Preiswerter Full-HD-Plasma mit THX-Modus

LG 50 PS 8000: Stylischer 50-Zoll-Plasma im Test

Der LG 50 PS 8000 zählt für viele zu den schönsten Fernsehern auf dem gesamten Markt, nicht umsonst gewann er bereits mehrere Designpreise. Doch kann die flache Flunder auch mit ihrem Bild punkten? Der Preis ist mehr als verführerisch, schließlich kann man den mit 1.700 Euro angesetzten 50-Zöller im Internet bereits für 900 Euro ergattern.

Das zum Teil transparente Gehäuse und der bläulich schimmernde Drehfuß des LG 50 PS 8000 verleihen dem 50-Zöller eine schicke Optik. (Bild: netzwelt)
Das zum Teil transparente Gehäuse und der bläulich schimmernde Drehfuß des LG 50 PS 8000 verleihen dem 50-Zöller eine schicke Optik. (Bild: netzwelt)

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Mittelprächtig: Ausstattung und Handhabung
  2. 2Kleine Schwächen: TV- und DVD-Bildqualität
  3. 3Solide: Blu-ray-Bild 
  4. 4Fazit: Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Werbung

"Sieht der gut aus", war die erste Redaktion der netzwelt-Redaktion, als sie den 34 Kilo schweren LG 50 PS 8000 erstmals zu Gesicht bekam. Klarer Fall: ein echter Hingucker. Doch was nutzt das, wenn die inneren Werte nicht stimmen? Die Redaktion wagte einen Blick ins Innenleben. 

Mittelprächtig: Ausstattung und Handhabung

Für diesen Preis kann man nicht alles haben, das leuchtet ein. Deshalb sucht netzwelt so etwas wie eine Internetanbindung und einen Multituner vergeblich, findet aber immerhin einen DVB-T-Tuner. Erfreulich ist das Vorhandensein eines USB-Eingangs, über den man DivX-Videos, Fotos und Musik abspielen kann. Zudem nimmt der LG Fotos und Musik auch über Bluetooth entgegen, beispielsweise vom Handy. Das Bluetooth-Interface ermöglicht außerdem die drahtlose Einbindung und Umwandlung eines Stereo-Headsets in TV-Kopfhörer. Einen konventionellen Kopfhöreranschluss haben die Entwickler dem 50 PS 8000 leider nicht spendiert.

Zweckmäßig, praxisgerecht, aber längst nicht so gut aussehend: die Fernbedienung.
Zweckmäßig, praxisgerecht, aber längst nicht so gut aussehend: die Fernbedienung.

Negative Kritik verdient auch die wenig sinnvolle Sortierung der Programme per Sendersuchlauf. Beifall bekommt hingegen der Verlaufsspeicher, über den sich die fünf zuletzt aktiven Sender aufrufen lassen. Ebenfalls positiv: Der Plasma kommt ohne Lüfter aus und kann so erst gar kein lautes Betriebsgeräusch entwickeln. Dafür liegt der durchschnittliche Stromverbrauch mit 344 Watt ganz schön hoch – eine typische Schwäche von Plasma-Fernsehern. 

Kleine Schwächen: TV- und DVD-Bildqualität

An dieser Stelle kommt der THX-Modus ins Spiel, den LG "THX-Kino" nennt und in dem alle Bildregler gesperrt sind. Zur Erklärung: Der THX-Modus ist eine Voreinstellung bei Fernsehern, die ein originalgetreues und hochwertiges Bild liefern soll, das sich an die strengen Vorgaben der Firma THX hält. Das hat den Vorteil, dass man sofort mit optimalen, besonders natürlichen Bildeinstellungen durchstarten kann. Wer möchte, kann die Reglersperrung aber mit einem kleinen Trick überlisten und die Einstellungen nach eigenem Geschmack optimieren: Einfach die über den Bildassistenten gewonnenen Einstellungen im Speicher "Expert 1" ablegen – über diesen Umweg sind dann auch im THX-Modus alle Bildregler zugänglich. 

Das TV-Bild überzeugt mit einem natürlichen, farbechten Look, wenngleich die Detailschärfe noch etwas höher sein dürfte. Leider muss netzwelt ausgeprägte Bildspeichereffekte beobachten: Kontraststarke Muster bleiben im nachfolgenden Bild für eine Weile schemenhaft zu erkennen – das gibt Punktabzüge. Zudem ist der LG-Plasma in hellen Räumen der leuchtstarken LCD-Konkurrenz konstruktionsbedingt unterlegen – er eignet sich nur begrenzt für den Tageslichteinsatz und wirkt im sonnigen Wohnzimmer kraftlos. Bei der DVD-Wiedergabe gefällt der LG mit neutralen Farben, einer sauberen Bewegungsdarstellung sowie einem ordentlichen Kontrast, der bei der hintereinander erfolgenden Schwarz- und Weißmessung bei 3.600:1 liegt.  

Solide: Blu-ray-Bild 

Auch beim Blu-ray-Bild finden Heimkinopuristen Kritikpunkte, etwa die nicht vorhandene Ultraschwarz-Darstellung, durch die dunkelste Bildbereiche nicht ausreichend differenziert aussehen. Oder das vergleichsweise deutlich sichtbare Granularrauschen bei geringem Sehabstand, das in Farbverläufen leichte Einfärbungen verursacht. Und die nicht abschaltbare Glättung von 24p-Kinosignalen, die das typische Kinoruckeln beseitigt. Letzteres kann man aber auch – je nach Philosophie – als angenehm empfinden. Ansonsten sieht das Blu-ray-Bild kräftig und kontraststark aus.

Unvollständig: Neben dem Kopfhörerausgang fehlt auch noch ein Line-Ausgang. Dafür sind gleich vier HDMI-Schnittstellen an Bord, drei hinten, eine an der Seite. (Bild: netzwelt)
Unvollständig: Neben dem Kopfhörerausgang fehlt auch noch ein Line-Ausgang. Dafür sind gleich vier HDMI-Schnittstellen an Bord, drei hinten, eine an der Seite. (Bild: netzwelt)

Fazit: Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Bei diesem Preis-Leistungs-Verhältnis sollte man nicht meckern, netzwelt tut es trotzdem: Die 24p-Verarbeitung zeigt Schwächen, die Bildspeichereffekte nerven und die begrenzte Tageslichttauglichkeit hebt auch nicht gerade die Laune. Auf der anderen Seite steht ein bildschöner, sehr großer Fernseher, der ein kraftvolles Bild, einen ansprechenden Kontrast und eine natürliche Farbabstimmung bietet – und bei manchen Versandhändlern bereits für einen dreistelligen Betrag den Besitzer wechselt.  

Kommentieren