Gericht verurteilt 26-jährigen Engländer
Bombendrohung per Twitter: Job weg und 1.200 Euro Strafe
Es sollte ein Witz sein - doch der kam den 26-jährigen Paul Chambers teuer zu stehen. Im Januar schickte er aus Wut über den geschlossenen Flughafen Robin Hood Airport eine Twitter-Meldung, in der er mit einer Bombe drohte, wenn sein Flug ausfiele. Dafür muss er nun 1.000 britische Pfund Strafe zahlen. Seinen Job hat er auch verloren.

Das Gericht in Doncaster hat Paul Chambers nun für schuldig erklärt, weil er in einer Twitter-Meldung gedroht hatte den Flughafen Robin Hood Airport in South Yorkshire in die Luft zu sprengen, wenn dieser nicht in der Lage sein sollte, den Schnee rechtzeitig zu räumen. Das war im Januar und Chambers wollte unbedingt zu seiner neuen Bekanntschaft nach Irland fliegen.
Die Frau hatte er übrigens über Twitter kennen gelernt. Der 26-jährige sendete die Drohung, nach eigenen Angaben, um seinem Ärger Luft zu machen. Er glaubt nur seine 600 Anhänger bei dem sozialen Microbloggingdienst könnten diese Meldung lesen, berichtete die englische Zeitung Mirror.
"Ihr habt etwas mehr als eine Woche, um euren Mist auf die Reihe zu bringen."
Wörtlich lautete der Tweet, den er am 6. Januar schrieb: "Robin Hood Airport ist geschlossen. Ihr habt etwas mehr als eine Woche, um euren Mist auf die Reihe zu bringen, sonst jage ich den Flughafen in die Luft!" In dem Urteil heißt es, dass die Mitteilung einen drohenden Charakter habe in dem Kontext, in dem wir heute leben. Chambers muss nun insgesamt 1000 britische Pfund Stafe und Verfahrenskosten zahlen. Das sind umgerechnet rund 1165 Euro.
Die Flughafenangestellten erfuhren eher zufällig und einige Tage später von der Meldung, weil ein Manager in seiner Freizeit bei Twitter nach "Robin Hood Airport" gesucht hatte und Chambers Nachricht fand. Der Manager alarmierte die Sicherheitsangestellten des Flughafens, die die Nachricht allerdings als nicht glaubwürdig einstuften. Dennoch mussten sie den Vorfall der Polizei melden. Kurz darauf wurde Chambers an seinem Arbeitsplatz festgenommen. Die Stelle hat er wegen des Verfahrens verloren.
"Ich habe doch nur eine Mitteilung an Twitter geschickt."
Chambers verteidigte sich damit, dass er nicht wusste, dass Flughafenangestellte und sämtliche Twitter-Nutzer seine Mitteilung lesen konnten. Er war davon ausgegangen, dass lediglich seine 600 Anhänger die Nachricht sehen konnten. Zudem habe er nicht geglaubt, dass das jemand ernst nehmen würde. "Ich war enttäuscht und frustriert", sagte Chambers dem Mirror zu Folge. "Ich habe doch nur eine Mitteilung an Twitter geschickt."
Anschließend entschuldigte er sich, auch für seine ungehobelte Sprache in den insgesamt 460 Twitter-Meldungen, die in dem Greicht vorgelesen wurden - sehr zur Belustigung der Anwesenden. Sein Verteidiger versuchte noch dem Gericht zu erklären, die Sprache sei in dem Kontext der sozialen Netzwerke zu sehen, aber der Richter sah darin keine mildernden Umstände.
Twitter-Meldungen sind nicht immer wertvoll - und können manchmal teuer werden.Übrigens: Sämtliche Twittermeldungen finden sich bald in der Library of Congress.
