Berater will entfernte Bilder wieder ins Netz holen

Pro Google Street View: Kampagne gegen Löschung von Straßenbildern

Im Internet ist eine Kampagne gegen die Verbannung von Bildern aus dem Straßenbilder-Dienst Google Street View gestartet worden. Datenschützer sehen das Vorhaben erwartungsgemäß kritisch. 

Der Social Media Berater Jens Best hat auf Twitter eine Kampagne gegen die Löschung von Street View-Bildern gestartet. Bild: Screenshot
Der Social Media Berater Jens Best hat auf Twitter eine Kampagne gegen die Löschung von Street View-Bildern gestartet. Bild: Screenshot

Ilse Aigner hat letzte Woche ein großes Ziel erreicht, zumindest aus Sicht der Bundesverbraucherministerin. Denn nach monatelangem Streit um den Straßenbilder-Dienst Street View konnte Aigner ihr Datenschutz-Anliegen durchsetzen. Street View geht demnach in Deutschland erst an den Start, wenn alle Anliegen der Bürger gegen den Dienst umgesetzt worden sind. Google gewährt ein umfassendes Widerspruchsrecht gegen die Veröffentlichung von Bildern.

Doch manche Bürger haben gar nichts dagegen, dass der Suchmaschinenanbieter Straßenzüge abfilmt und die Bilder ins Netz stellt. Im Gegenteil: Einige lehnen sich sogar gegen die Entfernung von Bildern aus dem Google-Dienst auf. Zu diesem Kreis an Aktivisten gehört auch Jens Best. 

Kampagne erreicht bisher 70 Aktivisten

Der Social Media Berater hat eine Kampagne im Internet gegen die Löschung von Bilder aus Street View gestartet. "Jedes Haus, das auf Street View ausgeblendet wird, werde ich fotografieren und geotaggen", schreibt Best auf Twitter und verlinkt auf eine Liste, die Unterstützer der Aktion sammelt.

Insgesamt rund 70 Aktivisten hat Best bisher erreichen können. Best beruft sich bei seiner Kampagne auf das Recht auf freie Fotografie. Wenn Street View hierzulande startet, sollen die von Best und seinen Unterstützern gemachten fehlenden Bilder im Internet veröffentlicht werden, etwa auf der Foto-Plattform Flickr.

Aktivist nimmt Stellung

Man kann den Vorstoß des Social Media Beraters vorschnell als reine Spaßkampagne einstufen. Doch auch das Gegenteil könnte der Fall sein. In der FAZ jedenfalls wischt Best jede Ironie der Geschiche beiseite: "Vielleicht ist es eine kleine Provokation, aber eine, die auf jeden Fall durchgeführt wird", sagte er der Zeitung.

Datenschützer dürften sich von dem Vorhaben in jedem Fall provoziert fühlen. Und nicht nur das. Sollten Netzaktivisten fehlende Straßen und Häuser abfotografieren und im Netz publizieren, könnte nach Meinung von Datenschützern ein Rechtsverstoß vorliegen: Mit der Aktion würde das Widerspruchsrecht umgangen.

Auf der Unterstützerseite zu der Aktion findet bereits eine interessante Diskussion statt. Ein Besucher der Seite schreibt: "Nicht alles, was nicht verboten ist, muss auch tatsächlich gemacht werden. Nennt sich Anstand."

Forum

Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 2 Beiträge

Zitat: "Nicht alles, was nicht verboten ist, muss auch tatsächlich gemacht werden. Nennt sich Anstand." Hervorragender Kommentar. Echt top! Ansonsten kann ich nur...

Hat eigentlich jemand die Adresse vom OB Jürgen Nimptsch aus Bonn ;) ? Die Frage ist absolut ernst gemeint, es ist ja nicht verboten sein Haus zu fotografieren. Das gleiche gilt für...

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