Anteil an Raubkopien liegt in Deutschland bei 28 Prozent
Softwarepiraterie: Programme im Wert von 1,35 Milliarden Euro kopiert
Allein in Deutschland wurde im Jahr 2009 Software im Wert von 1,35 Milliarden Euro raubkopiert. Damit ist der Anteil illegaler Software im Vergleich zum Jahr 2008 um einen Prozentpunkt auf 28 Prozent gestiegen. Weltweit sind es insgesamt 51,4 Milliarden Dollar, die durch den Gebrauch von nicht lizensierten Programmen verloren gingen. Das hat die siebte "Global Piracy Studie" der International Data Corporation für das Jahr 2009 ergeben.

In Deutschland beträgt der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr zwar nur einen Prozentpunkt, doch die Bundesrepublik gehört damit zu den wenigen Ländern, in denen der Anteil an Raubkopien gestiegen ist. Der Gesamtwert der illegal kopierten Software in Deutschland beträgt damit 1,35 Milliarden Euro. In der EU ist der Schaden nur in Frankreich mit 1,7 Milliarden Euro und einem Anteil von 40 Prozent höher.
Für die Europäische Union ergibt sich eine Piraterierate von 35 Prozent und einem Gesamtwert von 8,3 Milliarden Euro. Die niedrigste Rate hat Luxemburg mit 21 Prozent, die höchste weist Griechenland mit 58 Prozent auf.
Auf 100 Dollar für Software kommen 75 Dollar Verlust durch Raubkopien
Untersucht wurde die Verbreitung illegaler Software in über 100 Ländern weltweit. In nur 19, darunter auch Deutschland, wurde eine Erhöhung der Softwarepiraterierate festgestellt. In der derzeitigen Wirtschaftskrise treffe dies die Softwarehersteller besonders hart, schreibt der Branchenverband Business Software Alliance, der die Studie in Auftrag gegeben hat. Insgesamt kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass 2009 pro 100 Dollar, die für Software ausgegeben wurden, Software im Wert von 75 Dollar raubkopiert wurde.
Vorzeigeland ist derzeit die USA mit 20 Prozent unlizensierter Software. An zweiter Stelle folgen Luxemburg und Japan mit je 21 Prozent Anteil unlizensierter Software. In Ost- und Mitteleuropa konnte ein positiver Trend festgestellt werden, auch wenn der Anteil an Raubkopien dort noch immer bei 64 Prozent liegt. Negativ-Spitzenreiter sind Moldawien, Georgien und Simbabwe mit Raten von über 90 Prozent.
"Schonfrist"
Der Software-Verband Business Software Alliance fordert die Regierungen auf der ganzen Welt dazu auf, noch stärkere Anstrengungen zu unternehmen, um diesen Software-Diebstahl zu verhindern. Mit ACTA wurde im März diesen Jahres bereits ein erster Entwurf für ein internationales Anti-Piraterieabkommen gewagt. Das sei auch im Interesse der Anwender, denn durch fehlende Updates setzten sie sich erheblichen Sicherheitsrisiken aus. In Deutschland läuft seit Anfang Mai 2010 die Kampagne "Schonfrist" für Software-Sünder. Dabei können sich Unternehmen, die sich nicht sicher sind, ob ihre Lizenzsituation korrekt ist, innerhalb von 30 Tagen straffrei überprüfen lassen und gegebenenfalls nachbessern.
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Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Filesharing hier.

Der Software-Verband Business Software Alliance(der auch der International Intellectual Property Alliance angehört) fordert die Regierungen auf der ganzen Welt dazu auf, noch stärkere Anstrengungen zu unternehmen,...