Verwertungsgesellschaft wollte mehr Geld für Abruf von Musikvideos

Streit um Lizenzrechte: Gema bricht Verhandlungen mit Youtube ab (Update)

Lange Verhandlungen ohne Einigung: Die Gema hat die Gespräche mit Youtube über eine Vergütung von Online-Inhalten abgebrochen. Jetzt fordert die Verwertungsgesellschaft eine Löschung zahlreicher Autorenvideos oder eine Sperrung für deutsche Nutzer.

Für den Abruf von Youtube-Videos von Bands wie Silbernond will die Verwertungsgesellschaft Geld von der Google-Tochter. Bild: Screenshot
Für den Video-Abruf von Bands wie Silbermond will die Verwertungsgesellschaft Gema Geld von Youtube. Bild: Screenshot

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Löschung oder Sperrung von Videos gefordert
  2. 2"Angemessene" Vergütung als Ziel
  3. 3Update vom 10.05, 17.15 Uhr: 

Musik habe ihren Wert, sagt die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (Gema) und hat die Verhandlungen mit der Google-Tochter Youtube abgebrochen. Bei den Gesprächen ging es um neue Lizenzverträge für Gema-Autoren. Update: Youtube-Kommentar zum Ende der Gespräche.

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Seit einem Jahr steht die Gema bereits mit Youtube in Verhandlung. Die Lizenzverträge der Verwertungsgesellschaft mit der Google-Tochter waren Ende März vergangenen Jahres ausgelaufen. Die Gema verlangte dabei für Autoren, deren Urheberrechte sie vertritt, mehr Geld von Youtube. 

Löschung oder Sperrung von Videos gefordert

Laut Youtube soll die Gema in den Verhandlungen zwölf Cent für jeden Abruf eines Videoclips verlangt haben. Allerdings wäre der Obolus nur fällig gewesen für Videos von Autoren, die ihre Rechte an die Verwertungsgesellschaft abgetreten haben. Nach Angaben der Gema erhalten ihre Autoren für Videoclips, die von Youtube gezeigt werden, nach Auflösung der Verträge kein Geld mehr für die Ausstrahlung auf der Plattform.

Parallel zum Abbruch der Verhandlungen fordert die Gema nun von Youtube gemeinsam mit acht weiteren Rechtevertetern von Musikautoren, entsprechende Inhalte zu löschen beziehungsweise eine Sperrung der Abrufe von Deutschland aus. Das Anliegen der Gema betrifft knapp 600 der seit dem 1. April 2009 genutzten Werke. Youtube stehen neben der Gema unter anderem die US-amerikanischen Autorengesellschaften ASCAP, BMI und SESAC, die französische SACEM und die italienische SIAE gegenüber.

"Angemessene" Vergütung als Ziel

Mit der Forderung wollen die Rechteverwerter ein Zeichen setzen gegen die illegale Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke. "Betreiber von Online-Plattformen... müssen dafür sorgen, dass diejenigen, die diese Werke schaffen und damit den sogenannten Content liefern, angemessen vergütet werden", betont Harald Heker, Vorstandsvorsitzender der Gema.

Nach Angaben der Gema ist es möglich, sämtliche Werke eines Autoren entfernen zu lassen. Allerdings sei unter Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse der Nutzer und der Urheber darauf verzichtet worden. Schließlich möchten die Autoren der Gema zufolge, dass ihre Musik Gehör findet.

Die Gema betont, dass eigentliche Ziel sei weiterhin, "eine angemessene Vergütung der Urheber zu erreichen und dafür mit YouTube zu einer neuen Vertragsvereinbarung zu gelangen, die für beide Seiten annehmbar ist." In Deutschland vertritt die Verwertugsgesellschaft nach eigenen Angaben Urheberrechte von mehr als 60.000 Mitgliedern - Komponisten, Textautoren und Musikverleger - sowie von über einer Million Rechteinhabern aus aller Welt. 

Update vom 10.05, 17.15 Uhr: 

Die Google-Tochter YouTube hat inzwischen mit einem Statement auf die Entscheidung der Gema reagiert:  

Für die gesamte Musikbranche sei es wichtig, dass überzogene Kosten nicht gleich solche Anbieter und Webseiten im Keim ersticken, die für Künstler signifikante Umsätze liefern und Absatzwege darstellen könnten, schreibt Patrick Walker, Director Video-Partnerships EMEA, Google. YouTube stelle eine Plattform zur Verfügung, durch die Fans rund um den Globus alle Arten von Inhalten erleben könnten, einschließlich Musik ihrer Lieblingsinterpreten. 

Es gebe Vereinbarungen mit Verwertungsgesellschaften aus aller Welt, darunter Großbritannien, die Niederlanden, Japan und Korea. "Umso mehr sind wir über die Gema-Entscheidung enttäuscht, die Verhandlungen mit uns abzubrechen", schreibt Walker. "Wir haben mit der Gema über eine Vereinbarung verhandelt, damit Musik-Videos der von ihnen vertretenen Künstler auf YouTube abgerufen werden können." Je populärer diese Musik-Videos sind, desto mehr Geld könnte YouTube erwirtschaften, um es mit Verwertungsgesellschaften und den von ihnen vertretenen Autoren zu teilen. Man könne jedoch nicht erwarten, dass sich YouTube in ein Geschäft begibt, bei dem es jedes Mal, wenn ein Musikvideo abgerufen wird, Geld verliert - das sei einfach nicht nachhaltig.

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Beiträgeinsgesamt 3 Beiträge

Wenn mehrere Verwertungsgesellschaften sich zusammengetan haben, warum wird nur in Deutschland gesperrt? Welche Logik steckt dahinter? Übrigens ist die Gema nicht für Musiker zuständig, die bekommen von der...

Na Hola, der Kommentar war ja richtig schlau.

...die Chinesen dürfen auch nicht alles gucken!

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