: Apple nimmt Foxconn unter die Lupe (Update)
iPhone-Lieferant soll Mitarbeiter mit Repekt und Würde behandeln

von Lisa Hemmerich Uhr veröffentlicht

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Apple, HP und Dell haben eine unabhängige Untersuchung ihresLieferanten Foxconn in Shenzhen angekündigt. Dort haben seit Jahresbeginn acht Mitarbeiter Selbstmord begangen, zwei weitere haben sich bei Suizid-Versuchen schwer verletzt.

Foxconn beliefert Apple, Dell und HP. Bislang hat nur Apple auf die Selbstmordserie reagiert.

Apple will die Maßnahmen überprüfen, die Foxconn gegen die Selbstmordserie unternimmt. Dem Wall Street Journal zu Folge sei dies die erste öffentliche Reaktion auf die Selbstmordserie eines Foxconn-Kunden.

Apple bestürzt

Zu den Produkten, die in Shenzhen hergestellt werden, gehören unter anderem Apples iPhone und das MacBook sowie Geräte für Dell, Sony und Nokia. Im Mai wurde bekannt, dass Apple bei Foxconn 24 Millionen iPhone 4G Geräte geordert hatte. Foxconn beschäftigt allein in China mehr als 800.000 Mitarbeiter.

"Wir sind traurig und bestürzt über die Selbstmorde bei Foxconn", schreibt Apple in einer Mitteilung. Apple sei darum bemüht, dass die Arbeitsbedingungen bei seinen Lieferanten sicher sind und die Arbeiter mit Respekt und Würde behandelt werden. "Wir stehen in direktem Kontakt mit dem Management von Foxconn und wir glauben, dass sie die Angelegenheit ernst nehmen", sagte Apple-Sprecher Steve Dowling dem Wall Street Journal.

Auffangnetz gegen tödliche Sprünge

Das Unternehmen, das auch unter dem Namen Hon Hai PrecisionIndustry bekannt ist, hat seinen Hauptsitz in Taiwan. Es ist gemessen am Umsatz der weltgrößte Vertragshersteller von Elektronikgeräten. Am Standort in Shenzhen haben seit Jahresbeginn acht Mitarbeiter Selbstmord begangen, zwei weitere haben sich bei dem Versuch schwer verletzt.

Als Ursache vermuten Menschenrechtsorganisationen die schlechten Arbeitsbedingungen, wohingegen das Unternehmen die Behandlung seiner Mitarbeiter verteidigt. Immer wieder warnte Foxconn davor, dass die Berichterstattung Nachahmer hervorrufen werde.

Dem Wall Street Journal zu Folge plane das Unternehmen ein Sicherheitsnetz um einige der hohen Fabrikgebäude zu spannen, um tödliche Sprünge zu verhindern. Zudem hat Foxconn eine Service-Telefonnummer eingerichtet sowie buddhistische Mönche eingeladen.

Update 26. Mai: Reaktionen von Dell und HP

Auch Dell hat sich inzwischen zu den tragischen Vorfällen geäußert: "Wir erwarten von unseren Lieferanten dieselben hohen Standards, die wir in unseren Anlagen einhalten", schrieb Dell in einer Mitteilung. "Diese Bedingungen werden durch mehrere Maßnahmen überprüft, darunter der Verhaltenscode der elektronischen Industrie, Geschäftsberichte der Zulieferer, Selbstauskünfte und Prüfungen."

Der Nachrichten-Agentur Bloomberg zu Folge überprüfe auch HP, ob die Arbeitsbedingungen bei Foxconn in einem Zusammenhang mit den tragischen Ereignissen stehen.

Kommentare zu diesem Artikel

Apple, HP und Dell wollen die Maßnahmen bei ihrem Lieferanten Foxconn in Shenzhen jetzt genauer überprüfen. Seit Jahresbeginn kam es immer wieder zu Suiziden.

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  • Gerd Liebhäuser schrieb Uhr
    AW: Nach Selbstmordserie: Apple nimmt Foxconn unter die Lupe

    238 EUR für einen Monat buchstäbliche Vollzeitarbeit... 3744 Arbeitsstunden (365 Arbeitstage - 52 "Feier-" Tage @ 12 Stunden Tagesarbeitszeit) pro Foxconn-Arbeiter pro Jahr bei 238 EUR monatlich ... das macht dann, (12 x 238 EUR =>) 2856 EUR Jahresgehalt bei insgesamt 3744 Jahresarbeitszeit, insgesamt also 0,7628205128205128 EURO pro Arbeitsstunde in der Foxconn-Fabrik, iPods und wer weiß was bearbeiten... für 0,76 ... 1-EURO-Job-Arbeiter bekommen hierzulande das doppelte bei weniger als der halben Arbeitszeit, letztenendes dasselbe Gehalt (zuzüglich Hartz4, etc.). Mir scheint, als würden wir wirklich mit den Chinesen konkurrieren... nur dass diese rechnerisch gesehen die doppelte Arbeit für's halbe Geld machen, also einen mehr als vierfachen Wettbewerbsvorteil gegenüber dem Deutschen Hartz4-Arbeiter bieten. Die tradtitionelle chinesische Medizin lässt grüßen ...:-)
  • Trashboy123 schrieb Uhr
    AW: Nach Selbstmordserie: Apple nimmt Foxconn unter die Lupe

    Ein Auffangnetz ändert bestimmt nichts an den psychologischen Situation der Mitarbeiter...
  • Peter Schramm schrieb Uhr
    AW: Nach Selbstmordserie: Apple nimmt Foxconn unter die Lupe

    Interessant was man in den Medien hört. Wenn ich meine Kollegen in China frage wundert sich niemand darüber dass Mitarbeiter von Foxconn vermehrt Selbstmorde begehen. Die Art wie Foxconn seine Mitarbeiter behandelt scheint in China wohl um einiges besser bekannt (und verrufen) zu sein als Hierzulande. Ich nehme dennoch an dass nach einer Überprüfung von Apple HP und wie Sie alle heißen rauskommen wird das Alles in Bester Ordnung ist und Foxconn alles für Seine Mitarbeiter tun wird. Denn Foxconn wird wohl nicht so schön günstig weiter produzieren können (und damit viel Geld in aller Beteiligter Kassen spülen) wenn man die Arbeitsbedingungen an die von Apple oder HP (firmenintern) anpasst.
  • snowmen schrieb Uhr
    AW: Nach Selbstmordserie: Apple nimmt Foxconn unter die Lupe

    lächerlich! apple ist sicherlich nur um das eigene image besorgt, mehr nicht. ist doch eh nur alles heuchlerei. die sollen sich mal aus den billiglohnländern zurückziehen. produzieren kann man auch in europa und co. nur den hals bekommt man dan nicht ganz so voll.

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Nach Selbstmordserie: Apple nimmt Foxconn unter die Lupe (Update)
Nach Selbstmordserie: Apple nimmt Foxconn unter die Lupe (Update)
Apple, HP und Dell wollen die Maßnahmen bei ihrem Lieferanten Foxconn in Shenzhen jetzt genauer überprüfen. Seit Jahresbeginn kam es immer wieder zu Suiziden..
http://www.netzwelt.de/news/82860-selbstmordserie-apple-nimmt-foxconn-lupe-update.html
2010-05-26 16:27:36
News
Nach Selbstmordserie: Apple nimmt Foxconn unter die Lupe (Update)