Untersuchungsbericht entlastet Angeklagte teilweise

Lower Merion School: 58.000 heimliche Fotos sind keine Bespitzelung

Eine unabhängige Untersuchung des Skandals am Lower-Merion-School-District in Pennsylvania ist zu dem Ergebnis gekommen, dass es keine Beweise dafür gibt, dass Schüler gezielt bespitzelt wurden. Zu diesem Befund gelangte die Kanzlei Ballard Spahr, die die Interessen der Schule vertritt.

Webcam
Blake Robbin erhielt einen Verweis, weil er zu Hause angeblich Drogen aß. Dabei seien es Süßigkeiten gewesen, die wie Pillen aussahen. 
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Das Ergebnis überrascht angesichts der Existenz von rund 58.000 Fotos, die heimlich von Schülern aufgenommen wurden. Auch wurde nicht als belastend gewertet, dass die zuständigen IT-Angestellten diese Bilder in einer Email-Konversation als sehr unterhaltsam bezeichneten. Der 72-seitige Bericht der Kanzlei Ballard Spahr kommt zu dem Ergebnis, dass die meisten Fotos nicht gesichtet wurden. Zudem sei es ein Fehler des Bezirks gewesen, keine angemessenen Regeln für den Umgang mit den Bilder zu erstellen.

Die IT-Abteilung hat Behörden und Schule nicht angemessen informiert

Der Bericht über den Vorfall an einer Highschool in Pennsylvania beginnt damit, das Verfahren des Bezirks bei der Laptopausgabe zu beschreiben sowie Details über die Geräte und die Einverständniserklärung, die jeder Student zu unterzeichnen hatte. Darin heißt es, dass die IT-Abteilung ihre Richtlinien selbst festlegte, ohne Schüler und Verwaltung angemessen darüber zu informieren. So konnte die IT-Abteilung die Webcams zu Überwachungs- und Ortungszwecken aktivieren, wenn sie glaubte, die von der Schule ausgegebenen Laptops seien gestohlen worden oder verloren gegangen.

In manchen Fällen wurde die Kamera bereits aktiviert, wenn die Schüler es versäumten, die Versicherungsgebühr rechtzeitig zu zahlen. Teilweise wurde die Überwachung über längere Zeiträume betrieben, auch nachdem das Gerät wieder aufgetaucht war oder die Versicherung bezahlt. Bis zum 23. Februar, dem Tag, als die Ermittlungen begannen, kamen so innerhalb von zwei Jahren 30.564 Webcambilder sowie 27.428 Screenshots zusammen. Die Bilder der Webcam zeigen Schüler, die sich in der Nähe des Computers aufhielten, teilweise schlafend und nur halb angezogen oder mit Freunden. Diese Daten speicherte die IT-Abteilung automatisch. Der inzwischen 16-jährige Schüler Blake Robbins, der aufgrund dieser Bilder einen Verweis für unangemessenes Verhalten außerhalb der Schule erhielt, klagte schließlich.

Schule wusste von Diebstahlsicherung und unternahm nichts

Laut dem Bericht der Kanzlei Ballard Spahr sei unklar, ob und wie häufig die Bilder gesichtet wurden. Es gebe keine Beweise, dass die IT-Angesetellten diese überhaupt gesehen haben. Allerdings gibt es da noch den entlarvenden Email-Kontakt zwischen der IT-Angestellten Carol Cafiero und ihrem Kollegen. Darin bezeichnen sie die Bilder "als kleine Soap Opera". Woraufhin Cafiero antwortete: "Ich weiß, ich liebe es." Beide wurden beurlaubt. Im Bericht heißt es, die Angestellten wendeten das Diebstahlsicherungsverfahren wahrscheinlich ohne Bedenken an.

Die Kanzlei kommt zu dem Ergebnis, dass das Hauptproblem vor allem die schlechte Berichterstattung der IT-Abteilung sei sowie das Fehlen offizieller Richtlinien. Auch seien keine Hinweise gefunden worden, dass Schüler ausspioniert wurden. Die Verantwortung liege zwar hauptsächlich bei den IT-Angestellten, aber auch bei der Schulverwaltung, weil sie von der Diebstahlsicherung wusste, aber keine Anstrengungen unternahm, ihre Schüler besser zu schützen.

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:schmunze: jetzt weiss ich auch, warum ich am dienstlichen Laptop die Kamera gleich mal mit schwarzem Isolierband abgedeckt habe :s3x: ... man weiss ja nie, wer so alles mitschaut :platzer:

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