Ministerin fordert Löschung der WLAN-Daten

Google Street View: Aigner kritisiert Datenpanne

Google steht erneut in der Kritik. Nachdem das Unternehmen erklärt hatte, auch persönliche Daten ungeschützter WLAN-Netze gespeichert zu haben, fordert Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner die Löschung der Informationen.

Studenten der Miami Ad School in Hamburg gestalten Google Street View-Autos auf der CeBIT 2010 in Hannover. Bild: Zollondz
Studenten der Miami Ad School in Hamburg gestalten Google Street View-Autos auf der CeBIT 2010 in Hannover. Bild: Zollondz

Die Bundesregierung reagiert erzürnt auf das Eingeständnis von Google, auch persönliche Informationen ungesicherter WLAN-Netze durch Kamerawagen seines Straßenkarten-Dienstes Street View aufgezeichnet zu haben. "Dieser Vorgang ist alarmierend und ein weiterer Beleg dafür, dass Datenschutz für Google noch immer ein Fremdwort ist", kritisiert Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner. Die Ministerin fordert eine komplette Löschung der gesammelten Informationen.

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Google steht wegen Datenschutzbedenken an Street View schon seit längerem in der Kritik. Zuletzt wurde bekannt, dass Google WLAN-Daten speichert, darunter die MAC-Adresse von Routern und den öffentlich vergebenen Namen von Funknetzen, die sogenannte SSID. Am Wochenende gestand der Suchmaschinenanbieter aber, auch Payload-Informationen aufgezeichnet zu haben.

Google bezeichnet Speicherung als Fehler

Bei den Payload-Daten handelt es sich um Nutzerinformationen, die über Netzwerke versandt werden. Dabei kann es sich etwa um aufgerufene Webseiten handeln, die Google von ungeschützten WLAN-Netzen, also nicht mit einem Passwort versehenen Funknetzen speicherte.

Google bezeichnete das Vorgehen als Fehler und entschuldigte sich dafür. In einem Blogeintrag gab das Unternehmen außerdem bekannt, die Payload-Daten so schnell wie möglich zu löschen. Daneben will Google das Erfassen von WLAN-Netzen mit Street View-Kamerawagen komplett stoppen.

Nach Angaben von Google liegt die Ursache für die Speicherung von Payload-Daten bereits in einem Vorgang aus dem Jahre 2006. Ein Software-Mitarbeiter habe damals an einem WLAN-Projekt gearbeitet, das eine Speicherung sämtlicher, öffentlich übertragener Informationen von WLAN-Netzen vorsah, heißt es im Google Blog-Eintrag. Die dabei programmierten Code-Schnipsel seien dann ein Jahr später fälschlicherweise auch in die Street View-Software gelangt.

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