Web-Browser verraten zu viel über ihre Nutzer
Datenschutz: Acht von zehn Browser hinterlassen digitalen Fingerabdruck
Die meisten Browser hinterlassen digitale Fingerabdrücke ihrer Nutzer. Auf jeder Seite die besucht wird, werden Spuren hinterlassen, die zurückverfolgt werden können. Das hat eine neue Studie der Electronic Frontier Foundation (EFF) ergeben.
Das Ergebnis der dreimonatigen Studie ist erschreckend: Acht von zehn Browsern hinterlassen Spuren auf den Seiten, die die Anwender besuchen. Anhand dieser Spuren sind Seitenbesucher identifizierbar. Um das zu testen, bat die Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) Freiwillige die Testseite "http://panopticlick.eff.org" im Internet abzurufen. Diese Seite speicherte alle öffentlich zugänglichen Informationen über die Teilnehmer ab. Zu diesen Informationen zählen das verwendete Betriebssystem, der Bowser sowie installierte Plug-ins. All dies sind Informationen, auf die Webseiten routinemäßig zugreifen, jedes Mal, wenn ein Nutzer sie besucht.
Mindestens 85 Prozent der Nutzer sind identifizierbar
Im nächsten Schritt glichen die Forscher die gesammelten Informationen mit einer Datenbank von fast einer Million Nutzer ab. Die EFF fand heraus, dass 85 Prozent der Kombinationen einzigartig und damit identifizierbar waren. Damit hinterlässt jeder Besucher einer Webseite eine Art Browser-Fingerabdruck, durch den er identifizierbar wird. Noch höher ist die Identifizierbarkeit bei Browsern, die mit Adobe-Flash und Java arbeiten.
Die meisten Seiten unternähmen nichts, um ihre Nutzer zu anonymisieren, sagte EFF-Sprecher Peter Eckersley. Stattdessen verkauften einige Unternehmen bereits Produkte, die Browser-Fingerabdrucke nutzten, um die Nutzer einer Webseite und deren Online-Aktivitäten zu identifizieren. Das Experiment zeige, wie genau diese Rückverfolgung mittlerweile funktioniere.
Browser sollten die Privatsphäre besser schützen
Der EFF zu Folge sind Browser, die Java-Skript blockieren, weniger rückverfolgbar. Auch können Browser-Einstellungen natürlich so gerändert werden, dass weniger Informationen hinterlassen werden, was für die meisten Anwender aber schwierig sei. Das Beste wäre, wenn Internetnutzer selbst darauf bestehen, dass Browser ihre Privatsphäre besser schützen.
Die EFF wird die Studien-Ergebnisse auf dem Privacy Enhancing Technologies Symposium (PETS 2010) im Juli in Berlin vorstellen.

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