Damit Europa nicht abgehängt wird

EU-Kommission: Breitband für alle bis 2020

Noch immer haben 30 Prozent aller Europäer noch nie das Internet genutzt. Damit Europa wirtschaftlich nicht zurückbleibt, hat EU-Telekommunikationskommissarin Neelie Kroes nun die Digitale Agenda für Europa vorgestellt. Darin fordert sie unter anderem, bis zum Jahr 2020 Breitband für alle zugänglich zu machen sowie einen einheitlichen Telekommunikationsmarkt. Auch Nachhilfekurse für Offliner soll es geben. 

EU
Die Digitale Agenda soll verhindern, dass die EU den Anschluss verliert.

Inhaltsverzeichnis

  1. 130 Prozent noch nie im Internet
  2. 2Telefonate innerhalb EU billiger
  3. 3Schulungen für Offliner
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Um international  den Anschluss nicht zu verlieren, hat Europa drei Möglichkeiten: härter arbeiten, länger arbeiten oder cleverer arbeiten. "Wahrscheinlich müssen wir alles zusammen tun, doch die letzte Option ist die einzige, um bessere Lebensstandards zu garantieren", heißt es in dem 42-seitigen EU-Dokument.  

30 Prozent noch nie im Internet

Aus diesem Grund hat die EU die Digitale Agenda erarbeitet. Die Strategie verleiht den Informations- und Kommunikationstechnologien eine Schlüsselrolle für die Entwicklung der EU. Bislang macht die Branche mit einem Umsatz von jährlich rund 660 Millionen Euro fünf Prozent des europäischen Bruttoinlandproduktes aus. Täglich nutzen 250 Millionen Menschen in Europa das Internet. Fast alle besitzen ein Handy.

Dennoch haben 30 Prozent der Europäer noch nie das Internet genutzt. Nur ein Prozent der Europäer hat Zugang zu schnellen Glasfasernetzen. In Japan sind es bereits zwölf Prozent. Europa ist noch immer ein Flickenteppich aus einzelnen Kommunikationsmärkten.

Telefonate innerhalb EU billiger

Deshalb ist es das Ziel regulatorische Barrieren bis 2020 zu beseitigen und einen einheitlichen Markt im Telekommunikationssektor zu schaffen. Bislang müssen Unternehmen mit Sitz in der EU, die zum Beispiel Musik in ganz Europa vermarkten, die Urheberrechte für jedes einzelne Mitgliedsland vorher abklären. Die Agenda sieht ein einheitliches Lizensierungsverfahren bis 2012 vor.

Bis 2015 sollen auch Handytelefonate im europäischen Ausland deutlich billiger werden. Ein weiteres Hindernis ist der Mangel an Kompatibilität zwischen Standards digitaler Dienste und Geräte innerhalb der EU. Cyberkriminalität muss härter bekämpft werden, damit mehr Vertrauen in das Netz entsteht. Es soll ein Meldesystem für strafbare Inhalte eingeführt werden. Auch muss der Schutz der Prviatshäre und persönlicher Daten gewährleistet werden. 2013 solle es verbindliche Vorgaben für soziale Netzwerke geben.

Schulungen für Offliner

Eine zentrale Forderung lautet: Breitband für alle, wozu entschiedene Investitionen notwendig sind. Bis 2020 sollen alle Haushalte Zugang zu Netzen mit mindestens 30 Megabit pro Sekunde erhalten. Die Hälfte der Haushalte soll sogar über eine Geschwindigkeit von 100 Megabit pro Sekunde verfügen. Auch sollte mehr in Forschung und Entwicklung investiert werden. Einheitliche Schulungsprogramme sollen Offliner den Zugang zum Internet ermöglichen, sonst werden diese von der weiteren Entwicklung abgehängt. Öffentliche Dienste könnten mit Hilfe neuer Techniken effizienter gestaltet werden. 

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