iPhone-Lieferant soll Mitarbeiter mit Repekt und Würde behandeln

Nach Selbstmordserie: Apple nimmt Foxconn unter die Lupe (Update)

Apple, HP und Dell haben eine unabhängige Untersuchung ihresLieferanten Foxconn in Shenzhen angekündigt. Dort haben seit Jahresbeginn acht Mitarbeiter Selbstmord begangen, zwei weitere haben sich bei Suizid-Versuchen schwer verletzt. 

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Foxconn
Foxconn beliefert Apple, Dell und HP. Bislang hat nur Apple auf die Selbstmordserie reagiert. (Quelle: Foxconn)

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Apple bestürzt
  2. 2Auffangnetz gegen tödliche Sprünge
  3. 3Update 26. Mai: Reaktionen von Dell und HP
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Apple will die Maßnahmen überprüfen, die Foxconn gegen die Selbstmordserie unternimmt. Dem Wall Street Journal zu Folge sei dies die erste öffentliche Reaktion auf die Selbstmordserie eines Foxconn-Kunden.

Apple bestürzt

Zu den Produkten, die in Shenzhen hergestellt werden, gehören unter anderem Apples iPhone und das MacBook sowie Geräte für Dell, Sony und Nokia. Im Mai wurde bekannt, dass Apple bei Foxconn 24 Millionen iPhone 4G Geräte geordert hatte. Foxconn beschäftigt allein in China mehr als 800.000 Mitarbeiter. 

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"Wir sind traurig und bestürzt über die Selbstmorde bei Foxconn", schreibt Apple in einer Mitteilung. Apple sei darum bemüht, dass die Arbeitsbedingungen bei seinen Lieferanten sicher sind und die Arbeiter mit Respekt und Würde behandelt werden. "Wir stehen in direktem Kontakt mit dem Management von Foxconn und wir glauben, dass sie die Angelegenheit ernst nehmen", sagte Apple-Sprecher Steve Dowling dem Wall Street Journal. 

Auffangnetz gegen tödliche Sprünge

Das Unternehmen, das auch unter dem Namen Hon Hai Precision Industry bekannt ist, hat seinen Hauptsitz in Taiwan. Es ist gemessen am Umsatz der weltgrößte Vertragshersteller von Elektronikgeräten. Am Standort in Shenzhen haben seit Jahresbeginn acht Mitarbeiter Selbstmord begangen, zwei weitere haben sich bei dem Versuch schwer verletzt.

Als Ursache vermuten Menschenrechtsorganisationen die schlechten Arbeitsbedingungen, wohingegen das Unternehmen die Behandlung seiner Mitarbeiter verteidigt. Immer wieder warnte Foxconn davor, dass die Berichterstattung Nachahmer hervorrufen werde.

Dem Wall Street Journal zu Folge plane das Unternehmen ein Sicherheitsnetz um einige der hohen Fabrikgebäude zu spannen, um tödliche Sprünge zu verhindern. Zudem hat Foxconn eine Service-Telefonnummer eingerichtet sowie buddhistische Mönche eingeladen.

Update 26. Mai: Reaktionen von Dell und HP

Auch Dell hat sich inzwischen zu den tragischen Vorfällen geäußert: "Wir erwarten von unseren Lieferanten dieselben hohen Standards, die wir in unseren Anlagen einhalten", schrieb Dell in einer Mitteilung. "Diese Bedingungen werden durch mehrere Maßnahmen überprüft, darunter der Verhaltenscode der elektronischen Industrie, Geschäftsberichte der Zulieferer, Selbstauskünfte und Prüfungen." 

Der Nachrichten-Agentur Bloomberg zu Folge überprüfe auch HP, ob die Arbeitsbedingungen bei Foxconn in einem Zusammenhang mit den tragischen Ereignissen stehen.

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