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632-Gramm-Notebook: Sony Vaio P im Test
Neuauflage des Notebook-Fliegengewichts

von Roland Haberer Uhr veröffentlicht

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Wer im Trend liegen will darf nicht nur Modezeitschriften durchblättern. Auch das ein oder andere technische Lifestyleprodukt gehört zur täglichen Ausstattung. Bislang galt dies vor allem für Apple-Produkte, aber auch Konkurrent Sony möchte mit dem Vaio P ein Stück vom Lifestyle-Kuchen abhaben.

Sony legt das Mini-Notebook Vaio P in der zweiten Generation auf. Wiederum handelt es sich um ein äußerst exklusives Notebook mit bescheidener Leistung. Allerdings dient das Vaio P ohnehin eher als Hingucker. Es ist ab Ende Juni in fünf teils knalligen Farben zu einem Preis von 900 Euro erhältlich.

Vorserienmodell 

Vorweg: Sony stellte netzwelt für diesen Test ein Vorseriengerät zur Verfügung, weshalb einige Funktionen, die die Serienmodelle aufweisen werden, noch fehlen. Dazu zählt etwa der Bewegungssensor der es erlaubt, durch Kippen des Notebooks zwischen Dokumenten und Webseiten navigieren zu können. Außerdem war es netzwelt noch nicht möglich, die "eBook-Funktion" durch Drehen des Vaio P um 90 Grad zu überprüfen. Dadurch soll das Lesen von eBooks und das Ansehen von Bildern im Hochformat erleichtert werden.

Sony Vaio P

Ebenfalls noch nicht verbaut wurde der Digitalkompass. Mit diesem soll es möglich sein, dass Vaio P als Navigationsgerät zu nutzen. Dabei soll das Notebook auch in der Lage sein zu erkennen, in welcher Richtung das Gerät ausgerichtet ist und die Karte, ähnlich wie aktuelle Smartphones es bereits vormachen, dementsprechend anpassen. Trotz dem Umstand, dass es sich um ein Vorseriengerät handelt, gibt es in Sachen Verarbeitungs-Qualität keinerlei Beanstandung.

Technik: Außergewöhnlich

Sony sieht seit jeher das Vaio P nicht als Netbook und unterstreicht dies bei der zweiten Version des Mini-Notebooks einmal mehr durch ein eigenständiges Design und durch einen komplett anderen technischen Ansatz als die Konkurrenz. Im Sony Vaio P arbeitet zwar ebenfalls ein Intel Atom-Prozessor. Der Z540 taktet jedoch mit 1,86 Gigahertz etwas höher als der ansonsten verbaute Atom N450 mit 1,66 Gigahertz.

Aufgrund des breiten Formats verbaut Sony ein acht Zoll großes Display mit einer ungewöhnlichen Auflösung von 1.600 x 768 Pixeln. Verglichen mit Netbookbildschirmen verfügt das Display des Vaio P über eine sehr gute Bildqualität. Aufgrund dessen, dass Sony als Betriebssystem Windows 7 Home Premium verwendet, kommen auch zwei Gigabyte DDR2-RAM zum Einsatz.

Bis hierhin überzeugen die technischen Daten, dennoch fühlt sich das Vaio P im Alltag ein wenig träge an. Bei einer Überprüfung der 64 Gigabyte großen Solid-State-Drive stellt sich das Laufwerk als Ursache heraus. Bei dieser SSD handelt es sich um einen wahren Bremsklotz – die Transferraten sind mit durchschnittlich knapp über 30 Megabyte pro Sekunde sehr dürftig und auch die Zugriffszeiten sind für eine SSD mit einer Millisekunde äußerst schlecht. Zum Vergleich: Eine mittelmäßige Notebookfestplatte arbeitet mit circa 60 Megabyte in der Sekunde.

Festplattengeschwindigkeit 64GB SSD (HD Tune)
MinimumMaximumDurchschnittZugriffszeit
27,8 MB/sek.44,0 MB/sek.33,7 MB/sek.1,0 ms

Akkulaufzeit: Kleiner Akku, hohe Laufzeit

Trotz des sehr kleinen Akkus mit nur 2.500 Milliampere erreicht das Vaio P respektable Akkulaufzeiten. Bei einer Filmwiedergabe wird der Bildschrim nach 140 Minuten schwarz. Beinahe vier Stunden hält der Akku bei reinen Office-Tätigkeiten und Internetsurfen durch. Zwar liegen die Werte unter jenen von Netbooks-, aber diese Geräte verfügen meist über einen weitaus größeren Akku.

Akkulaufzeit
OfficeFilm
225 min.140 min.

Mit dem Akku bringt es das Sony Vaio P lediglich auf ein Gewicht von 632 Gramm – rekordverdächtig und für viele sicher ein Hauptgrund, ein Auge auf das knallige Notebook zu werfen. Das Vaio P ist damit nochmals rund 150 Gramm leichter als das exklusivere Sony Vaio X. Die Kühlung erfolgt passiv. Durch den Verzicht auf Lüfter wird die Unterseite des Notebooks vor allem im linken und mittleren Bereich äußerst warm. Probleme mit Abstürzen gibt es jedoch nicht.

Bedienung: Zwei Mäuse, beide ungewöhnlich

Ein außergewöhnliches Konzept benötigt auch eine innovative Bedienung. In diese steckten die Entwickler einiges an Zeit. Durch das breite Gehäuse bleibt genügend Platz für die Tastatur, auf der es sich sehr gut tippt. Ungewohnt ist die Schreibarbeit mit dem Vaio P dennoch, da die Handballenauflage immer der Tisch ist, anstelle des Notebooks. Bis auf die etwas kleinen Shift-Tasten unterliegt das Tastaturlayout dem Standard. Zum schnelleren Aufrufen des Browser und der Sony-Software "Vaio Care" verfügt das Notebook über zwei Zusatztasten. Die dritte Zusatztaste verringert die Bildschirmauflösung von 1.600 x 768 auf 1.280 x 600 Bildpunkte, was in manchen Situationen äußerst praktisch ist.

Sony Vaio P

Bild 1 von 9
Mit passender Tasche

Das Vaio P verfügt über zwei Mäuse – beide ungewöhnlich für ein Notebook, aber nicht gänzlich neu. Primär kommt ein Trackpoint mit drei Maustasten zum Einsatz. Die Maustasten befinden sich an der unteren Gehäusekante und sind äußerst schmal – ungewohnt. Das Acht-Zoll-Display füllt nicht den gesamten Platz aus, weshalb links und rechts vom Bildschirm viel Freiraum bleibt. Auf der linken Seite integriert Sony zwei Touchpadtasten. Die rechte Seite besetzen ein kleines Touchpad und eine Webcam.

Die Steuerung über die  "Bildschirmmaus" funktioniert ausgesprochen gut, wenngleich ein Zurückklappen des Bildschirms wie bei einem Convertible-PC wünschenswert gewesen wäre. Dies würde die Handhabung nochmals verbessern. Bei einer unverbindlichen Preisempfehlung von 900 Euro wäre eine solche Funktion durchaus angebracht.

Anschlüsse: Alles Drahtlos

Auf den ersten Blick gibt es nur wenige Anschlüsse an den Seiten des Vaio P. Beidseitig zu finden ist jeweils ein USB-Anschluss. Auf der linken Seite befindet sich zudem ein Kopfhörer-Anschluss und ein Schalter für die drahtlosen Verbindungen. Mikrofon-Anschluss ist unverständlicherweise keiner vorhanden, jedoch verfügt das Vaio über ein eingebautes Mikro. Gigabit-LAN und VGA werden mit Hilfe einer Adapter-Lösung realisiert. An der Front befinden sich zwei Kartenleser für die Formate SD und Memory Stick.

Zur Eierlegenden Wollmilchsau mutiert das Vaio P bei den drahtlosen Verbindungen: Bluetooth, GPS, HSDPA/HSUPA, UMTS, EDGE, GPRS und WLAN bietet das Notebook. Die bereits angesprochene Webcam liefert ein gutes Bild. Durch die ungewöhnliche Position der Kamera ist der Anwender jedoch nur zum Teil im Bild, wenn er sich zentriert vor den Rechner setzt.

Mit dem Vaio P lässt sich zudem Sonys-Spielekonsole Playstation 3 bedienen und steuern. Allerdings ist das Vaio P aufgrund seiner Form kein wirklicher Ersatz zum Playstation 3-Controller. Sony spendiert dem Vaio P außerdem zwei Betriebssysteme. Primär wird Windows 7 Home Premium genutzt. Ist Eile geboten kann man mittels eines abgespeckten Linux-System online gehen. Dieses startet wesentlich schneller als Windows 7.

Fazit: Zu teuer

Das Sony Vaio P ist ein besonderes Stück Hardware. Nicht nur die knallige Farbgebung sondern auch die ungewöhnliche Form lenkt die Blicke auf sich. Leider trübt die langsame SSD den Spaß an der Arbeit. Oftmals nimmt sich das Vaio P eine Auszeit und lässt den Nutzer einige Sekunden warten.

Unbestritten ist jedoch, dass das Vaio P Stil hat und aus der Masse hervorsticht. Zum Preis von 300 bis 400 Euro wäre es der ideale Begleiter für Vielreisende, Messebesucher und Bahnfahrer oder auch für Schüler und Studenten. Das Preisschild mit der Aufschrift "900 Euro" dürfte die meisten Interessenten aber abschrecken.

Kommentare zu diesem Artikel

Wer im Trend liegen will darf nicht nur Modezeitschriften durchblättern. Auch das ein oder andere technische Lifestyleprodukt gehört zur täglichen Ausstattung. Bislang galt dies vor allem für Apple-Produkte, aber auch Konkurrent Sony möchte mit dem Vaio P ein Stück vom Lifestyle-Kuchen abhaben.

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  • PaH schrieb Uhr
    AW: 632-Gramm-Notebook: Sony Vaio P im Test

    Ich dachte das ist eine Gummischicht?
  • burnout150 schrieb Uhr
    AW: 632-Gramm-Notebook: Sony Vaio P im Test

    Plastik mit Farbe
  • Tom__ schrieb Uhr
    AW: 632-Gramm-Notebook: Sony Vaio P im Test

    Hi, Ist das Orange eigentlich eine Lackierung oder ist das Plastik farbig?

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632-Gramm-Notebook: Sony Vaio P im Test
632-Gramm-Notebook: Sony Vaio P im Test
Das Sony Vaio P ist ein Lifestyle-Notebook, welches in fünf, teils knalligen Farben ab der 25 Kalenderwoche erhältlich sein wird. Darüber hinaus setzt sich Sony auch preislich von der Netbook-Konkurrenz ab. Kosten soll das Vaio P der zweiten Generation 900 Euro.
http://www.netzwelt.de/news/82796-632-gramm-notebook-sony-vaio-p-test.html
2010-05-20 18:11:00
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2010/sony-vaio-p564.jpg
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