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Kommentar zum Datenschutz: Angriff ist die beste Verteidigung Aktuelle Datenschutzskandale bei Google und Facebook

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Aktuelle Datenschutzskandale bei Google und Facebook belegen, was Pessimisten schon lange denken. Die Privatsphäre ist tot und alle Datenschützer kämpfen nur Rückzugsgefechte. Aber vielleicht gibt es doch einen Ausweg - hofft zumindest netzwelt-Autor Mehmet Toprak

Die zwei größten Datenkraken dieses Planeten haben zurzeit wohl ein paar Probleme. Bei Google scheppert es gerade mächtig, weil die Street View-Autos auch noch Daten aus ungesicherten WLANs gespeichert haben und Facebook gerät unter Beschuss, weil es die Privatsphäre seiner Nutzer nicht wirklich ernst nimmt.

Ein paar Studenten wollen jetzt ein anonymes Netzwerk auf Peer-to-Peer-Basis aufmachen und bekommen dafür Geld und Zuspruch aus aller Welt. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg - der Mann in den Adiletten - ist auch nicht mehr der große Sympathieträger. Er soll unlängst gesagt haben, dass die Leute im Internet-Zeitalter gar keine Privatsphäre mehr bräuchten, sondern alles teilen wollten.

Auch das Konzept der wechselnden Identitäten und Rollen, die jemand zu Hause, mit Freunden, im Büro und in der Öffentlichkeit hätte, sei völlig überholt. Wenn er recht hat, dann ist ihm der Nobelpreis für Psychologie sicher. Den kann er sich dann in seinen Badelatschen abholen.

Echtes, ehrlich verdientes Geld

Der Fairness halber muss man sagen, dass Internetdiensten wie Facebook gar nichts anderes übrig bleibt, als mit den Profilen ihrer Kunden Geld zu verdienen. Daran ist die Kostenlos-Kultur im Internet schuld. Wer von den Kunden kein Geld bekommt, muss versuchen, mit Werbung und Nutzerdaten Einkommen zu generieren. Insofern, nichts für ungut, Mr Zuckerberg. Vorschlag: Wenn die Leute wüssten, dass Facebook ihre Privatsphäre respektiert, würden sie womöglich auch was dafür bezahlen. Zwei Euro pro Monat, das ergibt bei derzeit 400 Millionen Nutzern immerhin 9,6 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr. Echtes, ehrlich verdientes Geld.

Der Fairness halber muss man im Falle Google außerdem sagen, dass die Speicherung von WLAN-Daten in den Street View-Autos wohl tatsächlich ein Versehen war und nicht der Unternehmenspolitik entsprach. Das macht die Sache aber noch schlimmer. Denn daraus kann man nur folgern, dass unsere Daten auch dann nicht geschützt sind, wenn das Unternehmen diese gar nicht haben will. Auch wenn die Führung von Google tausend Mal versichert, wie wichtig ihr doch der Schutz unserer privaten Daten sein, so kann sie doch beim besten Willen nicht garantieren, dass nicht ein einzelner Mitarbeiter mal einen Fehler macht oder nicht gar absichtlich Schindluder mit den Daten treibt.

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