Verdacht auf Absprache bei Kosteneinführung im Free-TV
Bundeskartellamt: Durchsuchung bei ProSiebenSat.1 und RTL
Beamte des Bundeskartellamt haben am Mittwoch die Büroräume von ProSiebenSat.1 und RTL durchsucht. Dem Medienblog Kress zu Folge sollen sich die beiden Privatsender über eine mögliche Verschlüsselung der bisher frei ausgestrahlten Programme abgesprochen haben.
Gegenüber Kress bestätigte ein Sprecher von ProSiebenSat.1 die Durchsuchung. Zudem sagte er, dass es bei den Ermittlungen um die Verbreitung der Digitalprogramme gehe. Weitere Details wollte er nicht nennen.
ProSieben und RTL bald kostenpflichtig?
Die Wettbewerbshüter ermitteln, weil sich die beiden Sender bei der Verschlüsselung der bisher frei ausgestrahlten Digitalprogramme abgesprochen haben sollen. Kress zu Folge liegt der Durchsuchung ein richterlicher Beschluss zu Grunde. Es bestehe der Verdacht, die Sender wollten ihr digitales Programm in Absprache nur noch verschlüsselt und kostenpflichtig verbreiten.
Weiter sollen technische Barrieren bei der Nutzung des Programms eingeführt werden, wie Kopierschutz und Werbeblocker. Die HD+ Programme der beiden Sender verfügen bereits über diese Einschränkungen. Damit sind zum Beispiel Aufzeichnungen ohne Werbung nicht möglich. Auch lassen sich die Unterbrechungen nicht durch Vorspulen umgehen.
Zuschauer hätte keine Wahl
Denkbar wäre, dass ProSiebenSat.1 und RTL planen, Gebühren und Verschlüsselung auf ihr normal empfangbares Programm auszudehnen. Durch eine Absprache könnten Zuschauer gezwungen sein, zu zahlen, wenn mehrere Sender gleichzeitig ein derartiges Angebot einführten.
HD+ ist ein relativ neues, zusätzliches Programmangebot in HD-Qualität über Astra. Dabei kann das komplette Programm von RTL, SAT.1, ProSieben, VOX und kabel eins in hochauflösender HD-Qualität empfangen werden. Neben den privaten Sendern bieten auch die öffentlich-rechtlichen Anstalten ihr Programm in HD-Auflösung. Im ersten Jahr ist das Angebot kostenlos, anschließend kostet der Empfang jährlich 50 Euro.

Was hochauflösendes Fernsehen angeht, war Deutschland lange Zeit Entwicklungsland: Es mangelte bisher an hochauflösenden Inhalten seitens der Sendeanstalten. Mit dem HDTV-Start der Öffentlich-Rechtlichen kommt Bewegung in die deutsche HD-Landschaft - die Zahl der verfügbaren Kanäle in Hochauflösung steigt.
Rechtzeitig zum Start der Olympischen Winterspiele bieten die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender ARD, ZDF und Arte eigene HDTV-Programme. Kabel Deutschland wurde nun beauftragt, die HDTV-Programme ins eigene Netz einzuspeisen. Damit kommen die Kunden des Kabelnetzbetreibers ab Mitte Februar in den Genuss des HDTV-Angebots der drei Sender.
Nach dem Start des öffentlichen-rechtlichen Fernsehprogramms in HD, möchte Kabel Deutschland sein Angebot erweitern. Dazu führt der Betreiber Verhandlungen mit der Privatsendergruppe ProSiebenSat1. Bis Juni soll ganz Deutschland TV in HD-Auflösung genießen können.
Die ARD will weitere Sender in HD ausstrahlen. Das kündigte die ARD-Vorsitzende und WDR-Intendantin Monika Piel an. Geplant ist die Ausstrahlung aber erst nach dem April 2012.
Mehr Qualitätssignale für Entertain: IPTV-Kunden der Telekom können demnächst drei neue HD-Sender empfangen - MTV HD, Viva HD und Nickelodeon/Comedy Central HD.
Kunden von Kabel Deutschland können sich ab dem 5. Oktober dieses Jahres über sechs neue HDTV-Kanäle im Angebot des Anbieters freuen. Die neuen Sender werden ins Basispaket integriert, können aber auch von bereits bestehenden Nutzern hinzugebucht werden.
Auch ohne einen schnellen VDSL-Anschluss können Telekom-Kunden künftig HD-Fernsehen über die Internetleitung empfangen. Zudem erhöht das Unternehmen die Anzahl verfügbarer HD-Sender.




